Parks und Grünflächen

Von Hitze, Menschenmassen und einer pfauenarmen Insel

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Letztes Wochenende wollten mein Liebster und ich endlich unsere lang geplante Tour zu den „Pfaueninseln“ nachholen. Und Zeit wurde es, wenn man bedenkt, wie oft sie schon auf dem Plan stand. Doch irgendwie kam bisher immer was dazwischen: Entweder blieben wir am Zwischenziel Wannsee hängen, verfuhren uns oder – wie erst vor ein paar Monaten – wurden vom heiß geliebten, aber leider sehr stimmungslabilen Roller im Stich gelassen. Deshalb gingen wir diesmal auf Nummer Sicher und entschieden uns von vornherein für die Öffis – ok zugegeben, gerade bei der S-Bahn ist „Sicherheit“ eigentlich auch eher ein dehnbarer Begriff 😀 . Trotzdem versuchten wir unser Glück und schwangen uns bei strahlendem Sonnenschein in die S1.

Am Bahnhof Wannsee angekommen, erwartete uns erstmal dichtes Gewusel. Kein Wunder, wenn man das bombastische Wetter an diesem Tag bedenkt. Aber immerhin schienen alle in die gleiche Richtung zu wollen, sodass wir relativ gut vorankamen. Und nach einem kurzen Marsch durch den Stationstunnel, war dann auch die Bushaltestelle nicht mehr weit. „Welchen müssen wir gleich nehmen?“ fragte ich meinen Tourorganisator, der bereits fleißig die Schilder studierte. – „Das muss der 218er sein. Der fährt direkt bis dahin!“ Aha, kein Umsteigen – der erste Pluspunkt! Wenn der Bus nun nicht ganz so lange auf sich Warten lassen würde, standen die Chancen auf ein steigendes Stimmungsbarometer richtig gut. Tja. nur leider kann man eben nicht alles haben. Ganze 15 Minuten später trudelte der mürrische Busfahrer in seinem Doppeldecker ein – willkommen in Randberlin!

Dafür punktete die wirklich schöne Strecke, am Wannsee vorbei und durch ein kleines Waldstück, umso mehr. Ja, es ist eben doch etwas anderes, als wenn man im hupenden, stinkenden (sorry für den Ausdruck, aber im Vergleich zur klaren Luft hier draußen, ist es einfach die Wahrheit) Stadtverkehr unterwegs ist. Entsprechend traurig war ich auch über das recht schnelle Ende der Fahrt. Allerdings konnte meine Nase jetzt schon den klaren Duft von frischem Wasser wahrnehmen: herrlich!

Schiffsanlegestelle Pfaueninsel
Ein Blick rüber zur Schiffsanlegestelle auf dem Festland

Als wir dem mürrischen Busfahrer den Rücken gekehrt hatten, folgten wir zunächst einfach den Massen. Denn Mister Superorganisator’s Informationen wiesen leider deutliche Lücken zwischen dem Weg von der Busstation bis hin zur Pfaueninsel auf. Dafür kletterte der Duft des Wassers bei jedem Schritt weiter die Nase hinauf, bis wir schließlich direkt vor der Schiffsanlegestelle standen. Der Überfahrer winkte schon hastig und die Massen setzten sich schneller in Bewegung. Ich hingegen studierte erstmal die großen Fährschilder, um Preise, Öffnungszeiten oder irgendetwas anderes in der Art zu finden. Aber Nichts, Nada! Schließlich drehte ich mich schulterzuckend zu Mister Superorganisator: „Woll’n wa einfach mal fragen?“ – „Ja, komm. Es wird schon nicht die Welt kosten!“ Glücklicherweise sollte er damit recht behalten. Denn nach einem kurzen Plausch mit dem Fährmann ließen wir zwar 8,00 € bei ihm, bekamen allerdings dafür einen Inselplan und wenig später auch den ersten Eindruck vom langersehnten Ziel.

Maschinenhaus auf der Pfaueninsel
Das niedliche und zu meinem großen Bedauern verschlossene Maschinenhaus

Und der war gar nicht so schlecht – abgesehen von den vielen Menschen um uns herum. Doch vielleicht würde sich das Ganze ja durch die unterschiedlichen Rundgänge ein wenig verlaufen. Wir hielten uns zunächst einmal rechts, um das Pfauengehege anzusteuern. Vorbei an einem prächtig blühenden, aber leider geschlossenen, Rosengarten, unterbrachen wir nach circa 15 Minuten den Weg für eine erste kurze Pause am Maschinenhaus. Mit seinen grünen Fensterläden und der gelben Fassade sah es richtig einladend aus, sodass ich es kaum erwarten konnte, einen Blick hinein zu werfen. Tja, Fehlanzeige – abgeschlossen! Trotz Spähen und Ruckeln war nichts zu machen!  Entsprechend enttäuscht setzten wir unsere Tour fort.

Vogelkäfig auf der Pfaueninsel
Die erste bittere Enttäuschung: das „Pfauengehege“ der Insel

Wieder von Großfamilien umringt, näherten wir uns langsam aber sicher dem Pfauengehege. Kurz davor fiel mein Blick noch auf ein paar Kinder, die sich ebenfalls an der Tür eines Häuschens (laut Karte das „Winterhaus“) zu schaffen machten. Auch hier erfolglos! Komisch – warum man wohl alle Häuschen auf der Insel abgeriegelt hatte?! Naja, wird wohl nicht ohne Grund gewesen sein. Und in Anbetracht des bald erreichten Ziels schien es mir, ehrlich gesagt, egal. Doch halt, was war das? Ein Vogelkäfig?! Das konnte ja nicht wahr sein. Ich starrte auf das vor uns liegende „Pfauengehege“ und konnte es nichts fassen! Bitter enttäuscht zog ich meinen Liebsten am Ärmel, um ein Weitergehen anzudeuten. „Hinten am Schloss laufen die Pfauen bestimmt frei herum, Schatz! Wir sehen schon noch welche!“ – versuchte er mühevoll, mich aufzumuntern. Vorerst vergebens.

Immerhin war die Insel in einem top-gepflegten Zustand: Breite Wege, sattgrüne Wiesen mit teilweise kuriosen Bäumen und nahezu alle zehn Minuten eine Sitzbank. Da dauerte es nichts lange, bis sich die Enttäuschung etwas verflüchtigt und wir einen neuen Plan gefasst hatten: Zum Schloss sollte es gehen, um endlich ein paar freilaufende Pfauen zu bestaunen! Doch bevor wir uns dorthin auf den Weg machen konnten, erhaschte plötzlich der Wegweiser „Liegewiese mit Grillangebot“ meine Aufmerksamkeit. – „Na los, schauen wir uns das zuerst an!“ schlug Mister Superorganisator vor. Die Augen leuchteten, der Mund grinste breit: mein Stimmungsbarometer war wieder im oberen Bereich angelangt :).

freilaufender Pfau auf der Pfaueninsel
Endlich: Der erste freilaufende Pfau auf der Insel 🙂

Keine 15 Minuten später, sah ich bereits die große Liegewiese durch die Bäume schimmern. Doch hoppla, was für ein blaues Etwas verschwand denn da geradewegs zwischen den Bäumen? Neugierig näherte ich mich dem Wegesrand und starrte in das Unterholz. Da juchzte ein Kind vor mir abrupt los, weil tatsächlich ein Pfau (!!) aus dem Gebüsch kroch und nun völlig gleichgültig den Pfad hinunter trabte. Verzückt schaute ich meinen Liebsten an, der mit seinem „Ich hab’s dir doch gesagt!“-Lächeln darauf antwortete. Mission „Pfau auf der Pfaueninsel sehen“ war also offiziell geschafft.

Liegewiese mit Grillstation auf der Pfaueninsel
Siesta? Nicht für uns! Obwohl der Anblick schon einladend wirkte …

Nachdem ich die große Welle der Euphorie wieder ein bisschen hinter mir gelassen hatte, stiefelten wir endlich zur Liegewiese vor. Der Grillduft umhüllte mittlerweile die gesamte Fläche, sodass ich mich neugierig in Richtung des Dampfes bewegte. Und da sah ich sie auch schon vor mir: die Preistafeln der Imbissstationen. Zugegeben, ein bisschen teurer als auf dem Festland war es, aber trotzdem lag alles noch im Bereich des Vertretbaren: Bratwust, Boulette oder Grillkäse für je 3,50 €, ein großes Bier oder Radler (0,5 l) ebenfalls. Da die Zeit allerdings langsam etwas drängte und ich zumindest einen kurzen Blick auf das Schloss erhaschen wollte, ließen wir die wohl duftende Liegewiese ohne einen Snack hinter uns.

Schloss auf der Pfaueninsel
Ohne Pfauen, aber dafür mit zwei großen Türmen: das Schloss der Insel

Puuuh und bei dem strammen Marsch, den wir nun an den Tag legten, wünschte ich mir, wir hätten es nicht getan. Die Füße brannten, der Magen grummelte und die Unzufriedenheit kletterte langsam, aber bestimmend wieder in mir hoch. Dagegen konnten selbst die kleinen Brunnen, süßen Häuschen oder der vorbeifliegende Mäusebussard kaum etwas ausrichten. Und dann, nach ungefähr einer halben Stunde, standen wir plötzlich davor: Die zwei großen Backsteintürme gaben einem direkt zu verstehen, dass man es bis zum Hauptsitz geschafft hatte. Rein konnten wir allerdings trotzdem nicht: Statt des Toreingangs befand sich an der Stelle lediglich ein Wandgemälde, das – dem Andrang nach zu urteilen – wohl in jedem zweiten Familienalbum zu sehen sein dürfte. Was man hingegen wieder nicht sah, waren freilaufende Pfauen. Aber egal, diese Mission lag ja schließlich eh schon im Ordner „Abgeschlossen“ :).

Fazit des Ganzen: ein schönes Ausflugsziel für alle, die auf Einsamkeit und freilaufende Pfauen verzichten können ;). Die Insel punktete zwar durch ein gepflegtes Erscheinungsbild mit viel Natur und Ruheplätzen, bot aber gleichzeitig zu wenig Laufalternativen, um die Massen bei schönem Wetter besser zu verteilen. Insgesamt hat mich die „Pfaueninsel“ nicht gerade vom Hocker gerissen – das nächste Mal werde ich wohl lieber wieder am Zwischenziel Wannsee versacken ;).

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… wenn der Dschungel ruft

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Einmal den Regenwald mit seinen exotischen Tieren sehen … das stand auf meiner „Unbedingt-mal-machen“-Liste schon immer ganz weit oben. Doch hab ich es bisher verwirklichen können?! Nein, leider nicht. Außer ein paar Schafen und schmatzenden Alpenkühen (die, nebenbei erwähnt, ebenfalls ziemlich sehenswert sind 😉 ) war irgendwie noch nichts wirklich Exotisches dabei. Mit viel Phantasie könnte man vielleicht die eine oder andere Spinne dazu zählen, die sich in meine nächtlichen Gemächer geschlichen hat. Allerdings trieben sie die schrill-schreiende Begrüßung, begleitet vom aufgeregten Surren des Staubsaugers, recht schnell wieder in die Flucht :D. Also wieder keine exotischen Tiere … tja, an dieser Stelle kommt nun mein Liebster ins Spiel. Denn angetrieben vom Wunsch, sein neues Objektiv endlich mal auszuprobieren, schlug er doch letztes Wochenende tatsächlich einen Besuch im Tierpark vor. Na, wer kann dazu schon „nein“ sagen 😉 ?!

Eingang Tierpark BerlinEntsprechend hibbelig war ich natürlich bereits auf dem Hinweg. Gut, zugegeben, als Kind bin ich schon öfter dort gewesen, aber sind wir mal ehrlich: Wann schafft man das noch als Erwachsener?! Von daher überraschte es mich auch, dass sich seit meinem letzten Besuch, zumindest rein äußerlich, nicht viel verändert zu haben schien. Sehr schön. Immerhin konnte ich so nämlich direkt auf die Ticket-Häuschen zusteuern, ohne vorher dusslig in der Gegend rumzuirren. Mein Liebster, den die umliegenden riesigen Plattenbauten offenbar um Einiges mehr faszinierten, starrend hinterher. Dann die nächste Überraschung: keine Schlage beim Kartenschalter (normal: 13,00 €, ermäßigt: 9,00 €) – trotz Sonnenschein und Samstagnachmittag. Ja, langsam wurde es wirklich unheimlich … :).

Tierpark Berlin RindTrotzdem verbuchten wir das Ganze erstmal unter „glückliche Fügung“ und spazierten gespannt durch das schwere Eisentor. Drinnen angekommen, wurde gleich Freund Orientierung zu Rate gezogen. Wie gut, dass die freundliche Ticketverkäuferin auch noch einen Lageplan mit drauf gepackt hatte. So war der Standort in Null-Komma-Nix gefunden und die Route festgelegt. Na? Könnt ihr euch vielleicht schon denken, wohin ich wollte? Natürlich! Die Exoten des Parks sollten als Erstes in den Genuss meiner überschwänglichen Entzückung kommen. Allerdings trieb uns ein kleiner Aufmerksamkeitsfehler meinerseits prompt in die falsche Richtung … und statt wilden Krokodilen und fidelen Äffchen, dümpelten wir nun an Hasen, Rindern und Eseln vorbei. Da hätte es ein Ticket in die Brandenburger Heide auch getan :(.

Aber immerhin war der Park hier durch seine Weitläufigkeit und die vielen Grünflächen richtig entspannt. Selbst vor den Gehegen hielt sich der Andrang einigermaßen in Grenzen. Gut, nun gehören Pferde und Ponys vielleicht auch nicht gerade zu den Hauptattraktionen, aber trotzdem: Lieber einen schmatzenden Gaul aus nächster Nähe sehen, als sich mit Ellenbogen und Schuhsohlen der anderen Besucher bekannt machen zu müssen. An der ersten großen Gabelung hielten wir schließlich inne, um den aufgestellten Wegweiser zu studieren. Und da stand es: Raubtiere in diese Richtung! Hundeblickend schaute ich zu meinem Liebsten, der bereits sein neues Objektiv aus dem Rucksack kramte: „Ja, dann lass uns halt dort hingehen. Hauptsache, wir verlaufen uns nicht wieder.“ Nein, das würde nicht passieren! Mein weibliches Intuitionsradar lief mittlerweile nämlich auf Hochtouren und hatte das Ziel schon fest im Visier.

Tierpark Berlin TigerKeine zehn Minuten später hatte es uns sicher bis zum Raubtierhaus gebracht. Witzig! Auch hier sah alles noch genauso aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Oder, um es mit den phantastischen Worten meines aus dem Ruhrgebiet stammenden Freundes zu beschreiben, „ganz schön ostig.“ Ja, ich gebe zu, einen nostalgisch-wohligen Schauer konnte ich dabei nicht unterdrücken :). Nach einer kleinen Runde durch’s Haus steuerten wir schließlich direkt auf die Freigehege zu. Und da lag er plötzlich vor uns: mein gestreifter, flauschiger Ausflug in den Dschungel. Der Sumatra-Tiger :). Während das Fotografen-Mitkommsel wie wild auf den Auslöser drückte, bestaunte ich in aller Ruhe die entspannten Bewegungen der jungen Riesenkatze! Spätestes hier hatte sich der Ausflug schon gelohnt.

Was ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht wusste: Er sollte sogar noch besser werden! Denn einige Dinge hatten sich seit meinem letzten Besuch eben doch verändert. Ein kleines (und wie ich finde, wirklich tolles) neues Highlight überraschte uns zum Beispiel auf dem Weg zur Tropenhalle: der „Vari-Wald“. Nach zwei aufeinanderfolgenden, sehr schwere Türen gelangten wir dabei in das Lemuren-Gehege (eine kleine, zutrauliche Affenart), durch das ein schmaler Pfad, umgeben von vielen Kletterbäumen, führte. Was für ein Erlebnis! Zwar waren die kleinen Pelzknäule mehr mit ihrem Futter als mit allem Anderen beschäftigt, allerdings konnte man sie so zumindest aus nächster Nähe beim Schlemmen beobachten.

Tierpark Berlin FledermausWieder raus aus dem „Vari-Wald“ hieß es dann langsam, sich zu sputen! Schließlich zeigte die Uhr mittlerweile auf 17.00 Uhr und eine halbe Stunde später sollten die ersten Häuser bereits dicht machen. Also trieb ich meinen Fotoknipser … Verzeihung: -Künstler (!) zu etwa mehr Eile an, um zumindest noch in den Genuss des Tropenhauses zu kommen. Nach einigen Murrern und schnellen Düseschritten sollte mir das auch gelingen :). Zum Glück: Denn der kleine Rundgang auf zwei verschiedenen Ebenen hatte ordentlich was zu bieten. Während unten exotische Vögel bei tropischem Klima zwischen den dichten Blattpflanzen hin und her flogen, hang oben im wahrsten Sinne des Wortes eine Horde riesiger Fledermäuse ab! Zugegeben, ein bisschen gruselig fand ich das irgendwie schon … liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich eindeutig zu oft „Dracula“ gelesen habe :D. Mein Bedarf an Dschungel- und Tropenfeeling war nun zumindest ausreichend gedeckt :).

Insgesamt fand ich den Ausflug in die Berliner Dschungelvariante nach so vielen Jahren ausgesprochen schön! Vor allem die Parkanlage selbst – mit so viel Platz für Entspannung und Erholung – hat mich absolut begeistert. Und natürlich punktete auch die Artenvielfalt, wobei mir als alte Ozeanliebhaberin (ja,meine Interessen sind eben sehr vielschichtig 😀 ) das Aquarium am Zoo mit seinen Meeresbewohnern bedeutend besser gefällt. Nichtdestotrotz hoffe ich, diesmal etwas schneller wiederkommen zu können – schließlich will die Sehnsucht nach dem Dschungel regelmäßig gestillt werden ;).

Adresse: Tierpark Berlin, Am Tierpark 125, 10319 Berlin, Öffnungszeiten: 1. Januar – 27. Februar 9:00 – 16:30 Uhr, 28. Februar – 26. März 9.00 – 18:00 Uhr, 27. März – 24. September 9:00 – 18:30 Uhr, 25. September – 29. Oktober 9:00 – 18:00 Uhr, 30. Oktober – 31. Dezember 9:00 – 16:30 Uhr

Hinter den sieben (Reh-) Bergen

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Als Kind gab es für mich wohl kaum etwas Schöneres als den Besuch im Tierpark. Stunde für Stunde habe ich vor den Gehegen gestanden, gestaunt und natürlich – wie wohl jeder von uns 😀 – versucht, durch „Uuuuh Uuuuh“s oder „Määäh Määäh“s ein nettes Gespräch mit den Bewohnern anzufangen. Zugegeben, waren die meisten davon eher einseitiger Natur. Aber immerhin erhaschte ich so den einen oder anderen Blick, der nicht selten (angetrieben von der Motivation, es besser zu können) in einem neuen Kommunikationsversuch seines Besitzers endete. Ja, da sag‘ nochmal einer, wir Berliner wären nicht redselig :D. Und das sollte auch mein Liebster kürzlich am eigenen Laib erfahren: bei einem kleinen, arglosen Spaziergang im „Volkspark Rehberge“.

Freiluftkino Volkspark RehbergeAber dazu später mehr. Zunächst galt es nämlich erstmal, den Eingang ins grüne Weddinger Vergnügen zu finden. Ja, für jemanden, der nur selten aus dem eigenen Kiez herauskommt, kann das schon herausfordernd sein :). Dank Google Maps hielt sich die Verirrungsgefahr allerdings in Grenzen, sodass wir nach einem kurzen Marsch über die „Swakopmunder Straße“ bereits vor dem Freiluftkino des Parks standen: „Oh, hier war ich mal mit ’nem netten Mädel einen Film gucken – da kannten wir uns noch gar nicht.“ tönte es plötzlich von meiner Rechten. Die dabei in der Stimme schwimmende Wehmut veranlasste mich direkt zu einem zarten Ellenbogenstoß: „Na wie gut, dass diese traurigen Zeiten jetzt vorbei sind, nicht wahr?!“ Schelmig grinsend nickte mein Freund und folgte mir über den steinigen Weg hinein.

Fluss im Volkspark RehbergeVorbei an einem breiten Fluss, standen wir nach einigen Metern vor der ersten kleinen Abzweigung. Tja, wohin nun?! Die Entscheidungsfreude schien sich an diesem sonnigen Tag offenbar auch eine Auszeit genommen zu haben. Die Intuition einer Frau tut das hingegen nie ;). Also griff ich beherzt nach der Hand meines nostalgischen Kinogängers und zog ihn zielsicher auf den geradeaus führenden Weg. Dabei bemerkte ich, dass trotz des schönen Wetters verhältnismäßig wenig Leute durch den Park spazierten. Versteht mich nicht falsch, ich bin sowieso kein Freund von Massenansammlungen, von daher begrüßte ich die entspannte Leere – aber ein bisschen verwunderte es mich schon.

Tiergehege im Volkspark Rehberge„Guck mal, sind das da hinten nicht Tiergehege?“ riss mich plötzlich eine am Arm zuppelnde Stimme aus der Grübelei. Und mein eben noch erschrockener Blick verwandelte sich direkt in pure Verzückung! Denn ja! Vor uns waren tatsächlich ein paar riesige Tiergehege zu sehen. Vom Enthusiasmus gepackt, stürmte ich sofort die nach rechts führende Abzweigung hinunter, bis hin zu den großen Zäunen auf der Wiese. Mein Liebster, deutlich weniger enthusiastisch, hinterher. Kaum hatte ich das Ziel erreicht, scannten meine Augen auch schon den Bereich der Begierde nach seinen Bewohnern ab. Doch die waren leider alle in kaum erkennbarer Ferne – was mich natürlich nicht davon abhielt, mit ein paar lauten „Määäh Määäh!“s auf mich aufmerksam zu machen. Erfolgreich! – Allerdings bei der falschen Zielgruppe. Mein breit grinsendes Anhängsel war mittlerweile nämlich ebenfalls am Zaun eingetroffen und strahlte verzückt: „Naaa? Ein Gespräch unter Gleichgesinnten?“ Mürrisch ließ ich daraufhin von der drahtigen Trennwand ab und stiefelte – ein bisschen geknickt – an der Seite des „Stichel-Königs“ zurück auf den Hauptweg.

Hügel im Volkspark RehbergeDer strahlende Sonnenschein, die blühenden Bäume und das satte Wiesengrün ließen den Gram über die tierische Ignoranz allerdings schnell wieder verfliegen. Stattdessen bogen wir frohen Mutes auf den breiten Nebenweg ein, der zwischen zwei großen Liegewiesen entlang führte. An seinem Ende erspähte mein Liebster plötzlich einen kleinen Hügel, auf dem eine Sitzbank stand. Na wenn das mal kein guter Platz für ein Zwischenpäuschen ist. Denn: – Achtung Zitat! – „Man muss doch nicht die ganze Zeit in Bewegung bleiben!“ Und Recht hatte er. Nach einem kurzen, aber üppigen Anstieg konnten wir schließlich entspannt die schöne Aussicht über die vordere Parkseite genießen – bis ich eine Viertelstunde später wieder dem unermüdlichen Bewegungsdrang verfiel :). Tja, was soll ich sagen?! Geduld und Entspannung zählen eben nicht unbedingt zu meinen Tugenden. Also fügte sich „Mister Gemütlichkeit“ genervt in sein Schicksal und bummelte mit mir – für zwei Kugeln Eis als Entschädigung (im nahegelegenen „Eiscafe Kibo“: sehr lecker 🙂 ) – die letzte Runde durch den Park.

Fazit des Ganzen: Ein sehr schöner, überraschend entspannter Park im Herzen von Wedding. Zwar muss ich ehrlich zugeben, dass ich mir die Anlage ein bisschen größer vorgestellt hatte, allerdings wurde das durch die vielen „Entertainment“-Angebote wie Freiluftkino oder Tiergehege wieder aufgewogen. Wenn es noch ein bisschen wärmer draußen wird, komme ich bestimmt nochmal wieder – dann aber vielleicht mit dem einen oder anderen Futterlockmittel in der Tasche ;).

Adresse: Volkspark Rehberge, Windhuker Str. 52A, 13351 Berlin

Mit Mütze und Schal durch’s weiße Winter-Wunderland

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„Morgen gehe ich zur grünen Woche!“ – So meine stolze Ankündigung, als ich mit ein paar Freunden vergangenen Freitag gemütlich im „Trauten Hain“ saß. Und trotz aller Häme, die mir dafür entgegen geschleudert wurde, ließ sich meine Vorfreude nicht im Geringsten trüben. Schließlich lag mein letzter Besuch schon Ewigkeiten zurück – die vielen Gratis-Häppchen vom Probiertablett waren mir allerdings noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Umso aufgeregter erwartete ich also den nächsten Tag – bereit, die Welt der Gratis-Häppchen zu erschüttern :). Doch wie schon so oft, machte mir Petrus auch dieses Mal einen Strich durch die Rechnung: Es schneite! Und wie es schneite! Das ließ mein mein schneeliebendes Herz natürlich sofort aufblühen und das Verlangen nach Gratis-Häppchen mit jeder Schneeflocke sinken. Es gab nur noch eine Möglichkeit: Die grüne Woche musste warten! Also trottete ich etwas zerknirscht zu meinem Liebsten und fragte vorsichtig, ob wir nicht lieber das seltene Wetter draußen genießen wollten. Da grinste er nur wissentlich und nickte. Denn heimlich hatte „Mister Hellseher“ sowieso schon andere Pläne geschmiedet und eine Tour zum frostig-weißen „Tegeler See“ ausgetüftelt.

Tegeler InselnUnd die startete am U-Bahnhof Alt-Tegel. Nachdem sich der Tourenplaner aus seiner kurzen Phase der Orientierungslosigkeit zurück gekämpft hatte, schritt er zielsicher voran in Richtung „Tegeler Inseln“. Da ich mich in dieser Gegend (mal wieder) überhaupt nicht auskannte, beschränkte sich mein Zutun lediglich auf zielsicheres „Hinterherdackeln“. Aber naja, das muss ja auch mal sein :). So konnte ich mich zumindest in aller Ruhe auf die beeindruckende Umgebung konzentrieren, die sich vor allem in modernen Neubauten, durchzogen von zahlreichen kleinen und größeren Brücken, zeigte. Dabei wirkte alles derart friedlich, dass ich um einen kurzen Neidanfall nicht herum kam: „Morgen gucken wir mal, ob hier nicht noch Wohnungen zu haben sind!“, flüsterte ich meinem Liebsten entgegen. Doch der grinste nur zurück und streichelte mir sanft über die Wange – wie einem Kind, das gerade erzählt, wie es mal Astronaut werden will. Gut, dann eben nicht.

Tegeler See BerlinEtwas eingeschnappt ließ ich mich trotzdem weiter von ihm führen – vorbei an einem winterlichen Boten mit Bauch, Nase und Stock, bis hin zur zweiten Station unserer Tour: der Uferpromenade am „Tegeler See“. Und hier musste ich erstmal staunend inne halten: Denn vor mir offenbarte sich der größtenteils schneebedeckte See, in dessen Mitte schemenhaft die kleine Insel „Hasselwerder“ zu erkennen war. Das trübe, nieselige Wetter hatte zusätzlich für einen leichten Nebelschleier gesorgt, der das gesamte Bild in eine mystische Atmosphäre tauchte. Mich hätte es in diesem Moment jedenfalls nicht gewundert, wenn noch irgendein Seeungeheuer dazu gestoßen wäre.

Schwäne am Tegeler SeeNachdem ich mich für’s Erste satt gesehen hatte, schlenderten wir – zugegeben mit etwas Gänsehaut auf dem Nacken – weiter die Uferpromenade hinab. Dabei ertappte ich mich doch immer wieder, wie meine Augen staunend den See anstarrten. Erst, als plötzlich ein wildes Gequake vor uns losbrach und mein Liebster mich mit einem: „Oh, pass auf!“ aus den Gedanken riss, war ich wieder da. Tja, was soll ich sagen?! – „Vom Regen in die Traufe“ traf es wohl am Besten. Eben noch an „Nessi“ gedacht, wuselten vor unseren Füßen gefühlte 1000 andere kleine Seeungeheuer umher. Hungrig forderten sie das Brot einer Dame, die es aber auch – zur Verteidigung der kleinen Monster – tütenraschelnd angeboten hatte! Wir hingegen waren für die hungrige Meute weniger gut gewappnet und schlängelten uns daher so unauffällig wie möglich hindurch.

Kreuzung FlughafenseeFroh, an den gefiederten Quakern ungezwickt vorbei gekommen zu sein, setzten wir unseren Weg am Wasser beschwingt fort. Nach ungefähr einer Stunde See-Insel-Nebel-Starrens blieb „Mister Tourenplaner“ plötzlich stehen und befragte an einer Kreuzung abermals Google Maps: „Hier müssen wir abbiegen“, verlangte er schließlich, während sein Finger auf einen breiten, schneebedeckten Waldweg zeigte. Oh, das weckte direkt alte Urlaubserinnerungen! Noch ehe er sich versehen konnte, war ich schon auf dem Weg und stapfte ihn – fast schon ein bisschen übermütig – schnellen Schrittes entlang. Dabei fiel mir auf, dass hier deutlich weniger Leute unterwegs waren als noch am See – endlich mal ein bisschen Ruhe :).

Flughafensee BerlinDoch was wäre ein verschneiter einsamer Wanderweg ohne ein verschneites einsames Gewässer?! – Eben. Nicht ganz so schön :). Das dachte sich wohl auch mein Liebster und lotste mich schließlich zur letzten Station unserer Tour: dem „Flughafensee“. Leider konnte man hier nur stellenweise bis ans Ufer, da einige Teile abgesperrt waren. Doch diese Stellen hatten es dafür umso mehr in sich: Denn der Blick rüber zur anderen Seite war so malerisch wie aus einem Wintermärchen: Eine riesige weiße Schneedecke mit einigen freien Eisfeldern bedeckte den See, der von dunklen, langsam im Dämmerlicht verschwindenden Bäumen, umringt war. Darauf konnte ich nur noch einen kleinen Seufzer von mir geben. Nur leider wurde die beschauliche Stille wieder einmal unterbrochen: Denn frische Luft und Bewegung hatten offenbar Freund Magen aufgeweckt, der sich bedeutend weniger beeindruckt von den Naturschönheiten zeigte. So dauerte es nicht lange, bis sein mürrisches Grummeln auch die Ohren meines Liebsten erreichte: „Na? Haste wieder Hunger?! Komm, wir gehen was essen – hat ja sonst keinen Zweck!“ Ja, Recht hatte er. Wenn der Magen ruft, muss man eben folgen. Und so verabschiedeten wir uns vorerst vom friedlichen Winter-Wunderland, um es wieder gegen das hektische (dafür aber kulinarisch umso wertvollere 😉 ) Großstadtgetümmel einzutauschen.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich unsere Tour durch’s Reinickendorfer Winter-Wunderland wirklich schön fand! Besonders die beiden verschneiten Seen sorgten bei mir für Urlaubsfeeling pur und haben meinen Augen – vor allem in Kombination mit dem Nebel – ein richtiges Naturschauspiel beschert. Trotz der frechen Schwanen-Enten-Bande werde ich sicherlich nochmal wiederkommen. Das nächste Mal vielleicht eher, wenn es etwas wärmer ist – dann gibt es zumindest auch keinen Konflikt mit der grünen Woche ;).

Allein unter tanzenden Riesendrachen

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Langsam aber sicher müssen wir uns damit abfinden: Der Sommer ist gelaufen. Nichts mehr mit langen Abenden im Park, Grillgeruch in den Kiezen und luftig-leichten Sommerkleidern. Vorbei, vorbei – zumindest bis zum nächsten Jahr. Während viele deshalb stöhnen, muss ich zugeben, dass ich sowieso eher ein Fan der kühleren Jahreszeiten bin. Vor allem den Herbst liebe ich. Bunte Blätter, ein frischer Wind und natürlich meine Übergangsjacke sind halt irgendwie schöner als Schweißgeruch und scharlachrote Haut :). Außerdem hält der Herbst jedes Jahr ein ganz besonderes Berliner Event bereit: das kostenlose „Festival der Riesendrachen“! Den Spaß wollte ich mir natürlich auch dieses Mal nicht entgehen lassen und so ging es vergangenes Wochenende -dick eingemummelt und mit Freund im Schlepptau- zum Tempelhofer Feld.

Dort angekommen, musste ich erstmal feststellen, dass meine „Einmummelei“ nicht besonders viel gebracht hatte. Stattdessen hätte ich mich lieber auf den starken Wind vorbereiten sollen, der gefühlt von allen Seiten auf mich „einblies“. Während ich also versuchte, Haare und Kapuze irgendwie zu bändigen, schaute mir mein liebreizender Freund nur amüsiert und dümmlich grinsend dabei zu. Klar, er hatte ja mit seiner Lederjacke und den vergleichsweise kurzen Haaren auch bedeutend weniger Probleme.

wpid-20140913_191704.jpgImmerhin versprach der Blick zum Horizont schonmal eine kleine Entschädigung für den windigen Auftakt. Dort konnte man nämlich bereits die verschiedensten Riesendrachen, zum Beispiel in Form einer Krake oder Eule, sehen. Aufgeregt und euphorisch trieb ich meinen Liebsten zu etwas mehr Tempo an – diese beeindruckenden im-Wind-Schweber wollte ich mir unbedingt aus der Nähe angucken. Nach circa 20 Minuten war es dann endlich soweit: Wir hatten das Festival-Gelände erreicht!

Freudestrahlend stürmte ich zum abgesperrten Bereich und streckte erwartungvoll meinen Kopf nach oben. Dort tanzten nun die riesigen Luftakrobaten zu teils stimmungsvoller, teils rockiger Musik rhythmisch am Himmel. Sehr beeindruckend. Nachdem ich mich für’s Erste satt gesehen hatte, erkundete ich mit meinem Freund (der den Kampf mit Haaren und Kapuze deutlich spektakulärer fand) die umliegenden Buden. Wie bei Festivals so üblich, bestanden die natürlich größtenteils aus Snacks und Getränken, alle preislich so zwischen 3,00 € und 5,00 €. Ergänzt wurde das Ganze noch durch eine Bühne, auf der ein Moderator mit einigen Gags und Musik versuchte, die Stimmung anzuheizen. Leider wurde aber auch ihm die eine oder andere Böhe zum Verhängnis, sodass seine Lacher noch vor den Ohren des Publikums wortwörtlich davon geweht wurden.

Ein kleines Highlight offenbarte sich uns dann aber doch noch am Ende der Budenreihe. Dort durften sich nämlich die jüngsten Besucher ihre ganz eigenen „Riesen“-Drachen basteln und auch direkt auf ihre Flugfähigkeit prüfen. Dem Gewusel nach zu urteilen, kam die Idee wirklich super an und ich kann mich erinnern, nicht nur Juniore in der Drachenbastelecke gesehen zu haben :).

wpid-20140913_194522.jpgAls es schon ein bisschen dämmerte, folgte schließlich mein persönliches Highlight des Abends: das Feuerwerk! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein großer Feuerwerk-Fan ich bin! Und vor allem, wie sich ein wahrer Feuerwerk-Fan freut, wenn er dann auch endlich mal eins zu sehen bekommt. Mit ein bisschen weniger als 10 Minuten war diese Freude zwar recht kurz, aber dennoch ausreichend, um mich zufrieden auf den nach-Hause-Weg einzustimmen. Natürlich mit meinem vom Warten genervten Feuerwerksmuffel an der Hand :).

Alles in allem war auch dieses Jahr wieder das Festival der Riesendrachen einen Besuch wert. Mit seinen beeindruckenden Luftakrobaten, Papierdrachen zum Selbermachen und einem kleinen Feuerwerk ist das für mich definitiv ein gelungener Auftakt in den Herbst! Einzig der Wind ist vielleicht an manchen Ecken ein bisschen zu wild gewesen – aber das gehört ja schließlich auch irgendwie mit dazu ;).

Unbekannte Welten in der City West

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Faszination Unterwasserwelt: Schon als Kind konnte ich mich stundenlang vor das Aquarium meiner Freundin setzen und den Fischen bei ihren Schwimm- und Tauchmanövern zuschauen. Je bunter die Tiere waren, umso mehr leuchteten meine Augen. Wenn ich dann auch ab und zu mal Futter ins Aquarium geben durfte, war die Stimmung auf dem Höhenpunkt. Aber mal ehrlich: Was gibt es auch schöneres für ein Kind, als Tiere angucken oder gar füttern zu dürfen?! Umso weniger verwunderlich ist es, dass Ausflüge in den Zoo bzw. ins Aquarium zu meinen absoluten Highlights zählten. Und auch heute finde ich ab und zu mal Zeit, meinen schuppigen Freunden dort einen Besuch abzustatten.

Das Gebäude selbst und sein Eingangsbereich haben sich bis heute nicht sonderlich verändert. So erstrahlt der Bau noch immer in seinem alten 50er Jahre Charme und lockt mit dem Springbrunnen, auf dem eine riesige Echse prangt, viele staunende Kinder an. Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist der Eintrittspreis. Bei einer Tageskarte ist man inzwischen mit einem stolzen Preis von 13,00 € mit von der Partie. Ob das wohl an den teureren Unterhaltskosten für die Tiere oder doch eher an denen des Zoo-Managers liegt, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Ist man jedoch erstmal drinnen, wird man nach dem Bezwingen einer kleinen Treppe sofort mit dem ersten Highlight belohnt: einem Becken voller japanischer Koi-Karpfen. Das tolle daran ist, dass die Tiere durch das frei zugängliche Becken direkt angefasst und „gestreichelt“ werden können. Da sie jedoch recht scheu sind, gehört natürlich ein bisschen Übung dazu ;).

gelber Kugelfisch im Aquarium BerlinIst der erste Kontakt mir den blubbernden, stummen Gesellen hinter sich gebracht, führt ein dunkel gehaltener Rundgang durch die größtenteils exotische Unterwasserwelt. Was man hier an Farben-, Größen- und Formvielfalt geboten bekommt, habe ich bislang in noch keinem anderen Aquarium so gesehen: Vom runden Zitronen-Kugelfisch über scharf-bezahnte Haie bis hin zu weiß-schimmernden Quallen – ein bewunderndes Raunen dürfte wohl bei jedem Besucher mindestens einmal über die Lippen rollen. Und wenn man genug von der schillernden Unterwasserwelt hat, bieten die zwei oberen Etagen genügend Abwechslung.

Krokodil im Aquarium BerlinSo sind zum Beispiel im zweiten Stock sämtliche Reptilien wie Schlangen, Komodowarane und Krokodile zu Hause. Die besonders Mutigen unter euch wagen einen Kurzbesuch bei den Krokodilen. Denen sagt man nämlich nicht mal schnell durch eine Glasscheibe „Hallo!“, sondern begibt sich direkt über eine höher gelegene Holzbrücke in ihr trautes Heim. Da sich so ein Großteil des Rundgangs einsparen lässt, wird der Gang durchs Kroko-Wohnzimmer von einigen auch als kleine Abkürzung zweckentfremdet. Nicht jeder ist schließlich auf die Begegnung mit den vielen anderen, teilweise auch schleimigen, Bewohnern der Etage versessen.

Vogelspinne Aquarium BerlinDas dritte Stockwerk ist ebenfalls nichts für zart besaitete Gemüter, denn hier tummeln sich Insekten aller Art in ihren recht bescheidenen Unterkünften. Dabei trifft man sowohl auf altbekannte Gesellen wie Ameisen und Riesenheuschrecken, aber eben auch auf exotische Krabbler wie zum Beispiel das „wandelnde Blatt“ oder die Vogelspinne. Wer sich jedoch gar nicht mit den kleinen Vielbeinern anfreunden kann, hat zumindest eine schöne Aussicht auf das Krokodilgehege. Anders als auf der freistehenden Brücke, lassen sich die schuppigen Urzeitwesen nämlich von hier aus hinter einer sicheren Glaswand beobachten.

Alles in allem lohnt sich ein Besuch des Aquariums auf jeden Fall. Zwar ist der Preis nicht gerade familienfreundlich, die vielen verschiedenen Arten und die Aufmachung der Gehege sind es jedoch wirklich wert! Bei mir hat das Aquarium zumindest für eine tiefgehende, lebenslange Liebe zu großen, blubbernden Koi-Karpfen gesorgt – was will man mehr 😉 ?!

Der grüne Zweig der Hauptstadt

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Urlaub ist doch etwas, wovon wir alle gar nicht genug kriegen können. Endlich mal raus aus dem Alltag, den Kopf frei machen und tun, was einem Spaß macht. Ich persönlich bin gerne in der Natur unterwegs, um der stickigen Stadtluft -zumindest mal für eine kurze Zeit- zu entfliehen. Lange Fahrten schrecken mich dabei allerdings immer ab. Wer schonmal einige Stunden im überfüllten Regionalexpress gefahren ist, weiß wahrscheinlich genau, was ich meine. An Urlaubsstimmung ist da jedenfalls nicht mehr zu denken. Gut, dass Berlins Facettenreichtum auch für den gestressten Großstädter ein Wundermittel bereit hält: die Müggelberge.

Haltestellenhaus BVG FähreAm besten startet man seine Tour dorthin von Grünau aus. Mit der S-Bahnlinie 8 ist die Endstation mit circa 20 Minuten Fahrtzeit vom Ostkreuz auch relativ schnell zu erreichen. Dort angekommen bietet sich der Weg über die Wassersportallee an. Der ist zwar nicht besonders schön, dafür erwartet den ausdauernden Wanderer am Ende bereits das erste Highlight: Die BVG Boots-Anlegestelle. Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit noch nicht mal wusste, dass es innerhalb Berlins eine Stadt-Fähre gibt. Umso aufregender war für mich die rasante Überfahrt zum Wendenschloss.

Ab hier muss man sich zunächst den Weg durch die Wohn- und Villensiedlung bahnen. Allzu genau umschauen sollte man sich jedoch lieber nicht. Denn beim einen oder anderen Haus konnte zumindest ich ein klitzekleines Neidgefühl nicht unterdrücken. Die Gegend ist großstadt-untypisch grün, ruhig und wirkt mit ihren kleinen und großen Vorgärten so idyllisch wie aus einem Ferienkatalog. Nach circa 30 Minuten erreicht man schließlich das zweite Highlight der Tour: Das Strandbad Wendenschloß (Eintritt: 4,00 €, ermäßigt 3,50 €). Leider war es an diesem Tag etwas zu kalt, um sich in die Fluten zu werfen. Ansonsten wäre hier wohl das Ende der Reise gewesen und ich würde vom Strand, dem kühlen Wasser und dem kleinen Cafe vor Ort berichten. Stattdessen zog es mich weiter in den nun dichter werdenden Wald. Ein nahegelegener Wegweiser deutete die Richtung zum Müggelturm an, für die ich mich -spontan wie ich eben bin- direkt entschied. Neben ein paar vereinzelten Spaziergängern war man dort so ziemlich allein auf weiter Flur. Vermutlich war das dem Mittwoch geschuldet, an dem sich die Wenigsten einen entspannten Tag in der Natur erlauben können :).

MüggelturmMit kleinen Pausen hier und da konnte ich mir nach circa 1,5 Stunden endlich stolz auf die Schulter klopfen: der Müggelturm war erreicht. Und das trotz des letztens Stückes, das einem mit einer Steigung von 18 % ganz schön was abverlangte. Man ist halt nichts mehr gewohnt ;). Ein Hinweisschild verwies auf die Möglichkeit des Turm-Erklimmens für 2,00 € (daran war allerdings bei meinem Keuchen nicht mehr zu denken) und eines Imbisses. Da ich Essen dabei hatte, entschied ich mich für den Rückweg über den Teufelssee. Ein Blick auf die Karte offenbarte die entsprechende Richtung, sodass es nach einer kurzen Verschnaufpause -in der mein Gesicht von scharlachrot wieder auf normalfarbig wechselte- weiter ging. Die Luft war klar, der Weg gut belaufbar und es roch nach Wald. Zu meiner Überraschung führte der Pfand nach einigen Minuten an bzw. über eine Cross-Radstrecke, die mit verschiedenen Hindernissen gespickt war. Leider war zu dieser Zeit nicht ein unerschrockener Biker da – der Parcours sah nämlich wirklich sehr eindrucksvoll aus.

TeufelsseeNach einer weiteren Stunde erreichte ich schließlich das letzte Etappenziel: das Teufelsmoor mit dem dahinter gelegenen Teufelssee. Den erschöpften Wanderer erwartet hier noch einmal Natur pur von seiner schönsten Seite! Durch das Moor führen normalerweise kleine Holzbrücken, um das Umfeld noch genauer erkunden zu können. Als ich dort war, wurden diese allerdings gerade restauriert. Doch alleine schon der Blick über das Moor, rüber zum Teich, genügte, um die gestresste Großstädterseele zu verwöhnen. Der lange Weg hatte sich definitiv gelohnt! Zurück ging es dann in Richtung Müggelheimer Damm. Die geschwollenen Füße ließen mich fordernd die Bushaltestelle ansteuern und waren sichtlich erleichtert, als sie im X69 endlich ein bisschen Entspannung fanden.

Trotz der Strapazen für Lunge und Fuß hat der Ausflug in die Natur Berlins ausgesprochen gut getan. Die Tour hat definitiv bewiesen, dass man sich vollgestopfte Regionalzüge sparen kann und stattdessen lieber die eigene grüne Umgebung erkundet. Ich für meinen Teil freue mich heute schon auf den nächsten Ausflug: der Müggelsee steht dabei ganz oben auf meiner Agenda :).