Schöneberg

In der Mangel eines mürrischen Meisterkochs

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Ich muss schon sagen, Oktober und November haben es dieses Jahr wirklich in sich: Von Geburtstagen (darunter auch meiner 😀 ) über versprochene Treffen bis hin zu Hochzeiten ist gefühlt jede Woche etwas los. Letzten Samstag zum Beispiel wurden wir von der Nachbarin meines Liebsten zum 50. Geburtstag eingeladen. Eine nette kleine Feier in gemütlicher Runde – so dachte ich jedenfalls. Aber nein, die gute Frau hatte leider andere Pläne und stimmte uns bereits im Vorfeld auf ein „unvergessliches Event“ ein. Tja, eines kann ich schonmal vorweg nehmen: unvergesslich war es definitiv! Denn entgegen all meiner Hoffnungen auf einen gediegenen Geburtstag mit Sitzen und Essen, steuerte sie am besagten Abend auf einen unscheinbaren Laden in der Seitenstraße zu: das „Kochen und Würzen“ in Schöneberg. Den Rest des Beitrags lesen »

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Zwischen wilden Salsa-Rhythmen und karibischer Leichtigkeit

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Letztens habe ich mich doch tatsächlich wieder dabei ertappt, wie ich sehnsuchtsvoll an mein Auslandssemster in Dänemark zurückdachte – und das, obwohl ich eigentlich nicht gerade ein großer Fan von Land und Leuten geworden bin. Versteht mich nicht falsch, das kleine grüne Fleckchen hat mit Sicherheit seinen Charme, wenn man es im Urlaub etwas ruhiger mag oder Zeit für sich haben möchte. Aber als Großstadtmädchen wird es nach einer Weile ziemlich schwierig, täglich nichts außer Felder und endlosen Straßen zu sehen. Nichtdestotrotz wußte meine kleine internationale Gruppe immer, wie man eine triste Umgebung in einen wahren Abenteuerspielplatz verwandelt: Allen voran unser Franzose, der in einem wöchentliche Tanzkurs versuchte, ein bisschen Salsa ins Land des Smørrebrøds zu bringen. Und um diese Schritte mal wieder ein bisschen aufzufrischen, schnappte ich mir kürzlich zwei Freundinnen (ebenfalls Dänemark-geprägt 🙂 ) und entführte sie in den lateinamerikanischen Tanzclub „Havannna“.

Havanna BerlinAuf dem Weg dorthin war besonders die eine Freundin voller Aufregung – immerhin war sie eine der engagiertesten Schülerinnen, die unser Franzose unter seinen Fittichen hatte. Das „Bootyshaken“ machte ihr jedenfalls keiner so schnell nach. Kein Wunder also, dass sie kaum noch zu halten war, als wir von Weitem bereits das große Plakat mit der Aufschrift „Havanna“ sahen. Gewillt und enthusiastisch stürmte sie voran und bog zielsicher in die kleine Auffahrt ein. Wir folgten ihr (so gut es ging) auf dem Fuße und fanden uns wenig später in einem blau beleuchteten Durchgang wieder. Und ich muss schon sagen: Ja, die in tiefes Mitternachtsblau getunkten Wände machten definitiv Eindruck!

Doch genug des Staunens, jetzt hieß es endlich: Hinein ins Vergnügen. Einen kurzen Plausch mit den brummigen Türstehern und 8,00 € Eintritt später, standen wir auch schon inmitten des Geschehens. Etwas verloren versuchte ich nun, mich zu orientieren und hörte von links bereits die ersten lateinamerikanischen Klänge aus den Boxen schallen. Zu meiner rechten hingegen sah ich „Miss Bootyshaking“, wie sie sich gekonnt zu einer nach unten führenden Treppe tänzelte: „Kommt, hier geht’s zu den Garderoben.“ Die Jacken ablegen? Ja, das wäre wohl keine schlechte Idee. Also tänzelten wir ihr, wenn auch weitaus weniger elegant 😉 , hüfteschwingend hinterher.

Havanna Berlin EingangUnten angekommen, wurden meine Ohren überraschenderweise von sanft-melodischen HipHop-Beats empfangen. Da ich ja (wie ihr vielleicht wißt) ein großer Fan dieser Musikrichtung bin, schoss mein Wohlfühlbarometer in diesem Moment gleich doppelt so schnell in die Höhe. Den schmalen Gang hinter zu den Garderoben tippelte ich natürlich dementsprechend in alter Kopfnickermanier entlang ;). Am Ziel erwartete mich dann bereits die nächste große Überraschung: Keine Riesenschlange vor der Jackenabgabe – und das, obwohl wir zur Hauptzeit (circa 0.30 Uhr) da waren. Nun gut, umso besser. Denn so konnten wir uns immerhin schnell der Winterkluft entledigen und deutlich weniger bepackt die restlichen Räumlichkeiten erkunden.

Gesagt, getan: Der Tanzbereich direkt neben den Garderoben stand als erstes auf der Inspektionsliste. Also näherten wir uns ihm neugierig und warfen vorsichtig einen Blick hinein: Vor einer großen Videowand, auf der verschiedene Musikclips abgespielt wurden, tanzte ein zwischen 20 und 25 Jahre altes Publikum zu den Hits der 80er Jahre. Auch wir ließen uns nicht lumpen und mischten uns ebenfalls hüfteschwingend unter’s Volk. Allen voran natürlich „Miss Bootyshaking“, die mit ihren außergewöhnlichen Tanzeinlagen definitiv den einen oder anderen Blick auf sich zog :).

Da viel Bewegung durstig macht, dauerte es nicht lange, bis sich Freund Rachen über einen steigenden Dürrepegel beschwerte. Der Fall war klar: Ich brauchte ein kühles Bierchen, um ihn wieder etwas milder zu stimmen. Also tänzelte ich mich in Richtung Tresen und beäugte das hiesige Getränkeangebot. Und während ich mich nun durch die Auswahl kämmte, dämmerte mir allmählich, warum ich fast alleine an der Bar stand: Ein kleines Bier (0,33 l) kostete stolze 4,00 €! Verglichen mit anderen Clubs zahlte man hier also locker mal einen Euro drauf. Klar ist das nicht die Welt, aber dennoch genügte es, um Freund Portemonnaie ordentlich in Entrüstung zu versetzen. Zu seinem Unglück schlägt aber trockener Rachen missmütiges Portemonnaie, sodass er sich leider von einigen seiner münzigen Gefährten verabschieden musste.

Nachdem Freund Rachen wieder einigermaßen zufrieden war, hieß es erneut: Raumwechsel. Zur Freude meines Wohlfühlbarometers ging es diesmal in den Bereich, wo die rhythmischen dumpfen HipHop-Bässe dominierten. Freudig-aufgeregt und abermals kopfnickend (das bringt diese Musik eben einfach so mit sich 🙂 ) kämpfte ich mich mit den Mädels auf die mittelgroße Tanzfläche. Und bei dem gekonnten Mix aus alten Klassikern und neuen Titeln ließ es sich hier auch eine ganze Weile aushalten – bis „Miss Bootyshaking“ ihr wichtigstes Bewegungsorgan nicht mehr im Zaum halten konnte. Schweren Herzens musste ich einsehen, dass es dafür nur eine Lösung gab: Den Salsa-Floor!

Also kämpften wir uns wieder zurück in den schmalen Gang, erklommen die steile Treppe und folgten – fast schon ein bisschen ehrfürchtig – den lateinamerikanischen Klängen bis zum nächsten Raum. Hier fingen dann die Augen von „Miss Bootyshaking“ richtig an, zu leuchten. Verständlicherweise! Denn vor uns offenbarte sich die wahre Seele des „Havannas“, die eben nicht aus einem jungen, grölenden oder wild tanzenden Publikum besteht. Nein, hier wurde zu gedimmtem Licht in vornehmlich stilvoller Kleidung paarweise Salsa getanzt! Und zwar auf wirklich eindrucksvolle Weise! Natürlich wollten wir nicht nur bewundernd starren, sondern selbst ein bisschen tätig werden. Aber so sehr meine Freundin und ich auch versuchten, uns an die wenigen Schritte aus dem dänischen Salsa-Kurs zu erinnern, es wollte einfach nicht richtig gelingen. So bestaunten wir lieber das Können von „Miss Bootyshaking“, die bereits gekonnt mit einem Tanzpartner an ihrer Seite durch den Raum fegte und unserer Dänemarkgruppe damit alle Ehre machte :).

Fazit des Abends: Ein überraschender Mix aus stilvollem Salsa- und traditionellem Discoclub, der mit großen Räumlichkeiten und passender Beleuchtung auftrumpfte. Dazu kommen solide DJs, die eine gelungene Musikauswahl auf die Plattenteller bringen und sogar den Ärger über die etwas höheren Getränkepreise vergessen lassen. Ich für meinen Teil werde mit Sicherheit nochmal wiederkommen – dann allerdings mit den richtigen Salsa-Schritten im Kopf ;).

Adresse: Havanna Club Berlin, Hauptstr. 30, 10827 Berlin