Open Air

Ein Samstag mit Birgit, den Mädels und ’nem Karussell

Gepostet am Aktualisiert am

Nach wochenlangem Planen war es vergangenen Samstag endlich mal wieder soweit: unser Mädelsabend stand kurz bevor! Und Zeit wurde es tatsächlich, denn der letzte lag bestimmt schon gut fünf/sechs Monate zurück. Tja, es ist halt gar nicht mehr so einfach, alle an einen Tisch zu kriegen. Versteht mich nicht falsch, ich nehme mich da nicht aus: die Wochenenden sind eben kostbar und meistens straff durchgeplant. Daher ist es umso wichtiger, dass man sich zumindest hin und wieder eins freischaufelt :). Immerhin blieb uns so auch genügend Zeit, um die richtige Location dafür auszumachen. Das Ergebnis: der Biergartenclub „Birgit & Bier“ am Schleusenufer. Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

Mit Jean’s Violine unter freiem Himmel

Gepostet am

Seitdem ich vor einiger Zeit mal mit meinem Freund in der Oper war („Zauberflöte“ im Schillertheater – wirklich tolles Stück!), ist er ein richtiger kleiner Fan geworden. Nicht nur wegen der klassischen Orchestermusik und dem zugegeben wirklich beeindruckenden Gesang, nein: Vor allem, weil er endlich nicht mehr allein unter den Schick-Angezogenen dieser Welt wandeln muss. Mir persönlich sind ja Sneaker und weiter Pulli deutlich lieber, aber tja – da ist eben jeder anders :). Nichtsdestotrotz war ich gestern nicht weniger begeistert, als „Mister Nobel-Jacket“ vom anstehenden Gratis-Klassik-Openair-Konzert der Staatsoper berichtete. Keine Frage, das mussten wir uns ansehen :). Den Rest des Beitrags lesen »

Auf die Hetze, fertig, los!

Gepostet am

Herrje, was für eine stressige Woche … Arbeit, Freunde treffen und zu allem Überfluss kommt auch gleich noch eine Freundin zu Besuch. Ihr seht, ich hatte alle Hände voll zu tun und bin deshalb einfach nicht dazu gekommen, den neuen Beitrag vorzubereiten – Asche auf mein Haupt! Um euch aber an diesem wunderbaren Maiwochenende nicht ganz im Regen stehen zu lassen, habe ich ein bisschen im Archiv gegraben und den Myfest-Artikel vom letzten Jahr gefunden. Da lohnt es sich definitiv, heute mal vorbeizuschauen – auch, wenn es wahrscheinlich ziemlich voll sein wird. Am besten geht ihr zu den kleineren Bühnen in den Seitenstraßen. Die sind in der Regel ein wenig entspannter und erlauben sogar den einen oder anderen Hüftschwung, ohne gleich fünf andere Maizelebrierer ins Schwingen zu versetzen :). Wo ihr dort genau was findet, könnt ihr im aktuellen Programmheft nachlesen.

Berlin Kreuzberg MyFest

So, dann muss ich auch schon los, um meine Freundin vom Bahnhof abzuholen :). Macht euch einen tollen Sonntag und berichtet mir, ob ihr hin geht und wie es euch gefällt/gefallen hat. Vielleicht trifft man sich ja an dem einen oder anderen Bierchenstand :D.

Edler Stoff für die Hauptstadt

Gepostet am

Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass jeder Mensch kreativ sein kann. Eigentlich ja auch gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, auf wie viele verschiedene Arten das sein kann. Ob nun Schreiben, Malen oder Fotografieren – ohne Phantasie und Vorstellungskraft wären diese Dinge doch gar nicht möglich. Als ich noch klein war, habe ich vor allem meine Oma für ihr kreatives Geschick bewundert: Sie war gelernte Schneiderin und konnte ohne Weiteres mal eben eine Latzhose oder ein süßes Röckchen aus dem Handgelenk schütteln. Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis sich meine Bewunderung in schieren Tatendrang umwandelte. Nur leider, leider bin ich bei Weitem nicht mit so viel Geduld gesegnet, wodurch die Welt der Modeschneiderei weiter vor mir verborgen bleiben sollte. Trotzdem kann man ja ab und zu wenigstens so tun, als ob ;). Und welcher Ort würde sich dafür wohl besser eignen als der samstagliche „Stoffmarkt am Maybachufer“ (immer von 11.00 Uhr – 17.00 Uhr)?!

Wie ihr euch sicherlich schon vorstellen könnt, ist die Marktidee nicht nur meiner Bewunderung für flotte Nähkünste entsprungen. Nein, mein neuerdings unter die Schneider gegangener Freund wollte eigentlich ein paar günstige Stoffmeter zum Rumprobieren erstehen. Und da es bei Karstadt nicht unbedingt vor Sonderangeboten wimmelt, entschieden wir uns spontan für den kleinen Ausflug ins Reich des feilschenden Gewandes. Das Gute dabei: Der Weg dorthin war noch nicht mal besonders lang (was an einem Samstag in Berlin durchaus eine entscheidende Rolle spielt 😉 ). Nach circa 15 Minuten vom U-Bahnhof Warschauer standen wir bereits an der Ecke Maybachufer/Kottbusser Damm, quasi dem Kopf des Geschehens.

Stoffmarkt MaybachuferHier musste ich erstmal kurz inne halten. Denn was meine Nase in diesem Moment alles einfing, war an Vielfalt und Köstlichkeit kaum zu übertreffen: Sowohl herzhafte als auch süße Düfte, vorwiegend orientalisch angehaucht, zogen durch die Luft und versetzten den offenbar niemals ruhenden Freund Magen ordentlich in Wallung. Immerhin ließ mich das wieder in Bewegung setzen – der Grummelbauch wollte schließlich besänftigt werden. Also schnappte ich mir meinen ebenfalls schnüffelnden Liebsten und wagte mit ihm gespannt die erste Stoffrunde.

Überraschenderweise war es auch weit weniger belaufen, als ich erwartet hätte. Zwar gab es kaum einen Stand, der vollkommen einsam sein Dasein fristen musste, aber zum gemütlichen Schauen, Wühlen und Stöbern blieb überall noch genügend Platz. Und vor allem genügend Gelegenheit: Denn neben Unmengen an verschiedensten Stoffen (zwischen 2,00 € und 6,00 € / Meter) hatten sich zu meiner großen Freude auch einige Schmuck- und Klamottenhändler dazwischen gemogelt. So konnte ich mich – nachdem die anfängliche Euphorie über kreative Nähkünste verflogen war – einfach unbeobachtet den schon fertigen Stücken widmen :).

Bei soviel Stöberei schien Freund Magen ganz vergessen zu haben, dass er noch ein paar Minuten zuvor für ordentlich Furore gesorgt hatte. Kaum standen wir nach einem scheinbar niemals enden wollenden Stoff-Marathon vor den sehnsüchtig erschnüffelten Fress-Buden, gab er keinen Mucks mehr von sich. Na fein, sollte mir auch recht sein. Denn der andere Freund in meiner Handtasche würde diese Entscheidung mit Sicherheit begrüßen – obwohl es bei den durchweg moderaten Preisen sicherlich keinen Streit gegeben hätte ;). So zogen wir also ohne Essen und ohne Stoff (Mister Superschneider befand sich nämlich noch in einer inspirativen Phase, die nicht vorschnell beendet werden sollte! 🙂 ) von dannen, um die gewonnenen Eindrücke für neue kreative Ideen zu nutzen.

Fazit des Ganzen: Wer tatsächlich Material für die Auslebung seiner (künstlerischen) Schneiderader sucht, ist hier definitiv an der richtigen Adresse! Denn der Markt punktet nicht nur mir seiner riesigen Auswahl, sondern auch mit günstigen bis moderaten Preisen! Für mich war es allerdings eher ein netter Aufpepper des Samstagnachmittags – die Rolle des stillen Bewunderers steht mir eben einfach besser ;).

Dem Himmel eine Klunker-Spitze näher

Gepostet am

Das Fliegen hat die Menschheit schon seit jeher fasziniert. Doch seit dem Start der ersten Serienflieger hat sich am Ausflugsziel „hohe Lüfte“ einiges geändert. Für viele ist es nicht mehr nur ein Weg, um schnell von A nach B zu kommen, sondern auch, um sich den besonderen Nervenkitzel zu holen. So kenne ich selbst eine Menge Leute, für die zum Beispiel ein Fallschirmsprung die ideale Ergänzung zu einer stressigen Arbeitswoche ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass sowas für mich überhaupt nicht in Frage kommen würde. Alleine schon die Vorstellung, ohne Bodenkontakt in der Luft herum zu schweben, löst bei mir statt einem Hallejuja-Gefühl eher die pure Todesangst aus. Nicht aber so mein Liebster, der solche Flug-Szenarien immer mit einem begeisterten „Hrr hrr“ und einem Ellenbogenstupser in meine Hüfte kommentiert. Um mich nun auch ein bisschen vom Erlebnis „luftige Höhe“ zu überzeugen, schleppte er mich vergangenen Samstag in eine Bar der besonderen Art: den „Klunkerkranich“ auf dem Dach der „Neukölln Arcaden“.

Ein bisschen befremdlich war die Situation schon, als wir auf dem Weg zu einem entspannten Freitagsdrink durch ein überfülltes Einkaufscenter düsten. Trinken und Shopping haben ja irgendwie genauso viel gemeinsam wie Bier und Pfefferminztee. Aber naja, der Konzepte gibt es viele und vielleicht erwartete uns ja eine echte Überraschung. (Ich kann hier schonmal vorweg nehmen: Ja, das tat es!) Doch zunächst galt es herauszufinden, wo denn der Fahrstuhl ins trinkerische Glück abfuhr. Der „Klunkerkranich“ befindet sich nämlich nicht direkt im Center selbst, sondern ist nur über einen kleinen Fußmarsch auf dem höchsten Parkdeck zu erreichen. Nach circa 15 Minuten dümmlichen Rumirrens erreichte ich mit meinem Auskenn-Ass schließlich die schweren Eisentüren des Lifts. Ein Klick auf den Knopf, zehn Minuten Warterei und eine stockende Fahrt später, standen wir auch schon auf dem betonierten Boden der Parkebene fünf. Glücklicherweise wies uns dort direkt ein hölzernes Schild den richtigen Weg, sodass uns eine weitere Portion Orientierungslosigkeit erspart blieb. Sehr gut!

Aussicht KlunkergartenWährend wir uns dem Ziel näherten und ich ein frisches Bier schon förmlich auf der Zunge schmecken konnte, fiel unser Blick durch die offenen Stellen des Parkhauses: Was für eine Aussicht! Ich merkte richtig, wie sich die eben noch auf der Zunge gelegene Aufmerksamkeit in meinen Augenhöhlen einnistete und mir ein raunendes „Wow“ entlockte. Vor uns erstreckte sich nämlich die Skyline Berlins – allerdings nicht in so spielzeughafter Höhe, wie man es vielleicht vom Fernsehturm aus kennt, sondern irgendwie ebenbürtiger. Man befand sich zwar auf einer höheren Ebene, war aber dennoch nicht zu weit entfernt. Als wir uns für’s Erste satt gesehen hatten, setzten wir die Mission „Finde den Weg zum Klunkerkranich“ umso gespannter fort.

Nach einem weiteren kleinen Fußmarsch von etwa zwei Minuten über eine kurvige Schräge nach oben hatten wir es endlich geschafft. Gut gelaunt und frohen Mutes wollte ich nun das Ziel erkunden, wurde aber von einer schweren Hand auf meiner Schulter gestoppt: „Heute ist Eintritt. 3,00 €.“ Eine Bar mit Eintrittspreisen?! Wirklich? Ich schaute verwirrt zu dem mürrisch drein guckenden Türsteher und drehte mich dann weiter zu meinem Freund. Der zuckte nur mit den Schultern und verzog sein Gesicht à la: „Ich komm zwar mit, finde es aber blöd.“ Recht hatte er! Es war blöd. Deshalb verneinte ich höflich und wir räumten das Feld.

Klunkergarten BerlinAls wir nun enttäuscht den Weg zurück antraten, bemerkten wir plötzlich den kleinen alternativ-angehauchten Garten nebenan: Eine hölzerne Bar, einige hölzerne Sitzbänke und eine ebenso atemberaubende Aussicht. Warum zur Hölle soll ich da noch extra Eintrittsgeld bezahlen?! So ließen wir uns dort nieder und genossen für ein paar Minuten den Panoramablick in grün-urbaner Atmosphäre. Kurz darauf meldete sich mein Feierabenddurst zurück. Mit einem leisen Stöhner raffte ich mich wieder auf, um ihn durch einen kleinen Besuch an der Bar endlich zufrieden zu stellen. Klunkergarten BerlinJe näher ich allerdings der Preistafel kam, umso mehr stellte ich mein edles Vorhaben in Frage: Softdrinks für 4,50 € und Cocktails ab 7,00 €! Puuuh, das würde Freund Portemonnaie aber ganz schön ins Schwitzen bringen. Zu seinem Glück war die Bar jedoch unbesetzt, sodass ich -selbst, wenn ich etwas kaufen hätte wollen- an der ausbaufähigen Personalbesetzung gescheitert wäre. Also kehrte ich (zugegeben etwas unzufrieden) zurück zu meinem Liebsten und wir räumten erneut das Feld – diesmal in dem Bewusstsein, hier nicht nochmal so schnell aufzuschlagen.

Fazit des Abends: Meine Abneigung gegen luftige Höhen hat sich wieder einmal bestätigt – auch, wenn es diesmal nicht an der luftigen Höhe selbst lag. Die Location sorgte mit ihrer grün-urbanen Aufmachung und dem herrlichen Ausblick zwar für einen gewissen Wohlfühlfaktor, die harsche Türpolitik und die für mein Empfinden völlig überzogenen Preise konnte sie damit allerdings nicht aufwiegen. Auf mich wirkte der „Klunkerkranich“ wie eine dieser typischen Hipster-/Touri-Bars, wo ich nicht unbedingt ein zweites Mal hingehen muss. Alleine aber wegen der Aussicht empfehle ich zumindest einen Besuch im „Klunkergarten“ – Getränke kann man sich dorthin nämlich auch selbst mitbringen ;).

Allein unter tanzenden Riesendrachen

Gepostet am Aktualisiert am

Langsam aber sicher müssen wir uns damit abfinden: Der Sommer ist gelaufen. Nichts mehr mit langen Abenden im Park, Grillgeruch in den Kiezen und luftig-leichten Sommerkleidern. Vorbei, vorbei – zumindest bis zum nächsten Jahr. Während viele deshalb stöhnen, muss ich zugeben, dass ich sowieso eher ein Fan der kühleren Jahreszeiten bin. Vor allem den Herbst liebe ich. Bunte Blätter, ein frischer Wind und natürlich meine Übergangsjacke sind halt irgendwie schöner als Schweißgeruch und scharlachrote Haut :). Außerdem hält der Herbst jedes Jahr ein ganz besonderes Berliner Event bereit: das kostenlose „Festival der Riesendrachen“! Den Spaß wollte ich mir natürlich auch dieses Mal nicht entgehen lassen und so ging es vergangenes Wochenende -dick eingemummelt und mit Freund im Schlepptau- zum Tempelhofer Feld.

Dort angekommen, musste ich erstmal feststellen, dass meine „Einmummelei“ nicht besonders viel gebracht hatte. Stattdessen hätte ich mich lieber auf den starken Wind vorbereiten sollen, der gefühlt von allen Seiten auf mich „einblies“. Während ich also versuchte, Haare und Kapuze irgendwie zu bändigen, schaute mir mein liebreizender Freund nur amüsiert und dümmlich grinsend dabei zu. Klar, er hatte ja mit seiner Lederjacke und den vergleichsweise kurzen Haaren auch bedeutend weniger Probleme.

wpid-20140913_191704.jpgImmerhin versprach der Blick zum Horizont schonmal eine kleine Entschädigung für den windigen Auftakt. Dort konnte man nämlich bereits die verschiedensten Riesendrachen, zum Beispiel in Form einer Krake oder Eule, sehen. Aufgeregt und euphorisch trieb ich meinen Liebsten zu etwas mehr Tempo an – diese beeindruckenden im-Wind-Schweber wollte ich mir unbedingt aus der Nähe angucken. Nach circa 20 Minuten war es dann endlich soweit: Wir hatten das Festival-Gelände erreicht!

Freudestrahlend stürmte ich zum abgesperrten Bereich und streckte erwartungvoll meinen Kopf nach oben. Dort tanzten nun die riesigen Luftakrobaten zu teils stimmungsvoller, teils rockiger Musik rhythmisch am Himmel. Sehr beeindruckend. Nachdem ich mich für’s Erste satt gesehen hatte, erkundete ich mit meinem Freund (der den Kampf mit Haaren und Kapuze deutlich spektakulärer fand) die umliegenden Buden. Wie bei Festivals so üblich, bestanden die natürlich größtenteils aus Snacks und Getränken, alle preislich so zwischen 3,00 € und 5,00 €. Ergänzt wurde das Ganze noch durch eine Bühne, auf der ein Moderator mit einigen Gags und Musik versuchte, die Stimmung anzuheizen. Leider wurde aber auch ihm die eine oder andere Böhe zum Verhängnis, sodass seine Lacher noch vor den Ohren des Publikums wortwörtlich davon geweht wurden.

Ein kleines Highlight offenbarte sich uns dann aber doch noch am Ende der Budenreihe. Dort durften sich nämlich die jüngsten Besucher ihre ganz eigenen „Riesen“-Drachen basteln und auch direkt auf ihre Flugfähigkeit prüfen. Dem Gewusel nach zu urteilen, kam die Idee wirklich super an und ich kann mich erinnern, nicht nur Juniore in der Drachenbastelecke gesehen zu haben :).

wpid-20140913_194522.jpgAls es schon ein bisschen dämmerte, folgte schließlich mein persönliches Highlight des Abends: das Feuerwerk! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein großer Feuerwerk-Fan ich bin! Und vor allem, wie sich ein wahrer Feuerwerk-Fan freut, wenn er dann auch endlich mal eins zu sehen bekommt. Mit ein bisschen weniger als 10 Minuten war diese Freude zwar recht kurz, aber dennoch ausreichend, um mich zufrieden auf den nach-Hause-Weg einzustimmen. Natürlich mit meinem vom Warten genervten Feuerwerksmuffel an der Hand :).

Alles in allem war auch dieses Jahr wieder das Festival der Riesendrachen einen Besuch wert. Mit seinen beeindruckenden Luftakrobaten, Papierdrachen zum Selbermachen und einem kleinen Feuerwerk ist das für mich definitiv ein gelungener Auftakt in den Herbst! Einzig der Wind ist vielleicht an manchen Ecken ein bisschen zu wild gewesen – aber das gehört ja schließlich auch irgendwie mit dazu ;).

Im Paradies der stöbernden Prinzessinen

Gepostet am Aktualisiert am

Und wieder einmal war mein Blick in den Kleiderschrank mit tränenreicher Verzweiflung erfüllt. Obwohl ich eigentlich nicht der Typ bin, der über Jahre stetig die gleichen Klamotten hortet, habe ich oft das Gefühl, dass ich immer dasselbe trage. Klar, man hat eben seine Lieblingsteile. Aber trotzdem sollten doch genug davon im Schrank sein, um zumindest eine Woche mit ein bisschen Abwechslung am Körper vor die Tür treten zu können. Für mich gibt es da nur ein Gegenmittel: einkaufen! Weil das aber auf Dauer wegen der (zu) häufigen Ich-hab-nichts-mehr-zum-Anziehen-Anfälle Freund Portemonnaie verärgert, habe ich vergangenen Sonntag mal eine Alternative zu Shopping-Malls & Co. besucht: den guten alten Flohmarkt.

Auf die Idee gebracht hatte mich eine Facebook-Werbeanzeige des „Kreuzboerg Flowmarktes“, die scheinbar meine verzweifelte Lage gerochen hatte (an dieser Stelle ein Kompliment an das zuständige Social Media Marketing Team!). Auf den Bildern machte der Markt erstmal einen ganz netten Eindruck, sodass ich mich spontan in die U8 schwang, um mir das Spektakel mal genauer anzuschauen. Am U-Bahnhof Moritzplatz angekommen, dauerte es keine zwei Minuten, bis ich vor dem Ort des Geschehens stand: den „Prinzessinengärten“ in Kreuzberg.

Eingang Kreuzboerg Flowmarkt Der Eingang selbst erinnerte mich sofort an diese typischen neuen Berliner „In-Clubs“, deren Dekoration vor allem aus Holz und Pflanzen besteht – naja, Kreuzberger Szene-Kiez halt. Dafür stand man nach nur wenigen Schritten bereits inmitten des Markttreibens. Was mir dabei sofort auffiel, war die fehlende Rundgang-Struktur. Nun werden an dieser Stelle wieder einige sagen, dass man eben nicht immer so deutsch-akkurat sein soll. Unglücklicherweise zähle ich aber einfach zu den Menschen, die es mögen, wenn eine gewisse Struktur vorhanden ist und man sich einen Plan machen kann. So stand ich jedoch etwas verloren vor drei/vier verschiedenen Gängen und wusste nicht, wo ich anfangen soll. Schließlich übernahm meine wilde Seite die Führung und trieb mich spontan und ohne Plan in den ersten Gang :).

Meine Blicke schweiften neugierig über die verschiedenen Tische und ich stellte schnell fest, dass sich das Angebot größtenteils auf Selbstgemachtes/-designtes oder diverse Nutzpflanzen (Ja richtig! Nutzpflanzen!) beschränkte. Das einzige, was ich wirklich vermisste, war dieser typische Flohmarkt-Trödel. Dinge wie gebrauchte Haushaltswaren, Kassetten oder eben Kleidung suchte man auf diesem Markt schlichtweg vergeblich. Vielleicht sollte so das Preisniveau ein bisschen höher gehalten werden, da ausrangierte Trödelsachen in der Regel günstiger zu haben sind als die angebotenen Designerstücke? Vielleicht passt aber auch ein Designermarkt mittlerweile besser ins Kreuzberger Stadtbild als der typische Trödelhändler. Schade eigentlich, denn genau deswegen war ich ja ursprünglich hier. So widmete ich mich mit einer ordentlichen Portion Enttäuschung im Gesicht den restlichen Gängen.

Kreuzboerg FlowmarktDie schöne Umgebung des Marktes mit der üppigen Bepflanzung und dem naturellen Erscheinungsbild ließ die Enttäuschung jedoch wieder etwas verblassen. Besser noch, sie sorgte sogar noch einmal richtig für aufkomme Schlenderlaune. Man hatte einfach die unerklärliche Lust, sich auch den vierten und fünften Gang anzusehen – obwohl man bereits wusste, dass Freund Portemonnaie heute verschont bleibt. Diese Wohlfühlatmosphäre explodierte regelrecht, als ich im hinteren Teil der Gärten mein persönliches Highlight entdeckte: ein unter Bäumen, großflächiges Sitzareal, in dem man an verschiedenen Ständen eine Kleinigkeit für den (Frust-) Appetit oder Durst bekam. Hätte ich das eher gewusst, wäre ich wahrscheinlich direkt dorthin marschiert und hätte mir die wenigen Gänge des kleinen Flowmarktes erspart.

Insgesamt muss ich sagen, dass der Kreuzboerg Flowmarkt nach meinem Empfinden kaum etwas mit einem richtigen Trödelmarkt zu tun hat. Wer aber auf der Suche nach individuellen Designerstücken ist und dafür bereit ist, ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, wird hier bestimmt fündig. Mich trefft ihr dann wahrscheinlich eher in dem gemütlichen Sitzareal bei Steak und Bier an :).