Biergarten

Ein Samstag mit Birgit, den Mädels und ’nem Karussell

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Nach wochenlangem Planen war es vergangenen Samstag endlich mal wieder soweit: unser Mädelsabend stand kurz bevor! Und Zeit wurde es tatsächlich, denn der letzte lag bestimmt schon gut fünf/sechs Monate zurück. Tja, es ist halt gar nicht mehr so einfach, alle an einen Tisch zu kriegen. Versteht mich nicht falsch, ich nehme mich da nicht aus: die Wochenenden sind eben kostbar und meistens straff durchgeplant. Daher ist es umso wichtiger, dass man sich zumindest hin und wieder eins freischaufelt :). Immerhin blieb uns so auch genügend Zeit, um die richtige Location dafür auszumachen. Das Ergebnis: der Biergartenclub „Birgit & Bier“ am Schleusenufer. Den Rest des Beitrags lesen »

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Zu Gast bei Berghain’s kleinem Nachbarn

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Das berühmt berüchtigte Berghain – fast jeder kennt es oder hat zumindest schonmal davon gehört. Angefangen bei den wohl strengsten Türstehern der Welt brodelt die Gerüchteküche weiter über wild durchzechte Wochenenden bis hin zu Darkrooms, aus denen es kein Entrinnen gibt. Fakt ist: Kaum ein anderer Club der Berliner Nachtszene hat in der Vergangenheit für soviel Furore gesorgt wie der (ehemalige) Schwulen- und Lesben-Treffpunkt. Ich muss zugeben, dass ich mich noch nie durch die strengen Pforten des Berghains geschoben habe – lange Zeit einfach aus bloßen Desinteresse, mittlerweile aber vor allem wegen der stolzen Eintrittspreise und langen Wartezeiten. Vergangene Woche schnupperte ich dann aber doch endlich mal ein bisschen Szene-Luft. Auf Vorschlag und Empfehlung eines Freundes statteten wir nach Feierabend dem kleinen Nachbarn des Kult-Clubs einen Besuch ab: dem „Bierhof Rüderdorf“.

Voller Neugier und mit hohen Erwartungen stolperten wir also über den sandig-steinigen Trampelpfad in Richtung Berghain. Nachdem wir uns an den metallenen Absperrungen des Szeneladens vorbei geschlängelt hatten, standen wir auch schon in der Mitte des Geschehens:

Das sommerliche Abendwetter rief scheinbar nicht nur bei uns den Durst auf ein frisch Gezapftes hervor – die Tische und Bänke waren bis auf wenige Ausnahmen von zufrieden wirkenden Gästen besetzt. Das ließ im ersten Moment natürlich ein wenig Enttäuschung aufkommen, jedoch wich diese recht schnell wieder strahlender Erleichterung. Was man nämlich auf den ersten Blick nicht gleich registrierte, fiel erst bei der fiebrigen Suche nach einem freien Plätzchen auf: Der Bierhof erstreckte sich über drei (!) Etagen und hatte hier und da einige versteckte Sitznischen zu bieten. Einen Platz zu finden schien damit wieder in greifbare Nähe gerückt zu sein und so bahnten wir uns erstmal den Weg zur Bar. Die vielen schattenspendenden Bäumen machten die Wartezeit ein wenig angenehmer, sodass ich mich nicht nur aufs Schwitzen konzentrierte, sondern auch ein beruhigendes Plätschern hinter mir bemerkte. Als ich daraufhin meinen Kopf wendete, konnte ich es kaum fassen: Die kleine Bieroase wartete tatsächlich mit einem eigenen, gigantischen Springbrunnen auf. Wenn das keine Urlaubsstimmung bringt … :).

Endlich an der Reihe orderten wir zwei Bier vom Fass (0,5 l), die je mit 3,90 € zu Buche schlugen. Normalerweise wäre ich über den Preis ein wenig entrüstet gewesen, weil man in Friedrichshain normalerweise ein bisschen weniger zahlt. Aber die gemütliche Wohlfühl-Atmosphäre der Location ließ mich einfach grinsend das Geld auf den Tresen legen.

Nachdem wir nun zufrieden unser Bier in den Händen trugen, setzten wir uns in eine kleine schattige Nische, die mit einem gemütlichen Sofa und dicken Kissen ausgestattet war. Da die Ecke jedoch in unmittelbarer Nähe zum Grill stand, dauerte es nicht lang und der Magen meines Freundes meldete Bedarf. So bestellte er sich einen BBQ Burger mit Pommes, für den er erstaunliche 9,00 € löhnen musste! Das riß mich dann doch aus meiner Wohlfühlblase. 9,00 € für Burger und Pommes! Soviel hatte ich noch nirgends für ein schnelles Fast Food Essen vom Grill bezahlt. Aber vielleicht konnte ja der Geschmack den königlichen Unkostenbeitrag aufwiegen. Zumindest als er sein kleines Menü beim Stand abholte, sah erstmal alles recht appetitlich aus – wenn auch etwas klein. Nach den ersten Bissen verkündete er jedoch, dass der Burger zwar nicht schlecht schmecke, aber auch nicht überragend sei. Gleiches galt für die Pommes, wobei die für meinen Gaumen deutlich zu salzig daher kamen.

Trotz des kleinen kulinarischen Debakels fand ich die Atmosphäre im „Bierhof Rüdersdorf“ wirklich entspannt und genau richtig für die heißen Tage. Durch seine gemütliche Ausstattung über drei Etagen mit den vielen lauschigen Sitznischen findet man immer ein ruhiges Plätzchen und kommt durch das Plätschern des Brunnens schnell in Urlaubsstimmung. Selbst, wenn ich nie einen Schritt in das sagenumwobene Berghain setzen werde, sein kleiner Nachbar wird mich definitiv öfter begrüßen dürfen :).

Das Haus des weißen Mülls

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Alternativ-urban scheint irgendwie das neue Geheimrezept zu sein, wenn man sich als Bar- oder Clubbetreiber im Berliner Nachtleben einen Namen machen will. Natürlich ist dieser Trend schon seit einiger Zeit erkennbar, aber so richtig fiel er mir erst kürzlich bei einem Spaziergang auf der Schlesischen Straße/Kreuzberg auf. Da gibt es scheinbar keine einzige Location mehr, die nicht mit irgendwelchen pseudo-verrückten Highlights vor dem Eingang auf sich aufmerksam machen möchte. Das gelingt sicherlich auch, allerdings eher im negativen Sinne. Zumindest ich konnte bei vielen Läden ein Hochziehen der Augenbrauen nicht unterdrücken, dicht gefolgt von einem murmelnden: „Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt“. Schade, denn eigentlich bin ich ein kleiner Fan von diesem Stil, aber leider scheint die Kreativität der Betreiber langsam nachzulassen. Wie gut, dass ich an diesem Abend doch noch eines Besseren belehrt wurde. Richtung Treptow, vorbei am „Club der Visionäre“, fand ich nämlich einen wahren Meister der urban-alternativen Clubatmosphäre: das berühmt-berüchtigte „White Trash“.

White Trash BerlinVom Namen her war mir die Location nicht unbekannt. Schon des Öfteren hatte ich mal an der einen oder anderen Ecke davon gehört und dass es eine echte Koryphäe des Nachtlebens sei. Nun stand ich also davor und musste sagen: Ja! Schon alleine von außen machte die Location wirklich was her! Mit einem hohen, dafür recht licht montierten Zaun aus dünnen Baumstämmen wurde die Bar von der Straße abgeschirmt. Dennoch konnte man hier und da einen Blick auf die höher gelegene Sitzfläche dahinter erhaschen, die von viel Grün umgeben war. Beeindruckt suchten meine Begleitung und ich den Eingang und schoben uns aufgeregt an dem freundlichen Herrn an der Tür vorbei. Drinnen offenbarte sich uns eine kleine Parkanlage, die mit vielen Holzelementen durchzogen war. Überall gab es kleine Separees, in denen man ungestört essen (jedoch erst ab 16 Uhr) und trinken (das schon ab 14 Uhr) konnte. Ein besonderes Highlight, was zumindest bei mir erstmal ein bisschen für Verwirrung sorgte, waren die vielen chinesischen Komponenten, die hier und da zu finden waren. So schmückten den Restauranteingang zum Beispiel zwei fernöstliche Säulen – hätte ich es nicht besser gewusst, wäre ich bei diesem Anblick womöglich auf die Idee gekommen, eine Chinapfanne zu ordern :).

Da ich es allerdings besser wusste, gingen wir direkt zur kleinen Ausschanktheke neben dem Restauranteingang. Nach einem kritischen Blick auf die Getränkekarte bestellte ich ein großes Dunkles (0,5 l für 4,50 €) und mein Freund ein großes Wasser (0,5 l für 2,00 €), da er sich (wiedermal) in einer kämpferischen Phase mit dem eigenen Körpervolumen befand. Preislich muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich schon deutlich günstiger in den Genuss des Hopfenmalz-Saftes gekommen bin. 4,50 € sind für Friedrichshainer Verhältnisse nicht gerade ein Geschenk an den Gast, aber konnten durch unsere schönen Plätze ein bisschen aufgewogen werden.

Über eine kleine Holzbrücke gelangten wir nämlich zu jener oberen Ebene, die ich schon von außen mit leuchtenden Augen und breitem Grinsen bestaunt hatte. Neben unserem Platz waren noch drei andere, größere Tische zu besetzen gewesen, allerdings hatten wir (Petrus sei Dank!) wegen der recht rauen Temperaturen die kleine Sitzecke ganz für uns allein. Umgeben von so viel Grün und zwitschernden, spielenden Spatzen schmeckte das Bier, was ohnehin durch sein malzig-mildes Aroma punktete, gleich doppelt so gut!

Insgesamt hat es das „White Trash“ tatsächlich geschafft, mir den Glauben an die Berliner Club-Kreativität wieder zurückzugeben. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sich Gedanken um einen möglichst hohen Wohlfühlfaktor gemacht – da kann man auch mal locker über ein, zwei Euro mehr für ein kühles Dunkles hinweg sehen ;).

Münchner Braukunst mit einem Hauch von Orient

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Bald ist es wieder soweit: Wie jedes Jahr im Oktober pilgert die halbe Welt nach München und vergisst für drei Tage die gute Kinderstube, die eigene Schmerzgrenze für Alkohol und schließlich auch, wie man überhaupt hierher gekommen war. So ein Festzelt mit grölenden, schunkelnden Fremden von überall her ist aber auch animierend. Wer kann schon „nein“ zu jemandem sagen, der einen in enger Lederhose, lallendem Akzent und verdrehtem Blick zum Anstoßen mit der Maß auffordert?! Bedeutend gediegener geht es da schon in der Hauptstadt zu. Zwar gibt es auch hier eine mehr oder weniger gelungene Kopie des Oktoberfestes, allerdings erfreuen sich die vielen Brauhäuser -soweit ich das mitbekommen habe- einer deutlich größeren Beliebtheit. Unter ihnen sind auch einige mit sehr langer Tradition, wovon ich gestern endlich mal eines besuchte: das „Brauhaus Rixdorf“.

Eingang Brauhaus RixdorfIn der sonst eher orientalisch-geprägten Gegend rund um die Hermannstraße ist das Brauhaus mit seiner typisch deutschen Küche wohl eines der Dinge, die man dort am wenigsten vermuten würde. Als ehemaliges Heim einer Eisengießerfamilie aus dem Jahr 1885 ist es dort allerdings schon mindestens so lange angesiedelt, wie ein Großteil der umliegenden Häuser. Auch von der äußeren Erscheinung unterscheidet es sich nicht viel von seinen Nachbarn. Lediglich seine beeindruckende Größe lässt einen zweimal hinschauen. Trotzdem: Wenn ich gestern nicht von meinem Freund direkt dorthin geführt worden wäre, hätte ich mich wahrscheinlich hoffnungslos in irgendeine Spelunke (woran es Neukölln -nebenbei bemerkt- wirklich nicht mangelt) verirrt.

Nachdem wir der Beschilderung gefolgt waren, blickten wir voller Neugier auf unser endlich erreichtes Freitag-Abend-Ziel: den Biergarten des „Brauhauses Rixdorf“. Und dieser zeigte sich wahrlich von seiner schönsten Seite. Wären wir zuvor nicht noch einigen kieztypischen Einwohnern begegnet, die sich gedankenverloren den beruhigenden Klängen der Polizeisirenen hingaben, wäre ich fast auf den Gedanken gekommen, tatsächlich an einem lauschigen Ort irgendwo in Bayern zu sein. Das war vor allem den rustikalen Holzbänken und -tischen geschuldet, die eine Atmosphäre erzeugten, wie man sie aus der Erdinger-Werbung kennt. Die schattenspendenden Bäume und die den Garten umgebende Mauer schafften außerdem eine Abgrenzung zur Straße, sodass man vom freitagabendlichen Neukölln-Trubel so gut wie nichts mitbekam.

Nachdem wir Platz genommen hatten, wurde uns von der freundlichen Kellnerin im Dirndl (!) die Speise- und Getränkekarte gereicht. Neben einigen selbstgebrauten Biersorten standen dabei auch diverse bekannte Flaschenbiere, Wein und natürlich Softdrinks zur Auswahl. Dem kleinen (oder eher großen) Hunger wurde mit typisch zünftiger Hausmannskost der Garaus gemacht. Allerdings sollte man bei großem Hunger mit einer gut ausgestatteten Geldbörse kommen. Die Schweinshaxe schlägt nämlich mit ganzen 13,50 € zu Buche, während ein Eisbein dagegen „schon“ für 11,90 € zu haben ist. Wie ich jedoch aus sicherer Entfernung beobachten konnte, wurde das nervige Grummeln im Magen mit der gelieferten Portionsgröße zumindest zufriedenstellend bekämpft :).

Rixdorfer BierDa wir bereits gut zu Mittag gegessen hatten, entschieden wir uns für die selbstgebrauten Biersorten „Rixdorfer hell“ und „dunkel“. Während die helle Variante (für mich einen Ticken zu) milde daher kam, konnte das dunkle Bier mit seinem sehr würzigen und vollmundigen Geschmack punkten. Die 3,50 € pro halber Liter habe ich daher sehr gerne bezahlt. Wann kommt man schließlich schonmal in den Genuss von selbstgebrautem Bier 😉 ?!

Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Abend im „Brauhaus Rixdorf“ ausnehmend gut gefallen hat! Nicht nur wegen der urig-typischen Biergartenatmosphäre oder der ausgefeilten Braukunst des Hauses, auch fand ich die Abgrenzung des Mini-Bayerns vom typischen Neuköllner Straßenbild äußerst beeindruckend. Ein Tisch für das Oktoberfest ist -zumindest gedanklich- schonmal vorreserviert ;).

Zwischen ehemaligen Schienen und gegenwärtiger Clubszene

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Wer schon einmal in Berlin war, hat vielleicht ein ungefähres Bild von dem außergewöhnlichen Facettenreichtum meiner Stadt. Von pompös-luxuriös über otto-normal bis hin zu alternativ-autonom – Subkulturen sind hier wahrlich so ausgeprägt wie die Wohnungen knapp sind. Aber genau das macht die Hauptstadt auch wieder zu etwas Besonderem.

Eine echtes Spiegelbild für diese Kulturfreiheit ist in meinen Augen das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk an der Warschauer Straße, allgemein bekannt unter dem Kürzel „RAW“. Alternativ angehaucht und dabei mit soviel Charme erfüllt, beherbergt es eine kleine eigene Club- und Künstlerszene. Eine der dort ansässigen Tanzbars ist das Cassiopeia, die neben einem zweistöckigen Musikbereich auch einen außerhalb gelegenen Biergarten ihr Eigen nennt. Genau dorthin zog es mich gestern mit ein paar Freunden, um die warmen Sonnenstrahlen und den herrlichen Frühlingswind bei einem kühlen Bier zu genießen.

Biergarten Cassiopeia mit KletterturmDas Angebot umfasst dabei so ziemlich alles, was man im Allgemeinen von einer solchen Location erwartet. Allem voran natürlich Bier, aber auch Liebhaber von Cocktails, Softdrinks oder Wein werden nicht enttäuscht. Preislich gesehen gibt es in Friedrichshain definitiv günstigere Bars, wobei für mich persönlich die urbane Atmosphäre des Geländes den etwas höheren Preis aufwiegt: kleines Bier ab 2,50 €, Cocktails ab 5,00 €. Beim kleinen Hunger zwischendurch kann man sich vertrauensvoll an die berühmten Kiez-Burgerbrater vom „Burgeramt“ wenden, die mit einem Grill-Wagen vor Ort sind. Alternativ servieren die benachbarten Imbissbuden gegenüber vom Club „Crack Bellmer“ ebenfalls eine recht große Auswahl an Snacks – verhungern muss also niemand.

Auch das Entertainment kommt nicht zu kurz: Ein echter Hingucker ist zum Beispiel der Kletterturm, der sich in unmittelbarer Nähe zum Biergarten befindet. Selbst um 21 Uhr versuchen sich dort noch einige potenzielle Bergsteiger, wobei sie mal mehr, mal weniger erfolgreich den Gipfel erklimmen. Wer sich ebenfalls daran versuchen möchte, sollte dies jedoch erfahrungsgemäß vor dem Besuch im Biergarten tun :).