Prenzlauer Berg

Die Automatiktür in den vietnamesischen Feierabend

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Letztens ist es mir und meinen Mädels endlich mal wieder gelungen, ein Treffen auszumachen – wenn auch nur ein kleines „alternatives“ Treffen. Denn eigentlich war unser Plan, an einem der typisch wilden Berliner Wochenenden die Straßen und Clubs der Stadt unsicher zu machen. Genauso wie früher. Tja, aber was soll ich sagen: Die unbekümmerten Studienzeiten sind eben vorbei und die Wochenenden vollgepackt bis unter die Kante – da bleibt leider nur noch die etwas gediegenere Variante des „After Work“. Und das nutzten wir letzte Woche gleich, um ein neues vietnamesisches Restaurant auszutesten: das „Dong Do“ in der Eberswalder Straße. Den Rest des Beitrags lesen »

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Ein Geburtstag der bayerischen Gemütlichkeit

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Oh je, was mussten wir letztens flitzen. Da hat meine Mutti nur einmal im Jahr Geburtstag und trotzdem schafften es mein Liebster und ich, die Zeitplanung komplett über den Haufen zu werfen. Erst gab es ein paar kleine Entscheidungsschwierigkeiten hinsichtlich des passenden Oberteils (Sitzt es gut? Wird es dem feierlichen Anlass gerecht? Ach nee, ist vielleicht ein bisschen zu kurz. Wechsel.), dann fiel meinem Freund kurz vor Aufbruch ein, dass Pulli und Jacke bei nass-kalten Temperaturen vielleicht doch keine so schlechte Idee sind. Naja, wie es eben immer so ist: Wenn es drauf ankommt, geht garantiert alles schief. Wenigstens waren wir anschließend ordentlich eingepackt und konnten uns guten Gewissens auf den Weg machen. Das Ziel: der „Bayernmichel“ in der Bornholmer Straße. Den Rest des Beitrags lesen »

Gefangen im Reich des Sheldors

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Da brenne ich nun schon seit Wochen darauf, euch endlich davon zu berichten und heute ist es endlich soweit. Aber alles von Anfang an: Vor ein paar Wochen flatterte eine nette E-Mail in mein Postfach, in der mich die Jungs von „Escape Berlin“ zu einem Testspiel einluden. Escape Berlin? Hmmm … das sagte mir jetzt nicht wirklich was. Und um ehrlich zu sein, ließ der Name auch nicht unbedingt auf etwas Vergnügliches schließen. Aber nach ein bisschen Recherche und ein paar Frage-Antwort-Mails hatten mich die Herren langsam überzeugt: Den Rest des Beitrags lesen »

Von Jogginghosen und Chicken Curry

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Hach Leute, ist das alles aufregend! Nur noch gut eine Woche, bis mein neuer Job anfängt – und damit leider auch nur noch eine Woche mit meinen liebsten Mittags-Locations. Ja, ich gebe zu, ich hätte es am Anfang nicht für möglich gehalten – gerade, weil ich noch recht verwöhnt von dem wirklich reichhaltigen Kreuzberger Angebot war. Aber schlussendlich habe doch den einen oder anderen Laden gefunden, der mir in Zukunft ein bisschen fehlen wird. Und wie ihr euch jetzt sicherlich denken könnt, enthalte ich euch die natürlich nicht vor ;). Freitag erst besuchte ich zum Beispiel meinen „Stamm-Inder“, der mit seinen Angeboten nicht nur das Herz von Freund Magen, sondern auch das von Freund Portemonnaie höher schlagen lässt: das „Vedis“ in der Schönhauser Allee. Den Rest des Beitrags lesen »

Des Zebras letztes Stündlein

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Im Hause kiezcolours gab’s doch letzte Woche tatsächlich mal wieder was zu feiern. Denn nach langem Bangen und Zittern kam am Freitag endlich die erlösende Botschaft ins Mailfach geflattert: Die Zusage für einen neuen Job! Und wie hab ich mich darüber gefreut! Nicht nur, weil es ein paar Euronen mehr gibt, sondern vor allem, weil es genau das ist, was ich schon immer machen wollte! Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich dieses grandiose Ereignis unbedingt gebührend feiern wollte. Blieb nur noch die spannende Frage, wo. Tja … und während ich nun vor mich hingrübelte, erinnerte ich mich plötzlich wieder an ein U-Bahnplakat, auf dem mit „Massai – entdecken Sie den echten Geschmack“ für afrikanische Küche geworben wurde. Hmm, echter Geschmack für einen echten Grund zum Feiern? – das könnte doch prima passen 🙂 … Den Rest des Beitrags lesen »

Den kleinen Mittagshunger gezaimt

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Letztens, als ich nichts Böses ahnend neben meinem Liebsten saß und eine Tierdoku schaute, spürte ich plötzlich ein paar fröhliche Ellenbogenstupser in meiner Seite: „Naaa, kommt dir dieses Bild nicht bekannt vor?“ grinsten mich die vor Hohn nur so blitzenden Augen an. Der Grund: Eine Horde von Löwen zerfleischte gerade eine Antilope, die den Wettlauf gegen die gewieften Samttatzen anscheinend verloren hatte. Mein Gott, und wie sie sie zerfleischten. Lange hingucken konnte ich jedenfalls nicht. Mein Freund hingegen schaute immer vergnügter drein und legte nochmal eine Portion Ärgermonition nach: „Genauso siehst du immer aus, wenn du Hunger hast! Weißt du noch? Erst letztens im Steakhaus … “ Na super, vielen Dank! Diesen doofen Vergleich würde ich bestimmt die gesamte Woche nicht mehr aus dem Kopf kriegen. Tja und damit sollte ich natürlich Recht behalten – auch, als es vergangenen Donnerstag zur Mittagszeit ins libanesische Restaurant „Zaim“ ging.

Zaim BerlinAber was soll’s?! Der Mensch muss ja schließlich was essen und ich wollte das an diesem Tag – nur, um es meinem Liebsten richtig zu beweisen – so vornehm wie möglich tun. Mit diesem edlen Motiv erklomm ich also die kleine Treppe und drückte die metallene Klinke nach unten. Drinnen angekommen, wurde ich direkt von einem süßlich-herzhaften Duft empfangen, der Freund Magen ordentlich zum Murren brachte. Immerhin einer schien schonmal zufrieden zu sein. Nun galt es nur noch, ein schönes Plätzchen für das Wohlfühl-Barometer zu finden. Gar nicht so einfach, wenn einem fast alle Tische zur Verfügung stehen. Denn obwohl die Zeiger bereits auf 13 Uhr standen, war es im Restaurant noch ungewöhnlich leer. Naja, wer weiß … so konnte ich mir zumindest die gemütlichste Ecke mit Blick aus dem Fenster sichern, was ich, nebenbei erwähnt, auf sehr elegante, völlig löwenuntypische Weise tat ;).

Keine fünf Minuten später kam auch schon ein freundlicher Kellner um die Ecke gefegt. Mit einem „Hallo“ auf den Lippen überreichte er mir die Speisekarte und zog anschließend wieder von dannen. Nun war ich ja wirklich gespannt: Wenn man nur nach dem köstlichen Duft ging, würde mein Antischling-und-mehr-Geniessen-Vorhaben wahrscheinlich ziemlich herausfordernd werden. Entsprechend nervös schlug ich das gute Stück also auf – und was purzelten mir da als erstes entgegen? Die Mittagsangebote (11.30 – 16.00 Uhr)! Vier verschiedene Gerichte für je 5,90 €, inklusive einem kleinen Salat und Brot. Na wenn das nichts! Freund Portemonnaie hatte den Laden jedenfalls jetzt schon ins Herz geschlossen :).

Zaim Berlin VorspeiseDoch auch der Gaumen wollte zufrieden gestellt werden. Und bei diesen teilweise wirklich außergewöhnlichen Kompositionen, wie Rind mit Granatapfelsoße, fiel mir die Wahl gar nicht so leicht. Schlussendlich siegte aber eine etwas, sagen wir mal, solidere Variante: Hähnchenspieß mit Couscous in grobkörniger Pfeffersoße. Der aufmerksame Kellner notierte sich alles, um dann wieder stracks um die Ecke zu verschwinden. Immerhin hatten mittlerweile doch noch ein paar Gäste den Weg hinein gefunden (ich wette, der Duft war Schuld 😉 ), die nun seine volle Aufmerksamkeit forderten.

Meine Aufmerksamkeit widmete sich hingegen ganz der schönen mediterranen Einrichtung. Denn neben der typisch warmen Aufmachung mit lachsfarbene Wänden und gold-verzierten Spiegeln, kam auch noch ein Ticken Rustikalität in Form von dunklen Holztischen und -stühlen dazu. Für das richtige Orient-Feeling sorgten schließlich die leisen arabischen Klänge im Hintergrund. Dadurch hatte man tatsächlich ein wenig das Gefühl, irgendwo zwischen Aladdin’s Palast und Baalbek’s Tempel zu sitzen :).

Oder besser gesagt: zu speisen. Denn gerade, als ich mich in die Welt von 1001 Nacht geträumt hatte, holte mich ein kleiner Teller mit frischen Salatblättern zurück in die Realität. An Freund Magen schien das ebenfalls nicht vorbei gegangen zu sein: mit kleinen scharfen Picksern und dumpfem Grummeln forderte er direkt die erste Kostprobe. Also nickte ich dem Kellner dankend entgegen, griff zur Gabel und spießte mir einen bunten Mix aus allem zusammen. Das Ergebnis: Überraschend lecker! Sehr frisch, nur mit einer Essig-Öl-Kombi verfeinert und vielen aromatischen Kräutern unterlegt: der Koch schien sein Handwerk wahrlich zu lieben! Leider löste das bei mir wieder die von meinem Liebsten so reizend beschriebene Schaufelreaktion aus. Gabel für Gabel wanderte im Akkord in den dauergeöffneten Mund – die Löwenherde aus der Tierdoku hätte wahrscheinlich schockiert mit dem Kopf geschüttelt … .

Zaim Berlin HauptspeiseDoch als mir das richtig bewusst wurde, war der Teller bereits leer gegessen. Innerlich ärgerte ich mich jetzt ein bisschen: soviel zum Thema „vornehmes Essen am Mittagstisch“. Aber hey! Die zweite Chance sollte nicht lange auf sich warten lassen. Keine zwei Minuten später kam der Kellner nämlich auch schon mit dem nächsten Gang um die Ecke gefegt. Herrje, und wie das wieder duftete! Ich musste mich richtig zusammenreißen, nicht gleich mit der Gabel auf den immer näher kommenden Teller loszugehen. Aber ich blieb stark und wartete brav, bis alles ordentlich neben dem Besteck platziert war. Nach einem zweiten höflichen Nicken folgte dann endlich die Erlösung: Gierig griff ich nach meinem Schaufelwerkzeug und schob beherzt das erste Stück Hühnchen vom Spieß. Nun noch ein bisschen Couscous drauf und dann ab damit … Moment! Schließlich gehöre ich ja nicht zu dieser wilden fleischeslustigen Löwenherde! Contenance ist gefragt! Also pustete ich zweimal, schob mit dem Messer den überstehenden Couscous herunter und führte die Gabel langsam und besonnen zum Mund: Wow! Was für ein Geschmackserlebnis! Super-zartes, knusprig-gegrilltes Hähnchenfleisch, das den Gaumen mit seiner sanften Würze richtig in Ekstase versetzte! Dazu kamen der locker-leichte Couscous und eine cremig-pfeffrige Soße, die einfach perfekt darauf abgestimmt waren und den Spieß hervorragend ergänzten. Ich konnte nicht mehr! Mein Liebster war ja eh nicht da, um höhnische Blicke zu verteilen, also spachtelte ich, als wenn’s kein Morgen mehr gäbe. Nach nicht mal fünf Minuten war der Teller auch schon leer. Zurück blieben ein schlechtes Gewissen und ein zufriedener Freund Magen, der mit seinem fröhlichen Gluggern die Schmach über mein verpatztes Vorhaben schnell wieder vergessen ließ :).

Fazit des Ganzen: Ein überraschend gutes libanesisches Restaurant, das nicht nur mit authentischem Ambiente, sondern vor allem durch seine hervorragende Küche punktete! Ich habe wirklich selten eine so fein abgestimmte Kombination der verschiedenen Zutaten erlebt wie hier – dabei haben zwar alle Gerichte einen gewissen orientalischen Hauch, erinnern allerdings trotzdem ein wenig an die gute alte Hausmannskost. Mich hat das „Zaim“ jedenfalls vollends überzeugt – und wenn der Löweninstinkt ruft, muss man schließlich folgen … ;).

Adresse: Zaim Restaurant, Kastanienallee 15, 10435 Berlin, Öffnungszeiten: Mo.-So. 11.00 bis 01.00 Uhr

Skurril & grazil im Land des Latte Macciatos

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Da saß ich nun vorgestern an meinem Arbeits-PC: schniefend, hustend und mit dickem Schal um den Hals. Ja, genau! Es war mir tatsächlich wieder mal gelungen, die Bakterienfront zum fröhlichen Kaffeeklatsch in meine Gurgel einzuladen. Und die ließ sich natürlich nicht lange bitten. Guten Mutes wurden die besten Plätze eingenommen und mit rauschendem Tam Tam die Belagerung gefeiert. Naja, der Apotheker um die Ecke wird’s ihnen danken. Denn statt Auskurieren stand leider bereits etwas anderes auf dem Plan: Mit den Jungs die neue Bar „Zum Starken August“ auszutesten. Also biss ich die Zähne zusammen, zog den Schal ein bisschen fester und stolperte kurz nach sechs, mit ordentlich Taschentüchern bewaffnet, zum vereinbarten Treffpunkt.

Zum Starken August BerlinVon Weitem grinste mir mein bester Freund schon entgegen. „Na? Fertig siehst’e aus.“ Wunderbar! Das hört Frau doch wirklich gerne. Müde lächelnd gab ich das Kompliment zurück und eilte – angetrieben vom frischen Wind – mit schnellem Schritt voraus. Nach einem 20-minütigen Fußmarsch vom Mauerpark aus standen wir dann bereits davor. „Sieht doch ganz nett aus, oder?! Mit dem ganzen Holz und so.“ – In der Tat, das sah es! Und ich konnte es, ehrlich gesagt, kaum abwarten, endlich einen Blick hinein zu werfen.

Also fackelten wir nicht lange und schoben uns elegant durch die schwere Tür. Drinnen angekommen, begrüßte uns erstmal gähnende Leere (zugegeben, für 18.30 Uhr nicht wirklich ungewöhnlich), dicht gefolgt von einem Barmann mit Zylinder. Ja richtig! Mit einem Zylinder! Im ersten Moment dachte ich schon, die Bakterienfront hätte es sich nun auch in den Sehnerven gemütlich gemacht. Aber der freudige Ellenbogenstubser meines besten Freundes ließ diese Vermutung glücklicherweise wieder in den Abgründen der falschen Illusionen verschwinden :). Keine Illusion war stattdessen das wunderbar große Angebot an freien Tischen. Mit einem Plätzchen direkt an der Bar gaben wir uns schließlich zufrieden, um dann gespannt auf die Getränkekarte zu warten.

Und die kam mindestens genauso ungewöhlich daher wie ihr behuteter Überbringer: Ein witziges Clipboard mit – zugegeben etwas abgegriffenen – Blättern zeigte alles, was der Tresen so zu bieten hatte. Zum Leidwesen meines malzsaftverehrenden Herzens gehörten dazu auch sechs, teilweise sogar recht ungewöhnliche, Biere vom Fass (0,5 l ab 3,70 €). Um Freund Immunsystem nun aber nicht völlig im Stich zu lassen, entschied ich mich für einen Waldbeeren-Smoothie (Vitamine, gesund – ihr wißt ja 😉 ) (3,90 €). Mein abstinentes Mitnehmsel gönnte sich hingegen ganz rebellisch eine aufputschende Cola (0,4 l für 3,50 €) – schließlich war ja Freitagabend :D. Der zylindierte Barmann nahm unsere Wünsche lächelnd zur Kenntnis und fragte dabei augenbrauenzuckend: „Ihr wollt wohl noch frisch bleiben für die Show nachher?! Heut ist ja Burlesque-Nacht im August.“ Ach was! Burlesque-Nacht? Nun dämmerte mir allmählich auch der Grund für sein etwas … nennen wir’s mal „ungewöhnliches“ Outfit. Na das konnte ja spannend werden … :).

Als Mister Zylinder wieder hinter’m Tresen verschwand, beäugte ich erstmal ein bisschen genauer das Umfeld. Wie sieht wohl eine Bar aus, die einen Burlesque-Abend veranstaltet?! Eigentlich ziemlich szenig: alte Möbel wie aus Omas Wohnzimmer (wovon ich ja immer ein großer Fan bin 😉 ), eine trendige Deckenbeleuchtung mit Wasseroptik und überall Kerzenlicht für die nötige schummrige Atmosphäre. Quasi all das, wodurch die gemeine Wohlfühlstimmung richtig in Wallung gebracht wird. Und ich muss sagen: Bei mir setzte diese Wirkung bereits nach den ersten zwei Minuten ein :).

Smoothie im Starken August BerlinAllerdings sollte diese (fast schon komatöse 🙂 ) Phase der Entspannung nicht von langer Dauer sein. Der Grund: Mister Zylinder. Doch wer kann einem behuteten Mann schon lange böse sein, insbesondere dann, wenn er noch leckere Drinks im Gepäck hat? Also nahm ich freundlich lächelnd meinen im Einwegglas schwabbenden Smoothie entgegen und nickte dankend. Der rebellische Koffein-Junkie am Tisch tat es mir gleich, sodass wir direkt mit unseren wilden Freitag-Abend-Drinks anstoßen konnten. Ein kurzes „Klirr!“ später zog ich auch schon neugierig am Plastikstrohhalm und muss sagen: Ja! Durchaus genießbar. Sehr fruchtig, schön kühl – für meinen Geschmack aber vielleicht einen kleinen Ticken zu sauer. Naja, Waldbeeren halt.

Nachdem ich Freund Immunsystem mit ein paar Extra-Vitaminen unterstützt hatte, wurde mein malzsaftverehrendes Herz ein zweites Mal auf die Probe gestellt. Denn von der schweren Eingangstür aus bahnte sich bereits der Rest unserer Jungs grinsend den Weg zum kleinen Vierertisch. Jungs, die sich garantiert nicht mit Saft und Cola zufrieden geben würden: Ein kurzer Blick in die Karte genügte – schon ergänzten zwei Piraten-Porter (0,3 l für 4,50 €) die harte Riege der Freitag-Abend-Drinks. Und das, obwohl sich die Preise für Friedrichshainer Verhältnisse nicht gerade im Schnäppchenstatus sonnen konnten.

Aber immerhin bekam man ja dafür auch etwas zu sehen. Denn Punkt 22 Uhr huschte die erste Burlesque-Tänzerin im weißen Federkleid an uns vorbei. Die Jungs, beflügelt von der Kraft des Piraten-Extrakts, begleiteten das Ganze mit johlenden „Motivationsrufen“. Dann ging es endlich los: Zur Musik von Tschaikowskis „Schwanensee“ räkelte sich die leicht bekleidete Dame lasziv, aber dennoch irgendwie elegant, durch verschiedenste Posen – bis es schließlich zum eigentlichen Hauptakt kam: Hier zog sie plötzlich Feder für Feder aus ihrem Kostüm, entfernte die Schutzkappen am unteren Ende und stach sie sich nacheinander unter in die Haut. Puuh! Also da musste ich wirklich ein paar Mal weggucken. Der Großteil des mittlerweile ordentlich gewachsenen Publikums schien hingegen weniger zimperlich zu sein und zelebrierte mit tobendem Applaus jede einzelne in der Haut versunkene Nadel. Naja, jeder, wie er mag … :).

Nach wenigen Minuten war der Spuk sowieso schon wieder vorbei. Denn was uns Mister Zylinder wohl irgendwie verschwiegen hatte: Es gab zu jeder vollen Stunde nur eine kurze, fünf-minütige Showeinlage. Obwohl mir die Jungs darüber ein bisschen verstimmt zu sein schienen, spülte die nächste Fassbierladung den aufkommenden Groll gleich wieder weg. Immerhin war ja der nächste Gongschlag auch nicht mehr weit :).

Insgesamt muss ich sagen, dass mich die Location wirklich total überrascht hat. Der „Starke August“ ist eben nicht „nur“ eine weitere In-Bar, sondern lässt sich mit schrägen Events, ungewöhnlicher Arbeitskleidung und besonderen Drinks richtig was einfallen. Einziger Wermutstropfen: Das merkt eben an der einen oder anderen Stelle auch Freund Portemonnaie. Trotzdem wird es mich hier bestimmt des Öfteren nochmal her ziehen – dann aber hoffentlich ohne die Bakterienfront am Gurgel-Kaffeetisch :).

Adresse: Zum Starken August, Schönhauser Allee 56, 10437 Berlin, Öffnungszeiten: Mo. – So. von 11.00 bis mind. 01.00 Uhr