Kurioses

Das typische Frankfurt-Geburtstag-Schreibzeit-Problem

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Kinder, ich sag’s euch: Kaum kommt die Sonne ein bisschen raus, häufen sich die wochenendlichen Ereignisse. Dieses hatte zum Beispiel eine Freundin aus Frankfurt eingeladen, mit der ich zusammen das Auslandssemester verbringen durfte. Natürlich folgten meine alte Zimmergenossin und ich ihrem Ruf und nahmen den fröhlichen Trip in die Vergangenheit auf uns. Das Ergebnis: zwei aufregende Tage in der Main-Metropole und eine entsprechend ausgelaugte Schreiberin am Sonntag 😦 . Den Rest des Beitrags lesen »

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Im Dunkeln ist gut … Minigolfen?!?

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Nach einer Woche sehnsuchtsvollen Wartens ist es heute endlich soweit: Ich berichte euch von meinem erlebnisreichen Mädelsausflug letzte Woche 🙂 . Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, ging es zum Schwarzlicht-Minigolf in Kreuzberg. Und wie kamen wir darauf? Ganz einfach: Miss Austria bekam Besuch von einer alten Freundin aus Wien und fragte mich, ob ich nicht ein paar Ideen in petto hätte. Klar hatte ich die: Vielleicht Lasertag? – Obwohl nee … ziemlich teuer und recht weit weg vom Schuss. Oder einfach nur in meine Lieblingsbar? – Kann man machen, bietet aber nicht gerade den riesigen Unterhaltungswert. Da fiel mir plötzlich wieder der Bericht eines Freundes ein, der sich vor einiger Zeit mal beim Schwarzlicht-Minigolf versuchte – und der Plan war geboren 🙂 .  Den Rest des Beitrags lesen »

Herr Doktor, ein Glas Ihrer besten Medizin, bitte!

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Die Bakterienfront von letzter Woche scheint nun endlich ihren Rückzug angetreten zu haben. Wurde ja auch langsam Zeit: Denn nach gut zwei Wochen Dauerschniefen habe ich „Tempo“ nicht nur den Umsatz seines Lebens beschert, sondern oben drein noch jede rote Ampel in den Schatten gestellt. Wie gut, dass man sich immer noch an ein paar kleine Hausmittelchen erinnert: Inhalieren für eine freie Nase, Zwiebelsaft und Zucker gegen den Husten oder Gurgeln mit Salzwasser gegen Halsschmerzen – da macht sich selbst der Herkules unter den Erregern schnell wieder vom Acker. Vielleicht hat aber auch mein pseudomedizinischer Ausflug dazu beigetragen, den ich vergangene Woche unternommen habe: Denn gemeinsam mit einem Freund („Mister Billig-Bier“ vom Clash 🙂 ) ging es auf einen nach-feierabendlichen Trunk in die Kreuzberger Bar „Zyankali“.

Zyankalibar BerlinGut, der Name an sich lässt jetzt nicht gerade auf eine gesundheitsfördernde Location schließen. Doch ich kann euch jetzt schonmal verraten, dass der Bakteriengepeinigte im Inneren tatsächlich auf seine Kosten kommt. „Mister Billig-Bier“ und ich waren jedenfalls voller Neugier, als wie das gelbe Leuchtschild mit dem Namen des bekannten Giftes sahen. Also schritt ich zielsicher voran, bewältigte die kleine Treppe vor der Tür und drückte vorsichtig die Klinke herunter. Noch nicht mal ganz den Kopf durch den Spalt geschoben, hörte ich auch schon ein freundliches „Hallo, kommt ruhig rein!“ aus dem Hintergrund. Wenn das kein wartezimmerähnlicher Empfang ist … :).

zyankali-bar-berlin.jpg.jpegAls wir beide endlich vollständig im Raum standen, ermutigte uns die urig-freundliche Bardame direkt zur Platznahme: „Setzt euch einfach irgendwo hin.“ Klar, kein Problem. Nur schnell ein kurzer Lageblick, um alle Sitzmöglichkeiten abzuchecken und los ging’s. Doch als ich mich dem kleineren Raum links neben uns näherte, glaubte ich mehr und mehr, nicht richtig zu gucken: Denn vor mir standen, überall an den Wänden angeordnet, Krankenbetten (!) mit schwarzem Sitzbezug und einem Tisch in der Mitte. Ungläubig drehte ich mich zu „Mister Billig-Bier“, dem ebenfalls die Überraschung ins Gesicht geschrieben war. Aber gut, gemütlich sahen sie in jedem Fall aus. Also griff ich mir ein Herz und steuerte eines der Betten am Ende des Raumes an. Der Freund folgte mir auf dem Fuße, blickte aber immer noch ein bisschen bedröppelt drein :).

Nun kam auch die urig-freundlich Bardame dazu, um uns mit einem flotten Spruch die Getränkekarten zu reichen. Innerlich hoffte ich, jetzt bloß nicht irgendwelche Gesundheitssäfte oder Kräutertees darin vorzufinden. Und glücklicherweise tat ich das nicht – zumindest nicht direkt. Denn neben Ruccola-, Thymian- und Salbei-Likören erwartete mich eine riesige Auswahl an verschiedenen klassischen, ausgefallenen und sogar eigens-kreierten Cocktails, Schnäpsen und Whiskeys. Selbst an die Bio-Fraktion hatte man gedacht und einige Sorten Hochprozentiges aus biologischem, umweltschonendem Anbau heran geschafft – da soll nochmal einer was von Diskriminierung sagen :). Doch wie es immer so ist, gab es natürlich auch bei diesem Super-Sortiment einen winzigen Haken. Und der zeigte sich durch ein kleines protestierendes Etwas in meiner Handtasche. Richtig, Freund Portemonnaie bekundete seinen Unmut! Zugegeben, die Cocktailpreise lagen mit durchschnittlich 8,00 € bis 14,00 € spürbar über dem gewohnten Friedrichshainer Preisniveau, aber dafür bekam man hier eben auch keine 08/15-Drinks!

Zyankali Bar VorhangSelbst mein Freund (nun „Mister Gönnerhaft“) ließ sich zu so einem besonderen Elixier hinreißen und orderte einen „Menace to Sobriety“ (Absinth, Gin, Holunderblütensirup, Cranberrysaft, hausgemachter Basilikumextrakt, Tonic Water für 11,50 €). Ich hingegen blieb meiner Liebe zu frisch-gezapftem Malzsaft treu und entschied mich daher (sehr zur Freude von Freund Portemonnaie) für ein helles Zyankalibräu (3,90 €). Die urig-freundliche Bedienung hörte sich nickend unsere Getränkewünsche an, um dann mit der Mission „Durstbekämpfung“ wieder zu verschwinden. Das gab uns nochmal ein bisschen Zeit, den Laden etwas genauer zu inspizieren: Neben den besagten Krankenhausbetten fanden sich dort überall an den Wänden verschiedene Anatomie- bzw. Arzt-Bilder wieder. Und als wäre das nicht schon genug, sorgten Dinge wie schwarze Drehstühle oder ein blutverschmierter OP-Vorhang zusätzlich für Krankenhausfeeling der allerersten Klasse – die Leidenschaft für Heilpraktiken war jedenfalls deutlich spürbar :). Witzigerweise fühlte man sich deshalb trotzdem keine Minute lang unwohl – ganz im Gegenteil! Denn die schummrig-bunte Beleuchtung und die weiche Sitzfläche der Betten ließen den Krankenhausgedanken einfach hinter einem Augenzwinkern verschwinden und machten stattdessen Platz für Gemütlichkeit, Geselligkeit und Wohlfühlstimmung.

Zyankali Bar Berlin CocktailWährend wir nun immer noch staunend die Wände anstarrten, wurden wir plötzich von der urig-freundlichen Bardame unterbrochen: „So, lasst’s euch schmecken!“ Und weg war sie wieder – aber immerhin standen jetzt zwei hervorragend aussehende Drinks vor unseren Nasen. Freudig gierte jeder auf sein Glas, bevor es dann endlich aufgehoben und zum „Prost!“ gehalten wurde. Ein kurzes „Klirr“ später hatte ich auch schon das Glas angesetzt und wartete gespannt auf die Reaktion meines Gaumens. Prädikat: OK. Zwar konnte das Bier mit einer leicht-herben Note und viel Spritzigkeit punkten, allerdings kam es für meinen Geschmack fast schon ein bisschen zu malzig daher. „Mister Gönnerhaft“ schien hingegen mehr Glück zu haben, denn seine Augen drohten fast bei jedem Schluck herauszufallen. Mit einem „Kann ich mal kosten?“ wollte ich der Sache schließlich auf den Grund gehen und muss sagen: Ja! Die 11,50 € hatten sich wahrlich gelohnt! Super-fruchtig, nicht zu süß und mit einer leichten Anis-Note versehen – dieser Cocktail war nicht nur richtig lecker, sondern auch noch hochgradig erfrischend! Wirklich sehr zu empfehlen! So gönnten wir uns also noch zwei, drei weitere dieser heilenden Elixiere, bis wir schließlich gesund und munter aus dem „Zyankali“ entlassen wurden :).

Insgesamt hat mir der Abend in dieser etwas spezielleren Kreuzberger Bar ausgesprochen gut gefallen. Ein witziges einzigartiges Konzept, ausgefallene liebevoll-kreierte Drinks und eine urig-freundlich Bedienung machen den Laden wirklich zu etwas ganz Besonderem. Dafür lohnt es sich auch durchaus, ein paar Euronen mehr auf den Tisch zu legen. Ich werde das definitiv öfter mal tun – alleine schon der Gesundheit wegen ;).

 

Auf der roten Ledercouch zwischen Ted und Robin

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„Also Kinder, ich erzähle euch jetzt die Geschichte, wie ich … “ und schon ging sie los! Eine meiner erklärten Lieblingsserien während des Studiums. Nicht nur, weil sie vorlesungsfreundlich ab 16 Uhr über die Bildschirmfläche flimmerte, sondern auch, weil mich einige Charaktere einfach zu genau an meinen eigenen Freundeskreis erinnerten. Die Rede ist natürlich von „How I met your mother“. Darin erzählte Ted seinen Kindern (sehr, sehr) ausführlich, wie er ihre Mutter kennengelernt hat und vor allem, was er in dieser Zeit alles erlebte. Und egal, was er alles erlebte, es begann oder endete meistens im „Mc Laren’s“, dem Stammpub von ihm und seinen vier Freunden. Genau das schien auch den Pub-Betreibern in der Boxhagener Straße aufgefallen zu sein, als sie 2011 ihr eigenes „Mc Laren’s“ eröffneten. Dass ich dort mal vorbei schauen musste, liegt natürlich auf der Hand ;).

Mc Larens Pub EingangLetzte Woche war es dann endlich so weit. Mein Liebster war zurück von seinen weihnachtlichen Familienbesuchen und hatte sogar noch Schwesterherz und Freund aus NRW mitgebracht: Also DIE Gelegenheit, um mal wieder richtig mit Berlins außergewöhnlicher Trinkkultur zu prahlen ;). Nach einer kleinen Stärkung im „San Diego Steakhaus“ zogen wir also in Richtung Boxhagener Straße, um die Reste des Fleischinfernos runterzuspülen. Und da sahen wir sie auch schon: Umspielt von einer großen Plane mit der Aufschrift „Puzzles“ (die HIMYM-Fans unter euch wissen, was das bedeutet 🙂 ) lud eine grüne Tür zum Ziehen und Durchgehen ein. Dem kam ich nur allzu gerne nach und schwang mich neugierig und vielleicht auch ein bisschen aufgeregt hindurch.

Drinnen angekommen fielen mir sofort die roten Sofa-Sitzecken mit dem Tisch in der Mitte auf! Jawoll, genauso hatte ich mir das vorgestellt! Jeden Moment hätten Ted und Barney kommen können, um ihren Platz zu beanspruchen und dann … oh Moment. Als ich mich gerade von den Sofas abwandte, kamen plötzlich doch noch einige Ungereimtheiten zum Vorschein. Der Pub zog sich nämlich ziemlich weit in die Länge und war deutlich schmaler geschnitten als das Original in der Serie. So wirkten die kleinen Holztische an der Wand, die sich direkt gegenüber der Sofaecken befanden, fast ein bisschen gequetscht. Nun gut – nobody’s perfect, für den Raumschnitt kann schließlich niemand was. Also düste ich schnellen Schrittes den schmalen Gang hinunter und sicherte uns prompt die größte Sofa-Tisch-Kombo im Laden :).

Mc Larens Pub Berlin SpeisekarteAls wir uns endlich aus den Jacken gepellt hatten (was durch die Kälte an diesem Tag seine Zeit dauerte), stand auch schon die freundliche Kellnerin mit den Speisekarten an unserem Tisch. Mit einem breiten Lächeln überreichte die jedem von uns ein Exemplar und wandte sich wieder den anderen Gästen zu. Nun war ich ja wirklich gespannt … was es wohl für Drinks geben würde? Und vor allem, zu welchem Preis? Ein wenig mulmig warf ich also einen Blick hinein. Doch zu meiner freudigen Überraschung lachten mir bereits auf der ersten Seite verschiedene frisch gezapfte Malzsäfte entgegen – ab gerade mal … „Achtung, jetzt kommt es!“ – 3,40 € pro halber Liter (Berliner Pilsener)! Wow, das hätte ich wirklich nicht gedacht – auf die gute alte Friedrichshainer Kneipenkultur ist eben immer Verlass ;). Zum Unglück von Freund Fassbier stand heute allerdings allgemeines Cocktailtrinken auf dem Programm, sodass ich mich schweren Herzens der Mehrheit fügte und den süßen Drinks zuwandte. Nach langem Hin und Her fiel meine Wahl schließlich auf den MacLaren’s Special (weißer Rum, brauner Rum, Kokossirup, Grenadine, Limettensaft,Bananensaft, Ananassaft, Orangensaft) für 5,50 €. Das war auch der freundlich-aufmerksamen Kellnerin nicht entgangen, die uns keine Minute aus den Augen gelassen hatte. Im Roadrunnerschritt kam sie wieder an den Tisch geeilt und notierte sich zügig die Bestellungen. Dann düste sie wieder davon.

Mc Larens Pub BerlinAls wir nun unseren Drinks entgegen fieberten, bemerkte mein Liebster (ebenfalls ein kleiner HIMYM-Fan) plötzlich einen gelben Stockschirm an der Decke! „Guck mal, das ist doch der Schirm von Ted’s Frau“, hauchte er mir ins Ohr. Und Recht hatte er! Da hang tatsächlich der Schirm von Ted’s Frau. Breit grinsend schaute ich vom Schirm wieder zurück zu meinem Freund, wo mir hinter seinem Rücken prompt das nächste Highlight ins Auge sprang: „Und da ist die Jeansjacke von Robin Sparkles!“ Erst jetzt, wo wir alle in Ruhe auf dem riesigen roten Sofa saßen, fielen uns nacheinander die vielen liebevollen Serien-Details an den Wänden des Pubs auf. So fanden sich neben dem Schirm und der Jacke u.a. auch Barney’s Anzug, die kaputte Jukebox und die Schwerter aus Ted & Marshall’s Appartement wieder. Die Begeisterung für den ProSieben-Vorabend-Klassiker konnte hier jedenfalls niemand bestreiten!

Immer noch die Wände anstarrend, lenkte plötzlich jemand anderes wieder die Aufmerksamkeit zur Mitte des Tisches: Die freundliche Kellnerin war nämlich zurückgekehrt und hatte unsere Drinks im Gepäck. Voller Vorfreude nahm ich meinen entgegen und rührte – zugegeben ein bisschen gierig – mit dem Strohhalm in ihm herum. Als ich nun schaute, ob alle ihre süßen Mix-Säfte vor sich hatten, blieben meine Augen prompt am Glas meines bedröppelt guckenden Freundes hängen: Da Cocktails Mc Larensbefand sich doch tatsächlich ein knallpinker großer Cocktail („Robin Scherbatsky“ für 7,00 €) in seinen zarten Händen! Ich konnte nicht mehr! Herzhaft fing ich an zu lachen (das hatte er nun von seiner ewigen Cocktailtrinkerei 😀 ), worauf er etwas beschämt nach unten schaute und verlegen grinste.

Nichstdestotrotz war es nun endlich Zeit für die große Kostprobe. Neugierig zog ich an meinem Strohhalm und war … „Achtung, jetzt kommt’s, es kommt gleich!“ begeistert! Eine wirklich leckere Kombination aus fruchtig-süß und limettig-sauer mit einem kleinen Hauch typisch herben Rumgeschmacks! Sehr zu empfehlen! Und auch die Anderen (allen voran mein pinke-Cocktails-schlürfender-Freund) waren höchst zufrieden mit ihren Kreationen. So brauchte es nur noch einen letzten Zutscher aus dem Cocktailglas, bis die freundlich-aufmerksame Kellnerin wieder bei uns am Tisch stand und wir die Rechnung ordern konnten.

Fazit des Abends: Eine sehr gemütliche Pub-Bar mit moderaten Preisen und einer unheimlich aufmerksamen Bedienung! Wer dazu noch auf die Serie HIMYM steht, wird diesen Laden wahrscheinlich zu seiner neuen Lieblings-Location küren. Zwar entspricht sie nicht ganz den Maßen, die man aus dem Fernsehen kennt, ist dafür aber mit umso mehr Liebe zum Detail ausgestattet. Ted, Robin & Co. hätten sich hier mit Sicherheit sehr wohl gefühlt ;).

Im Tavernen-Traumhaus von Barbie und Ken

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Und schon wieder ist das Jahr fast zu Ende – wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Da erinnert man sich doch gerne mal an seine Kindertage zurück: Unbeschwert im Zimmer sitzen, sich Luftschlösser ausmalen und mit viel Phantasie irgendwelche kuriosen Geschichten mit Puppen und Kuscheltieren nachspielen. Dazu muss ich sagen, dass ich, was Spielzeug betrifft, nicht unbedingt die typischen Mädchensachen toll fand. Statt Barbie und Ken anzukleiden, ließ ich lieber Papa’s Matchbox-Wagen über den mit Straßen und Ampeln gespickten Autoteppich rollen. Dazu ein fescher Kurzhaarschnitt – fertig war die Illusion vom perfekten Sohn :). Doch von einem konnte ich tatsächlich nicht meine Augen lassen: dem Barbie-Traumhaus im praktischen Kofferformat! Als das zum ersten Mal durch die Werbepause flimmerte, drängelte ich so lange, bis ich es tatsächlich zu Weihnachten bekam. Seitdem ist die Liebe zu Barbie’s Traumhaus ungebrochen. Daher kann man sich wahrscheinlich gut vorstellen, wie sehr ich in Ekstase geriet, als ich im weisen WWW von der „BarbieBar“ in Kreuzberg las! Es gab nur noch zwei Dinge zu tun: Geld einpacken, einen Freund überreden und schon ging’s los ins rosa-rote Vergnügen am Mehringdamm.

Barbie-Bar Berlin außenBereits von Weitem lächelte mir das farbenfrohe Schild entgegen, sodass man den Eingang ins puppige Hauptquartier kaum verfehlen konnte. Die Neugier war geweckt, die Vorfreude entflammt: Endlich sollte ich Gast in einer Bar sein, die das Barbie-Traumhaus genauso liebte wie ich es einst tat. Daher stürmte ich auch direkt als Erste durch die schwere Eingangstür, dicht gefolgt von meiner weit weniger enthusiastischen Begleitung :). Drinnen angekommen, fiel mir sofort der prinzessinenhafte Kronleuchter ins Auge, der mein Kitschlampenherz direkt höher schlagen ließ. Leider war das aber erstmal das einzige Highlight, was man mit Barbie’s Traumwelt verbinden konnte. Denn eine höher gelegene Sitzbank mit diversen Tresenschemeln oder eine Bar mit entsprechenden Hockern fällt nach meinem Verständnis eher in die Rubrik „Eckkneipe“.

Nichtsdestotrotz zogen wir (immer noch frohen Mutes) an der Sitzbank vorbei und kamen so in den hinteren Bereich des Ladens. Hier bot sich uns dann ein deutlich authentischeres Bild: kleine rustikale Tische, teilweise auch mit Sofas, umgeben von einer rosa-farbenen Wand. Süß! Süß und mädchenhaft! Also überlegten wir nicht lange und schwangen uns direkt an einen der gemütlichen Tische mit Blick zur Bar. Dabei fiel mir auf, dass sich die Liebe zur Schweinchenfarbe an den Wänden durchaus auch im vorderen Teil des Ladens zeigte – wahrscheinlich war mir das durch die Sitzbank mit den Barschemeln entgangen. Aber so wurde das kneipenhafte Ambiente doch wieder ein bisschen entschärft.

BarbieBar BerlinDer freundliche Barmann hatte offenbar meine leicht-kritischen Blicke registriert und eilte sofort an unseren Tisch – natürlich mit der Speisekarte im Schlepptau. Neugierig und gespannt klappte ich das gute Stück auf und blätterte in Richtung Getränke. Und was sahen meine Malzsaft-suchenden Äuglein da?! Gutes dunkles Köstritzer (0,5 l für 3,50 €)! Damit war die Wahl direkt getroffen! Auch dem aufmerksamen Kellner war meine Entscheidungsfreude nicht entgangen und er eilte abermals zu unserem Platz. Nachdem wir nun die zwei Bier geordert hatten, erspähte ich plötzlich das nächste Highlight im Laden: Vorne neben der Bar (wie konnte mir dieser Anblick beim Reinkommen nur entgangen sein?! – wahrscheinlich wieder die Schuld der Sitzbank 😀 ), präsentierte sich uns eine hoch aufgebaute Kuchen- und Tortenvitrine! Und zwar mit allem, was das Herz begehrte: Lecker sahnige oder fruchtige Stücke, die alle „Komm, iß mich!“ riefen! Puuuh, da kann das eiserne Figurbewusstsein schonmal ins Wanken geraten. Aber an diesem Abend hatte ich mich schon dem Malzsaft versprochen, also blieb ich stark. Eine schöne Idee war es dennoch :).

Bier in der BarbieBarUm nicht doch noch schwach zu werden, versuchte ich einfach, die Vitrine zu ignorieren und inspizierte stattdessen die anderen Teile der Bar. Gesagt, getan. Nach nur einer halben Kopfdrehung hatte ich dann auch schon mein persönliches Highlight des Abends ausgemacht: Ein langgezogenes Regal, auf dem verschiedene Barbie-Puppen sitzend, stehend oder liegend platziert waren. Irgendwie witzig, weil es absolut ins Konzept passte und Erinnerungen an mein Barbie-Traumhaus wach rief, aber irgendwie auch ein bisschen gruselig, von so vielen Puppenköpfen angestarrt zu werden :D. Doch Abhilfe folgte auf dem Fuß – der flotte Barmann schien nämlich schon wieder meine Blicke gelesen zu haben und brachte gegen den Gruselschreck direkt das kühle Dunkle zum Tisch! Tja, was soll ich sagen?! Das schmeckte natürlich so, wie man es von einem ordentlichen Schwarzbier gewohnt ist: fein-herb mit einer leicht malzigen Note! Vergessen waren die glotzenden Barbie-Puppen :).

Dazu gab es für meine Begleitung noch eine schöne Überraschung oben drauf: die Raucherlizenz! Kein vor-der-Tür-stehen-und-bibbern oder in-einem-extra-Raum-noch-den-Qualm-von-100-anderen-Leuten-einatmen – Nein! Hier konnte er sich ganz entspannt den einen oder anderen Glimmstängel gönnen, ohne auf Andere Rücksicht nehmen zu müssen. Und da ich noch nicht sooo lange komplette Nichtraucherin bin, schnüffelt meine Nase auch mal ganz gerne den frischen Qualm einer Pallmall ;).

Insgesamt war es also ein durchaus gelungener Abend in Barbie’s kleiner Traumhaus-Taverne. Vom Ambiente her fand ich es nicht überkitschig (da hätte ich es mir sogar fast noch etwas kitschiger gewünscht), dafür aber sehr gemütlich und preislich im Rahmen. Das nächste Mal stehen definitiv die Kuchen und Torten aus der Bar-Vitrine auf dem Plan – schließlich gehört das doch auch zu einer richtigen Barbie-Tavernen-Party dazu, oder 😉 ?!

Filmreif tänzelnd durch die Vergangenheit

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Die Entwicklung der Technik ist schon wirklich beeindruckend: Saß ich als Kind noch gebannt vor dem Fernseher, als meine Mutti die „Tiny Toons“ in den Videorecorder schob, braucht es heute nur noch eine Highspeed-Internetverbindung und einen Streamingdienst dafür. Schade eigentlich, denn die Filmrollen mit Bandsalatpotenzial haben schon für den einen oder anderen unterhaltsamen Abend gesorgt. Ich kann mich zum Beispiel noch sehr gut an die vielen Wutausbrüche meines Vaters erinnern, wenn unser (zugegeben nicht neuestes) Prachtstück der Technik seine heiß geliebten Foot- oder Fußballspiele nicht aufgezeichnet hatte. Mittlerweile sind meine Eltern zwar stolze Besitzer eines DVD-Players, auf die Videorecorder-Zusatzfunktion wurde aber trotzdem nicht verzichtet – offenbar wollte meine Mutti die wöchentlichen Entertainment-Einlagen meines Vaters nicht mehr missen :). Und damit sie auch in der Bildröhre etwas zu schauen hat, machte ich mich vergangene Samstagnacht mit meinem Liebsten und ein paar Freunden auf den Weg in die „Filmkunstbar Fitzcarraldo“.

Fimkunstbar Fitz CarraldoWie der Name vielleicht schon erahnen lässt, handelte es sich dabei um eine Kombination aus (Tanz-) Bar und Videothek – eine ziemlich ungewöhnliche Kombination, wie ich finde. Und genau diese Ungewöhnlichkeit fiel bereits beim ersten äußeren Erscheinungsbild ins Auge. Ein heller Kinderwagen über dem Eingang und bunte Lichterketten sind jedenfalls nicht unbedingt Elemente, die man sonst von der Berliner Nacht- (Club-) Szene gewohnt ist. Der Türsteher schien hingegen weniger beeindruckt und hielt uns etwas grimmig zum Warten an: „Is nämlich ziemlich voll da drin. Will erstmal gucken, wie viel ihr so seid.“ Nachdem er uns erstaunlich sicher durchgezählt und die Taschen inspiziert hatte, ging es ohne einen Eintrittstaler direkt hinein ins Filmkunstparadies.

Puuuuh, was soll ich sagen?! Mit „ziemlich voll“ hatte es Mister Grummel jedenfalls ordentlich untertrieben – zu gemischter Musik (und ich meine tatsächlich gemischt: Oldies, HipHop, Balkan – alles war dabei!) bewegten sich gefühlte 1000 Menschen auf einem Quadratmeter. Besonders bei meinem Liebsten, der kein besonders großer Freund von Massenansammlungen ist, sorgte dieser Anblick für kräftiges Backenpusten! Ehrgeizig ergriff ich seine Hand und zerrte ihn zielsicher in die hinterste Ecke des Ladens, wo einige Stühle und Sofas für Verschnaufpausierende aufgebaut waren. Der Rest der Gang schob sich ebenfalls den Weg zu uns frei, sodass wir die kleine Ecke offiziell besetzen konnten – Mission „Tanzplatz sichern“ war damit schonmal abgeschlossen ;).

Keine zwei Minuten später standen wir bereits vor dem nächsten Problem: Der Durst hatte sich breit gemacht und die rettende Trinkoase befand sich prompt am anderen Ende des Ladens. Wieder hieß es also Schieben und Drängeln, bis man – ertränkt im Schweiß der Anderen – am Tresen stand. Nun war ein kühles Bier aber wirklich mehr als verdient! Energisch begann ich, mit meinem Geldschein zu wedeln, um die Aufmerksamkeit des hektischen Barmanns zu erhaschen. Nach einigen Fehlversuchen sollte mir das auch endlich gelingen :). So tauschte ich freudig sieben Euro für zwei kleine (0,33 l) Bier ein (nicht gerade supergünstig, aber durchaus moderat) und wappnete mich für „den vom Schweiß getränkten Rückweg Teil 2“.

Durch einen letzten Ellenbogenstoßer vom Hintermann landete ich schließlich wieder in unserer Stammecke. Darauf erstmal einen kräftigen Schluck vom hart erkämpften Malzsaft und dann konnte es endlich ans Tanzen gehen. Selbst mein Freund hatte sich mittlerweile an die Menge gewöhnt und grölte frohen Mutes seine Text-Interpretationen der Lieder in die Runde. Das gab mir wiederum ein wenig Zeit, um meine Blicke ein bisschen über die Tanzfläche schweifen zu lassen. Was mir dabei sofort auffiel, war die unverkennbare Liebe zum Detail: Überall hingen kleine ungewöhnliche Dinge von der Decke oder den Wänden, wie zum Beispiel ein Damenschuh oder natürlich – passend zum Konzept – verschiedene Videos und DVDs. Die typischen Club-Elemente hatte man ebenfalls nicht vergessen: So sorgte die mittig hängende Discokugel in Kombination mit wilder Beleuchtung, bunten Girlanden und einer Schaumspritzkanone für entsprechend ausgelassene Party-Stimmung.

Und auch ich war nicht vor ihr gefeit und gesellte mich liedergrölenderweise (wenn auch deutlich weniger phantasievoll) zu meinem Liebsten. So hätte es eigentlich die ganze Nacht weiter gehen können, wäre da nicht die spaßverderbende Blasenfunktion. Doch was soll’s?! – Das Bier hatte scheinbar genug von meinem zappelnden Körper und läutete einen weiteren Teil der „Drängel-Schweiß-Mission“ ein. Immerhin musste ich sie diesmal nicht allein durchstehen, denn auch bei meinem Freund war das Druck-Limit erreicht. Und so fasste ich entschlossen seine Hand und zerrte ihn mit entschlossenem Blick über die schwitzig-schaumige Tanzfläche.

Als wir schon fast am Ziel waren, entdeckte ich plötzlich eine kleine Treppe, die rechts vom „Hauptpfad“ nach unten führte. Erwartungsvoll schaute ich meinen Liebsten an, der zwar sichtlich am Kämpfen war, mir meinen bettelnden Blick aber noch nie abschlagen konnte :). Und so siegte vorerst die abenteurliche Neugier und führte uns über die schmalen Stufen in die untere Etage des Ladens. Dort angekommen, musste ich wirklich zweimal hinschauen: Vor uns erstreckte sich nämlich ein regelrechtes Regal-Labyrinth, in dem sich eine riesige Auswahl an verschiedensten Videos und DVDs wiederfand. Gut, ich wusste zwar, dass es sich bei der Filmkunstbar um eine Videothek- (Tanz-) Bar-Kombi handelte, dennoch hätte ich nie mit so einem Ausmaß gerechnet! Einfach phantastisch!

Es folgte nun ein langes Staunen und ein kurzer Stöber-Exkurs, bevor das Bier abermals seinen dringlichen Austrittswunsch meldete. Um die Klamotten von anderen (nicht-schweißhaltigen) Körperflüssigkeiten zu verschonen, erfüllten wir ihm lieber seine kleine Bitte und begaben uns schnellen Schrittes auf die gegebenen Örtlichkeiten. Anschließend beendeten wir die letzte „Drängel-Schweiß-Mission“ des Abends, denn nach ein paar weiteren Runden des wilden Hüftenschwingens war es Zeit für den Abspann. Und so kehrten wir der wohl verrücktesten Berliner Tanzbar den Rücken – zumindest vorerst :).

Insgesamt muss ich sagen, dass mich die „Filmkunstbar Fitzcarraldo“ wirklich vollends begeistert hat! Nicht nur die authentische Umsetzung dieses ausgeklügelten Konzeptes, auch die Liebe zum Detail, die stimmungsvolle Atmosphäre und der gute Musikmix machen den Laden zu etwas ganz Besonderem! Einziger Wermutstropfen: viele Menschen auf wenig Raum! Wer aber ein echter Missionskämpfer ist, wird sich dadurch sicher nicht den Spaß vermiesen lassen ;).

Zu Besuch auf Berlins flüssigstem Klo

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Der Mensch und seine Bedürfnisse – so individuell wie wohl kaum etwas anderes auf der Welt. Während der eine von schnellem Geld und teuren Autos träumt, genügt dem anderen schon ein bisschen Zeit mit der Familie. Trotzdem gibt es gewisse Bedürfnisse, die naturgemäß bei Jedem gleich sind. Dazu gehören zum Beispiel die Anziehungskraft zu anderen Menschen, das Essen bzw. Trinken und schließlich auch das Loswerden von überflüssigen Nahrungsstoffen, sprich: der Gang zum Klo. Genau das hat eine Charlottenburger Kneipe aufgegriffen und das stille Örtchen einfach mal -mit allem, was dazu gehört- in den Gastraum verlagert. Dieses kuriose Konzept blieb den Argusaugen meines Liebsten natürlich nicht lange verborgen und so schleppte er mich -romantisch wie er eben ist- vergangenes Wochenende zum „Klo“ in die Leibnizstraße.

Das Klo BerlinAls wir unser Ziel nach einem kurzen Fußmarsch vom Olivaer Platz aus endlich erreichten, musste ich erstmal über den Slogan auf der Markise schmunzeln: „Das Beknackteste seit es Kneipen gibt“. Ich hätte es vielleicht ein bisschen blumiger ausgedrückt, aber muss zugeben, dass ich genau das Gleiche dachte, als mir mein Freund davon erzählte. Aber man soll ja nicht immer so vorurteilshaft sein – erstmal gucken, was drinnen geboten wird! Und ich kann euch jetzt schonmal sagen: Das war eine Menge!

Beim Betreten der dunklen Kneipe standen wir allerdings erstmal ein bisschen verloren im Raum. Erst, nachdem wir uns etwas tiefer hinein gewagt hatten, winkte uns einer der Kellner mit den Worten: „Guckt ruhig, ob hinten noch Platz ist!“ durch den schmalen Gang, vorbei an vielen besetzten Tischen und einem DJ Pult. Tatsächlich fanden wir hinten noch ein ruhiges Plätzchen und schwangen uns neugierig in die freie Sitzecke. Keine zwei Minuten später, stand auch schon der Kellner Gewehr bei Fuß und zählte direkt auf, was es zu trinken gab – Getränkekarte? Fehlanzeige! Ein bisschen überrumpelt bestellten wir also zwei große Bier (jeweils ein Dunkles und ein Helles), worauf der Kellner wieder zufrieden hinter’m Tresen verschwand. Das gab uns nun endlich ein bisschen Zeit, das wirklich kuriose Ambiente wirken zu lassen:

Klo Berlin ToilettenrolleWas mir als erstes ins Auge sprang, war die Toilettenrolle neben unserem Tisch. Als ich meinen Liebsten fragend anschaute, grinste der nur wissentlich: „Das ist für den Mund anstelle von Servietten.“Ah ja, das Konzept war definitiv ausgeklügelt :). Von der Toilettenrolle aus ließ ich meine Blicke weiter durch die gesamte Kneipe schweifen und entdeckte dabei die unterschiedlich großen weichen Häufchen, die von der Decke ragten. Wieder wusste meine Phantasie nicht so recht, was sie damit anfangen sollte. Verwirrt schaute ich erneut zu meinem Freund, der schon langsam mit den Augen rollte: „Das ist Kacke! Wir sind doch schließlich im Klo!“ Direkt und unverblümt verschaffte er mir so den zweiten AHA-Effekt.

Schnabeltassen Klo BerlinKurz darauf wartete auch schon die nächste Überraschung auf uns. Der freundlich-flotte Kellner war nämlich vom Tresen zurückgekehrt und hatte unsere Bestellung im Schlepptau. Als er aber dieses Ding, gefüllt mit köstlichem Dunklen (ja, an diesem Abend hatte ich „abstinenzfrei“ 🙂 ), vor meiner Nase platzierte, musste ich echt zweimal hingucken. War das tatsächlich eine Urinente, in der ich meinen Drink bekam?! Darauf musste ich erstmal einen tiefen Schluck nehmen. Als ich mich jedoch an den Anblick gewöhnt hatte, fand ich die Idee eigentlich ganz witzig – zumal ich ja nicht die Einzige war, die sich daraus ein Bierchen schmecken ließ ;).

Zu den Klängen der 50er/60er Musik und dem DJ, der immer mal ein paar witzig-ruppige Kommentare zu den vorwiegend touristischen Gästen abließ, gesellte sich langsam das Hungergefühl. Ein kurzes Kopfheben genügte und der Düsenkellner stand wieder am Tisch. Natürlich auch wieder ohne Karte, sodass ich dieses Mal ganz ungeniert nach den Preisen fragte. Das Ergebnis: eine Currywurst mit Minibrötchen für 4,30 €. Potzblitz, das hatte gesessen. Trotzdem siegte der Appetit über Freund Portemonnaie, der ebenfalls ziemlich blass geworden war.

Klo Berlin innenWährend ich mir nun gierig die besagte Wurst reinschaufelte, wurde es plötzlich dunkel um uns herum und es fing an, heftig zu blitzen. Im selben Augenblick kamen plötzlich einige der Decken-Häufchen nach unten gefahren und man hörte eine Klospülung im Hintergrund. Nur ein paar Sekunden später war der Spuk wieder vorbei und ich guckte irritiert rüber zu meinem Freund. Der antwortete völlig unbeeindruckt: „Das ist nur die Klospülung. Das machen die hier immer im halbe-Stunden-Takt!“ Also ich muss schon sagen, die Liebe zum Wasserklosett konnte spätestens ab diesem Moment niemand mehr bestreiten.

Nach einem weiteren kleinen Bier und einem Happy Hour Cocktail fragten wir schließlich nach der Rechnung. Natürlich war auch in diesem Fall Verlass auf unseren Flitzekellner, sodass wir nach nur wenigen Minuten das gute Stück vor der Nase hatten. Ich muss zugeben, dass es mich seit der Currywurst vor diesem Moment gegraut hatte. So zog ich das böse Blatt Papier ganz langsam und zaghaft auf meine Tischseite. Der Endstand: 50,50 €. Puuuh, für Friedrichshainer Verhältnisse echt ein ziemlicher Wucher! Alleine für die Urinenten (0,8 l) hatten wir um die 10,00 € bezahlt. Darauf schüttete ich mir gleich noch den letzten Schluck Bier in den Rachen und ließ Freund Portemonnaie ein paar Sekunden Zeit, um sich von seinem lieb gewonnen 50 € Schein-Gefährten zu verabschieden. Anschließend verabschiedeten auch wir uns aus der Charlottenburger Kloschüssel.

Mein Fazit des Abends: Das „Klo“ ist wahrlich eine der kuriosesten Kneipen, die ich in meinem Leben jemals besucht habe. Die authentische Aufmachung, der unterhaltsame DJ und die ständig wechselnden Highlights machten den Aufenthalt dort zu einem echten Erlebnis! Ein bisschen schade sind allerdings die wirklich pfeffrigen Preise, die regelmäßige Besuche für mich dort definitiv ausschließen. Zu besonderen Anlässen werde ich mich aber gerne wieder – mit viel Klopapier bewaffnet – in die urige Kloschüssel begeben :).