Köpenick

Sommer im Köpenicker Altstadt-Kiez

Gepostet am Aktualisiert am

Denkt man an Sommer in Berlin, fallen einem spontan die vielen Strandbars in Mitte, die Liegewiesen rund um das Maybachufer/Kreuzberg oder die gemütlichen Biergärten im Prenzl’berg ein. Die wenigsten denken dabei an weiter abgelegene Bezirke, wenn sie nicht gerade dort wohnen. Schuld daran ist mitunter die schlechte Mundpropaganda: Denn selbst wenn hier mal Veranstaltungen anstehen, bekommt man davon schlichtweg einfach nichts mit. Umso erfreuter war ich daher, als mir Freund Buschfunk vom „Köpenicker Sommer“ flüsterte. Die Neugier war geweckt, der Rucksack gepackt: Und schon saß ich in der Bahn zum einzig verbliebenen Volksfest des Bezirks.

Luisenhain Köpenicker Sommer Die Größe des Fest-Gebietes war zumindest auf der Karte schonmal beeindruckend. Denn neben der Altstadt selbst sollte auch in Luisenhain und auf der Schlossinsel der Sommer gebührend begrüßt werden. Da ich alles einmal gesehen haben wollte, startete ich meinen Rundgang am Schlüßlerplatz. Dort angekommen, brauchte man eigentlich nur der Masse zu folgen, die einen sicher zu den ersten Attraktionen des Festes geleitete. Neben den typischen Ständen mit Essen, Getränken, diversem Trödel oder Selbstgemachtem, schlenderte ich auch an einigen Fahrgeschäften für Kinder vorbei. Besonders schön war dabei die unmittelbare Nähe zum Wasser, die bei mir unbewusst direkt ein bisschen für Urlaubsstimmung sorgte.

Als ich das Ende der Uferstraße erreichte, folgte ich wieder dem altbekannten Prinzip des Mitläufers und ließ mich von dem vorwiegend einheimischen Publikum zum Schloßplatz führen. Hier ging es deutlich gediegener zu. Auf der großen Bühne wurde klassische Musik gespielt und die in weiß gehaltenen Stände wirkten irgendwie einen Ticken edler als die auf dem Uferfestgelände. Vielleicht war daran aber auch die traumhafte Schlosskulisse Schuld, die einen ein bisschen in das Zeitalter von Rittern und Prinzessinen zurück versetzte.

Mittelaltermarkt Köpenicker SommerGleiches sollte auch der angepriesene Mittelaltermarkt tun, der sich am Schlüßlerplatz befand. Ich muss zugeben, dass ich mich darauf insgeheim am meisten gefreut hatte. Wer würde schon nicht gerne mal in die Zeit zurückreisen, um zu schauen, wie es den Leuten damals ergang – so ganz ohne Smartphones und Internet? Voller Vorfreude begab ich mich also auf die Suche nach längst vergangenen Tagen und fand stattdessen Folgendes vor: Auf engstem Raum war hier (tatsächlich mittelaltermäßiges!) Zelt an Zelt kreisförmig aneinander gereiht und in deren Mitte lieblos ein paar Bänke und Tische hingestellt. Das war’s. Da ich leider dazu neige, meine Vorstellungkraft mit spekatulären Highlights zu spicken, sah mein enttäuschtes Gesicht beim Anblick des Mittelalterareals ähnlich spektakulär aus. Köpenicker Sommer GrillstationImmerhin gab es eine Grillstation, in der recht eindrucksvoll ein komplettes Schwein zubereitet wurde. Das zauberte dann doch noch ein kleines „oooh“ auf die Lippen und ließ die Enttäuschung ein wenig verschwinden.

Den Rest davon ertrank ich in einer sehr schmackhaften Pina Colada Bowle, die mit exotischen Litschis zubereitet war. Interessanterweise gehörte die sogar zu meinen persönlichen Highlights, da ich bis dahin noch nie eine solche Bowle probiert hatte. Mit 4,00 € auch ein durchaus erschwingliches Vergnügen. Generell fand ich die Preise auf dem Fest annehmbar. Wer Super-Schnäppchen sucht, ist hier natürlich an der falschen Adresse, aber für die Fahrt nach Hause bleibt definitiv noch genug Geld übrig ;).

Insgesamt hat mich der Köpenicker Sommer ganz gut unterhalten. An der einen Stelle wird zwar mehr geboten als an der anderen, aber in Summe kann sich das Volksfest mit seinem Programm durchaus sehen lassen. Vielleicht schaue ich nächstes Jahr mal wieder vorbei – vorausgesetzt natürlich, der Buschfunk lässt mich nicht im Stich :).

Werbeanzeigen