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Schnell mal ein bisschen Rumtrödeln

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Letzten Samstag stand bei mir mal wieder die Familie auf dem Programm. Dazu muss man vielleicht kurz erwähnen, dass das in meinem Fall, zumindest rein zahlentechnisch gesehen, nicht gerade spektakulär ausfällt. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen machen unsere Treffen immer riesigen Spaß und dauern in der Regel gut und gerne den ganzen Tag. Heißt im Umkehrschluss: die Hausarbeit bleibt liegen und muss auf Sonntag verschoben werden. Das wiederum heißt, mein daheim gebliebener Liebster fühlt sich vernachlässigt und wird grummelig. Doch erfinderisch wie ich eben bin, hatte ich dafür schnell eine Lösung parat :). So stopfte ich einfach ein bisschen Wäsche in die Maschine, drückte auf „Start“ und zog die personifizierte Einsamkeit vom Sofa hoch. Der Plan: Hausarbeit mit Freizeit zu verbinden. Die Umsetzung: Eine Runde Flohmarkt am Boxi, bis die Wäsche fertig ist. Los ging’s …  Den Rest des Beitrags lesen »

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Edler Stoff für die Hauptstadt

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Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass jeder Mensch kreativ sein kann. Eigentlich ja auch gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, auf wie viele verschiedene Arten das sein kann. Ob nun Schreiben, Malen oder Fotografieren – ohne Phantasie und Vorstellungskraft wären diese Dinge doch gar nicht möglich. Als ich noch klein war, habe ich vor allem meine Oma für ihr kreatives Geschick bewundert: Sie war gelernte Schneiderin und konnte ohne Weiteres mal eben eine Latzhose oder ein süßes Röckchen aus dem Handgelenk schütteln. Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis sich meine Bewunderung in schieren Tatendrang umwandelte. Nur leider, leider bin ich bei Weitem nicht mit so viel Geduld gesegnet, wodurch die Welt der Modeschneiderei weiter vor mir verborgen bleiben sollte. Trotzdem kann man ja ab und zu wenigstens so tun, als ob ;). Und welcher Ort würde sich dafür wohl besser eignen als der samstagliche „Stoffmarkt am Maybachufer“ (immer von 11.00 Uhr – 17.00 Uhr)?!

Wie ihr euch sicherlich schon vorstellen könnt, ist die Marktidee nicht nur meiner Bewunderung für flotte Nähkünste entsprungen. Nein, mein neuerdings unter die Schneider gegangener Freund wollte eigentlich ein paar günstige Stoffmeter zum Rumprobieren erstehen. Und da es bei Karstadt nicht unbedingt vor Sonderangeboten wimmelt, entschieden wir uns spontan für den kleinen Ausflug ins Reich des feilschenden Gewandes. Das Gute dabei: Der Weg dorthin war noch nicht mal besonders lang (was an einem Samstag in Berlin durchaus eine entscheidende Rolle spielt 😉 ). Nach circa 15 Minuten vom U-Bahnhof Warschauer standen wir bereits an der Ecke Maybachufer/Kottbusser Damm, quasi dem Kopf des Geschehens.

Stoffmarkt MaybachuferHier musste ich erstmal kurz inne halten. Denn was meine Nase in diesem Moment alles einfing, war an Vielfalt und Köstlichkeit kaum zu übertreffen: Sowohl herzhafte als auch süße Düfte, vorwiegend orientalisch angehaucht, zogen durch die Luft und versetzten den offenbar niemals ruhenden Freund Magen ordentlich in Wallung. Immerhin ließ mich das wieder in Bewegung setzen – der Grummelbauch wollte schließlich besänftigt werden. Also schnappte ich mir meinen ebenfalls schnüffelnden Liebsten und wagte mit ihm gespannt die erste Stoffrunde.

Überraschenderweise war es auch weit weniger belaufen, als ich erwartet hätte. Zwar gab es kaum einen Stand, der vollkommen einsam sein Dasein fristen musste, aber zum gemütlichen Schauen, Wühlen und Stöbern blieb überall noch genügend Platz. Und vor allem genügend Gelegenheit: Denn neben Unmengen an verschiedensten Stoffen (zwischen 2,00 € und 6,00 € / Meter) hatten sich zu meiner großen Freude auch einige Schmuck- und Klamottenhändler dazwischen gemogelt. So konnte ich mich – nachdem die anfängliche Euphorie über kreative Nähkünste verflogen war – einfach unbeobachtet den schon fertigen Stücken widmen :).

Bei soviel Stöberei schien Freund Magen ganz vergessen zu haben, dass er noch ein paar Minuten zuvor für ordentlich Furore gesorgt hatte. Kaum standen wir nach einem scheinbar niemals enden wollenden Stoff-Marathon vor den sehnsüchtig erschnüffelten Fress-Buden, gab er keinen Mucks mehr von sich. Na fein, sollte mir auch recht sein. Denn der andere Freund in meiner Handtasche würde diese Entscheidung mit Sicherheit begrüßen – obwohl es bei den durchweg moderaten Preisen sicherlich keinen Streit gegeben hätte ;). So zogen wir also ohne Essen und ohne Stoff (Mister Superschneider befand sich nämlich noch in einer inspirativen Phase, die nicht vorschnell beendet werden sollte! 🙂 ) von dannen, um die gewonnenen Eindrücke für neue kreative Ideen zu nutzen.

Fazit des Ganzen: Wer tatsächlich Material für die Auslebung seiner (künstlerischen) Schneiderader sucht, ist hier definitiv an der richtigen Adresse! Denn der Markt punktet nicht nur mir seiner riesigen Auswahl, sondern auch mit günstigen bis moderaten Preisen! Für mich war es allerdings eher ein netter Aufpepper des Samstagnachmittags – die Rolle des stillen Bewunderers steht mir eben einfach besser ;).

Zuhause bei Daniel Düsentrieb

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Erfindungen und Ideen kommen (meist) nicht über Nacht! Das habe ich mal sehr eindrucksvoll in einer meiner Innovationsmanagement-Vorlesungen gelernt. Darin sollten wir ein Alien zeichnen – so, wie wir uns eben eines vorstellten. Keine schwere Aufgabe, oder?! Das dachten wir auch und nach kurzer Zeit hatten alle ihre Stifte beiseite gelegt. Die Dozentin sammelte unsere Kunstwerke ein und hing sie vorne an der Tafel auf. Dann betrachtete sie jedes Einzelne und fing an, zu schmunzeln: „Fällt Ihnen etwas an den Bildern auf?“ Keine Antwort. „Nein? Nun, Sie alle haben zwar viel Phantasie, bewegen sich aber ausschließlich in der Ihnen bekannten Vorstellungssphäre. Dieses Alien hier hat zum Beispiel Tentakeln – das kennen Sie von einer Krake, richtig?!“ Und so führte sie uns Stück für Stück vor Augen, wie schwierig es tatsächlich ist, gänzlich Neues zu entdecken und daraus etwas Nützliches zu kreieren. Wenn ich also eines aus dem Kurs mitgenommen habe, dann ist es der Respekt für Querdenker im Daniel Düsentrieb-Format! Und um sich dessen mal wieder so richtig bewusst zu werden, besuchte ich kürzlich einen wahren Quell des innovativen Gedankenguts: den „Erfinderladen“ im Prenzlauer Berg.

erfinderladen-berlinSchon von Weitem leuchtete mir das weiß-schwarze Logo entgegen, das einem direkt zu verstehen gab, worum es hier ging: Ideen! Und zwar richtig gute Ideen, die es wert sind, in dem kleinen hellen Laden ausgestellt zu werden. ‚Nun gut‘, dachte ich mir, ’schwingst du dich mal durch die Tür und schaust dir das Ganze an.‘ Gedacht, getan: Schon stand ich zwischen vielen kleinen und großen weiße Regalen mit allerhand interessanten Dingen drin.

Um mich nun nicht völlig kopflos durch die zahlreichen Gänge zu stürzen, entschied ich mich für den guten alten Rundgang. So konnte ich immerhin auch sicher sein, keine der Kuriositäten zu verpassen :). Doch die ließen zunächst auf sich warten. In den kleinen Körbchen am Schaufenster zeigten sich nämlich eher Geschenkartikel, die man auch locker in jedem „NanuNana“ findet. Enttäuscht fischte ich darin herum und wandte mich wieder ab. Und gerade, als ich mich schon völlig den fallenden Mundwinkeln hingeben wollte, sah ich doch noch ein Leuchten am Ende des Ganges: das Bierbraufässchen-Starter-kit (29,90 €)! Wie toll ist das denn?! Seinen eigenen Malzsaft in der heimischen Küche brauen – das nenn‘ ich mal innovativ ;). Während ich nun näher heran trat, um mir das Prachtstück etwas genauer anzuschauen, stolperten meine Augen über einen älteren Herrn mit Brille, der mir vom Nachbarprodukt entgegen lächelte. Neugierig und automatisch zurück lächelnd betrachtete ich das Foto, auf dem – laut des Textes rundherum – der Erfinder abgebildet war. Wow, ein echter Daniel Düsentrieb neben seiner Kreation – wenn das nicht authentisch ist!

Immer noch hoch begeistert, wandte ich mich wieder ab – immerhin gab es ja noch Einiges mehr zu entdecken! Und so schwang ich mich durch die verschiedenen Abteilungen, von Haushaltshilfen über Gartenzubehör bis hin zu witzigen Deko-Ideen. Dabei erspähte ich zum Beispiel die rockende Eieruhr, die den musikalischen Frühstücksliebhaber mit einem von drei Rock-Songs auf das Ende der Kochzeit einstimmte (19,90 €). Oder aber auch die witzige Plätzchen-Ausstechform im „Like“-Format (9,95 €). Zwar bin ich nicht unbedingt als fleißige Backfee bekannt, aber ich kenne den einen oder anderen, der sich sicherlich zu einem kleinen Kuchenteiginferno hinreißen lassen würde ;). Und genau darauf zielte der „Erfinderladen“ offenbar auch ab. Denn sämtliche Dinge, die ich dort entdecken konnte, würde ich mir nicht unbedingt selbst zulegen, sondern eher verschenken.

Als ich mich nun mit dieser Erkenntnis in Richtung Ausgang bewegte, merkte ich plötzlich ein Zuppeln an der Hand: Mein Liebster, der selbstverständlich ebenfalls mit von der Partie war, zeigte ganz aufgeregt auf einen anderen, etwas dunkleren Raum und flüsterte: „Guck mal, wollen wir da auch nochmal rein gucken?“ Aber natürlich wollten wir! Durch meinen schlendrigen Tunnelblick wäre mir das zweite Ausstellungszimmer fast entgangen. Gut, dass wir zu zweit unterwegs waren ;).

Oder eben auch nicht. Denn was darin geboten wurde, hätte man sich durchaus sparen können. So kam das Highlight in einem länglichen Pferdekissen daher, bei dem ich vergeblich den großen Pioniergeist dahinter suchte. Und auch Freund Adlerauge konnte sich bei einigen der angepriesenen Artikel nur ein Kopfschütteln abringen. Tja, vielleicht fehlte uns an dieser Stelle einfach der richtige Erfinderblick dafür.

Nichtsdestotrotz fand ich den kleinen Ausflug ins Reich der „Dichter und Denker“ ganz nett, aber eben nicht überragend. Wer auf bahnbrechende Erfindungen hofft, ist im „Erfinderladen“ schlichtweg an der falschen Adresse – für kuriose Geschenkideen bietet das Geschäft hingegen eine große Auswahl zu vertretbaren Preisen. Die Backform für die nächste Geburtstagsparty ist bei mir jedenfalls schonmal vorgemerkt ;).

Dem Wa(a)hnsinn auf den Fersen

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Der gute alte Schlager – entweder man liebt ihn, man hasst ihn oder man ist einfach betrunken genug dafür. Ich persönlich bin eigentlich überhaupt kein Freund dieser dauerstrahlenden, gute-Laune-Sänger, aber zu bestimmten Anlässen ertappe ich mich dann doch, wie ich den einen oder anderen Song erschreckend textsicher mitträllere. Allen voran natürlich Wolfgang Petry! Seinem „Wahnsinn – Hölle Hölle Hölle“ kann man sich eben einfach nicht entziehen :). So erging es scheinbar auch einem Vintage-Geschäft in der Rosenthaler Straße, über das ich vergangenen Samstag zufällig stolperte. Das orange Schild mit der Aufschrift „Waahnsinn Berlin“ fiel mir so offensichtlich ins Auge, dass ich gar nicht anders konnte, als mal einen Blick hinein zu werfen.

Waahnsinn Berlin.jpgPeinlicherweise muss ich gestehen, dass ich beim Betreten des Ladens tatsächlich das besagte Lied vor mich hinsummte. Zum Glück war das Geschäft nicht sonderlich voll. Als mir mein unterbewusstes, musikalisches Debakel auffiel und ich mich erschrocken umsah, erntete ich zumindest keine hämischen Blicke. Dafür verfielen die Meinen zugleich in leuchtendes Staunen: Anders als erwartet bot der Laden nämlich nicht nur Kleidung und Accessoires, sondern auch Möbel, Lampen und allerlei Anderes, was in eine Wohnung im kreativen Stil so rein passt. Besonders die außergewöhnlichen Leuchten im Eingangsbereich hatten es mir auf Anhieb angetan. Da ich allerdings erst gar nicht in Versuchung kommen wollte, meinen geliebten Kronleuchter aus dem Wohnzimmer zu verbannen, zwang ich mich schweren Herzens zum Weitergehen. Und so drehte ich meine Runde – vorbei an der Herrenecke, den orientalisch und 60er/70er angehauchten Accessoires bis hin zu einigen nostalgischen Hinguckern wie den niedlichen DDR-Plastikstühlen.

Waahnsinn BerlinImmer noch verzückt von deren Anblick und sie gedanklich schon in der Küche platzierend, merkte ich plötzlich, wie mein Freund (ja, natürlich war er auch wieder mit dabei 🙂 ) an meinem Ärmel rumzuppelte. Etwas genervt drehte ich mich fragend zu ihm und folgte seinem Zeigefinger in Richtung der Kleiderständer. Und da hangen sie alle: wunderschöne Pünktchen-Kleider im 50er Jahre Stil nach originalgetreuem Schnitt! Ich brauche wohl an dieser Stelle nicht zu erwähnen, wie sich mein eben noch angenervtes Gesicht in freudige Euphorie wandelte und ich aufgeregt zu den Ständern stürmte. Nachdem ich jedes Kleid genau inspiziert hatte, wagte ich mich vorsichtig an das Umdrehen der Preisschilder heran: erstaunlicherweise günstiger als erwartet!

Alle Stücke kosteten zwischen 30,00 € und 50,00 €. Wäre der Sommer nicht schon fast vorbei, hätte ich mir bestimmt mindestens eines davon gegönnt. Naja, immerhin kenne ich ja jetzt die Quelle :). Generell war das Preisniveau des etwas chaotisch eingerichteten „Waahnsinns“ durchaus vertretbar und mit ein bisschen Suchen sogar richtig günstig. Eine Herrenjacke gab es beispielsweise schon für 35,00 € – und wir reden hier nicht von Standardware à la H&M, sondern von echten kleinen Vintage-Schätzen!

Mein Fazit fällt deshalb entsprechend positiv aus. Kurz gesagt: Schaut vorbei, es lohnt sich wirklich! Ganz egal, ob Klamotten, Accessoires oder kleine Möbelstücke – dieser Laden bietet eine echt schöne Auswahl an Dingen, die man eben nicht an jeder Ecke bekommt. Mich hat er auf jeden Fall als neue Stammkundin dazu gewonnen – wenn das mal nicht in reinem Waahnsinn endet 😉 ?!

Samstagliches Schlendern mit Berliner Kleinstadt-Flair

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Die typische deutsche Kleinstadt hat wahrscheinlich schon jeder von uns einmal besucht: Es gibt eine Fußgängerzone mit einigen bekannten und vielen unbekannten Läden, den Marktplatz, auf dem mit Sicherheit gerade nichts los ist, wenn man ihn besucht und natürlich eine alte Kirche, die mitten im Stadtzentrum liegt. Dazu kommt, dass sich der Trubel auf den Straßen in Grenzen hält und man sich in aller Ruhe seinen touristischen Aktivitäten widmen kann. Berlin ist da hingegen schon ein etwas anderes Kaliber – besonders von „in aller Ruhe“ kann im typischen Stadtgeschehen kaum mehr die Rede sein. Das dachte ich zumindest bis vor Kurzem. Vergangenen Samstag überraschte mich mein Liebster nämlich mit einem spontanen Ausflug in die Spandauer Altstadt und belehrte mich (wie so oft) eines Besseren.

Fußgängerzone in der Altstadt SpandauMit der U7 ging es dazu relativ unproblematisch zum U-Bahnhof Altstadt-Spandau, sodass wir nach ein paar angestrengten Schnaufern über die Bahnhofstreppen bereits inmitten der Fußgängerzone standen. Fußgängerzone! Eine echte Rarität in der Hauptstadt! Zwar gibt es neben zahlreichen Shopping-Centern noch ein paar Einkaufsstraßen, aber autofreie Ladenzeilen sind wahrlich spärlich gesät. Umso erfreuter schlenderte ich an den vielen verschiedenen Läden vorbei und bestaunte deren üppige Schaufensterauslagen. Das Schöne daran war, dass der Großteil von ihnen aus kleinen Einzelhändlern bestand, die man eben nicht an jeder Ecke findet. Auch die Hausfassaden darüber waren einen zweiten Blick wert: Sauber verputzt und im typischen Altbau-Stil ließen sie bei mir sofort Erinnerungen an meinen letzten Ausflug nach Rheine/NRW aufkommen.

Zu meinem großen Bedauern hatte man in der Spandauer Altstadt allerdings nicht nur auf das entsprechende Kleinstadt-Flair geachtet, sondern sich auch gleich an den dazu passenden Öffnungszeiten orientiert. Für mich als Friedrichshainerin natürlich ein Schlag ins Gesicht: Samstagsshopping bis 18 Uhr – Verzeihung, aber dafür bin ich leider zu verwöhnt! Immerhin hatten die vielen kleinen Cafes und Restaurants dazwischen geöffnet, die vom Preis her -soweit ich das sehen konnte- alle recht moderat daher kamen. Einzig ein Fischrestaurant hebte sich ein bisschen aus der Masse hervor, aber für Fisch zahlt man ja generell immer etwas mehr.

Marktplatz in der Altstadt SpandauAm Ende der Fußgängerzone trumpfte die Altstadt noch einmal richtig auf und setzte dem Kleinstadt-Klischee sprichwörtlich die Krone auf. Sicherlich könnt ihr euch bereits denken, was uns erwartete: ein großer Marktplatz, auf dem natürlich gerade kein Markt stattfand :). Fairerweise muss man dazu sagen, dass es bereits halb sieben war. Dafür war es trotz schönen Wetters recht leer und entspannt, sodass sich unsere Aufmerksamkeit schnell auf die angrenzende Kirche richtete. Normalerweise hätten wir diese sicher ein bisschen näher inspiziert, jedoch hatte die Duftwolke der vielen Restaurants aus der Fußgängerzone langsam ihre Wirkung entfacht. Mit grummelndem Magen begaben wir uns daher auf unseren einstündigen Rückweg – allerdings nicht, ohne vorher noch einen kleinen Zwischenstopp in den „Arcarden“ eingelegt zu haben. Bei der Gelegenheit testeten wir das Center auch gleich noch auf sein Snackpotenzial (Asia-Nudeln: Prädikat befriedigend) und gingen so einigermaßen gesättigt zum Bahnhof.

Alles in allem hat mir der Ausflug ins Berliner Kleinstadtleben wirklich gut gefallen! Von den verträumten Einkaufsgassen über den großen Marktplatz bis hin zu den verschiedenen Restaurants wurden wirklich keine Details ausgelassen. Die entspannte Shopping-Atmosphäre mit den kleinen Geschäften werde ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal genossen haben – allerdings dann mit einem kleinstadtgerechteren Zeitmanagement. 🙂

Im Paradies der stöbernden Prinzessinen

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Und wieder einmal war mein Blick in den Kleiderschrank mit tränenreicher Verzweiflung erfüllt. Obwohl ich eigentlich nicht der Typ bin, der über Jahre stetig die gleichen Klamotten hortet, habe ich oft das Gefühl, dass ich immer dasselbe trage. Klar, man hat eben seine Lieblingsteile. Aber trotzdem sollten doch genug davon im Schrank sein, um zumindest eine Woche mit ein bisschen Abwechslung am Körper vor die Tür treten zu können. Für mich gibt es da nur ein Gegenmittel: einkaufen! Weil das aber auf Dauer wegen der (zu) häufigen Ich-hab-nichts-mehr-zum-Anziehen-Anfälle Freund Portemonnaie verärgert, habe ich vergangenen Sonntag mal eine Alternative zu Shopping-Malls & Co. besucht: den guten alten Flohmarkt.

Auf die Idee gebracht hatte mich eine Facebook-Werbeanzeige des „Kreuzboerg Flowmarktes“, die scheinbar meine verzweifelte Lage gerochen hatte (an dieser Stelle ein Kompliment an das zuständige Social Media Marketing Team!). Auf den Bildern machte der Markt erstmal einen ganz netten Eindruck, sodass ich mich spontan in die U8 schwang, um mir das Spektakel mal genauer anzuschauen. Am U-Bahnhof Moritzplatz angekommen, dauerte es keine zwei Minuten, bis ich vor dem Ort des Geschehens stand: den „Prinzessinengärten“ in Kreuzberg.

Eingang Kreuzboerg Flowmarkt Der Eingang selbst erinnerte mich sofort an diese typischen neuen Berliner „In-Clubs“, deren Dekoration vor allem aus Holz und Pflanzen besteht – naja, Kreuzberger Szene-Kiez halt. Dafür stand man nach nur wenigen Schritten bereits inmitten des Markttreibens. Was mir dabei sofort auffiel, war die fehlende Rundgang-Struktur. Nun werden an dieser Stelle wieder einige sagen, dass man eben nicht immer so deutsch-akkurat sein soll. Unglücklicherweise zähle ich aber einfach zu den Menschen, die es mögen, wenn eine gewisse Struktur vorhanden ist und man sich einen Plan machen kann. So stand ich jedoch etwas verloren vor drei/vier verschiedenen Gängen und wusste nicht, wo ich anfangen soll. Schließlich übernahm meine wilde Seite die Führung und trieb mich spontan und ohne Plan in den ersten Gang :).

Meine Blicke schweiften neugierig über die verschiedenen Tische und ich stellte schnell fest, dass sich das Angebot größtenteils auf Selbstgemachtes/-designtes oder diverse Nutzpflanzen (Ja richtig! Nutzpflanzen!) beschränkte. Das einzige, was ich wirklich vermisste, war dieser typische Flohmarkt-Trödel. Dinge wie gebrauchte Haushaltswaren, Kassetten oder eben Kleidung suchte man auf diesem Markt schlichtweg vergeblich. Vielleicht sollte so das Preisniveau ein bisschen höher gehalten werden, da ausrangierte Trödelsachen in der Regel günstiger zu haben sind als die angebotenen Designerstücke? Vielleicht passt aber auch ein Designermarkt mittlerweile besser ins Kreuzberger Stadtbild als der typische Trödelhändler. Schade eigentlich, denn genau deswegen war ich ja ursprünglich hier. So widmete ich mich mit einer ordentlichen Portion Enttäuschung im Gesicht den restlichen Gängen.

Kreuzboerg FlowmarktDie schöne Umgebung des Marktes mit der üppigen Bepflanzung und dem naturellen Erscheinungsbild ließ die Enttäuschung jedoch wieder etwas verblassen. Besser noch, sie sorgte sogar noch einmal richtig für aufkomme Schlenderlaune. Man hatte einfach die unerklärliche Lust, sich auch den vierten und fünften Gang anzusehen – obwohl man bereits wusste, dass Freund Portemonnaie heute verschont bleibt. Diese Wohlfühlatmosphäre explodierte regelrecht, als ich im hinteren Teil der Gärten mein persönliches Highlight entdeckte: ein unter Bäumen, großflächiges Sitzareal, in dem man an verschiedenen Ständen eine Kleinigkeit für den (Frust-) Appetit oder Durst bekam. Hätte ich das eher gewusst, wäre ich wahrscheinlich direkt dorthin marschiert und hätte mir die wenigen Gänge des kleinen Flowmarktes erspart.

Insgesamt muss ich sagen, dass der Kreuzboerg Flowmarkt nach meinem Empfinden kaum etwas mit einem richtigen Trödelmarkt zu tun hat. Wer aber auf der Suche nach individuellen Designerstücken ist und dafür bereit ist, ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, wird hier bestimmt fündig. Mich trefft ihr dann wahrscheinlich eher in dem gemütlichen Sitzareal bei Steak und Bier an :).

Buntes Markttreiben im Bergmannkiez

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Was ist eigentlich aus den guten alten Discounter-Produkten geworden? Billig in der Herstellung, haltbar durch Konservierungsstoffe und einfach in der Handhabung – klingt doch eigentlich ganz vielversprechend, oder?! Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich immer mehr Menschen von den günstigen Supermarktschlagern abwenden und stattdessen genau das Gegenteil suchen. Frisch muss es sein, unbehandelt und am besten noch aus der eigenen Region! Schließlich ist es unmöglich, dass einen der Bauer um die Ecke bescheißt – beim Landwirt aus Übersee scheinen die Zweifel allerdings legitim. Nichtsdestotrotz hat mich diese Entwicklung neugierig gemacht: Ist es tatsächlich so viel besser, dem guten alten Discounter-Nachbarn die Freundschaft zu kündigen? Um das herauszufinden, habe ich mich in eines der Herzstücke für frische Lebensmittel gewagt: die „Markthalle 11“.

Durch ihre zentrale Lage am Marheinekeplatz im Kreuzberger Bergmannkiez hört man auch immer wieder als Marheinekehalle von ihr. Und die machte zumindest von außen schonmal einen pompösen Eindruck. Nun muss ich an dieser Stelle vielleicht auch erwähnen, dass Markthallen bis zu diesem Zeitpunkt absolutes Neuland für mich waren. Umso gespannter war ich daher auf das Innenleben. Drinnen angekommen kam sofort das altbekannte Gefühl des heimischen Wochenmarktes auf. Verschiedenste aneinander gereihte Stände mit Obst, Fleisch, Käse und vielem mehr fanden sich in insgesamt drei Gängen bis zum Ende der Halle wieder. Allesamt waren mit mal mehr, mal weniger brüllig-veranlagten Besitzern ausgestattet, die versuchten, die überschaubare Menge an Besuchern anzulocken. Dabei erwies sich vor allem das Verteilen kleiner Kostproben als wirksames Mittel. Wenn es etwas umsonst gibt, lassen sich eben auch die hoch-ethischen Frischekäufer nicht von den Schnäppchenjägern im Discounter unterscheiden :).

Besonders schön fand ich, dass neben den typischen Einkaufskunden auch Schlenderer auf ihre Kosten kamen. Die konnten sich nämlich an einem der zahlreichen Gastro-Stände niederlassen und ein bisschen abseits vom regen Markttreiben gemütlich einen Happen essen. Die Auswahl der kleinen Imbissanbieter beschränkte sich dabei meist auf ihre regionalen Spezialitäten. So fand man dort nicht nur Köstlichkeiten aus Fernost oder dem mediterranen Raum, sondern konnte sich ebenso beim typischen Metzger um die Ecke niederlassen. Eines hatten sie hingegen allesamt gemeinsam: Die Speisen wurden direkt vor den Augen des Besuchers frisch zubereitet. Das machte nicht nur Appetit auf mehr, man wusste auch noch, was genau der Appetit gleich erwarten durfte!

Einen kleinen Nachteil bringt das überdachte Frischeparadies dann allerdings doch noch mit sich. Die regionalen und teilweise sogar biologisch-hergestellten Produkte ließen sich die Händler nämlich auch ordentlich etwas kosten. Ganz egal, ob Imbiss oder Einkäufe für Zuhause: Ein gut gedecktes Konto ist für die Markthalle definitiv von Vorteil! Wer also eher über einen schmalen Geldbeutel verfügt, sollte auf einen Großeinkauf hier lieber verzichten. Oder eben entsprechend darauf hin sparen.

Dennoch muss ich zugeben, dass mich der Besuch in der Markthalle 11 zum Nachdenken gebracht hat. Nicht nur, dass viele Produkte dort in Punkto Frische und Qualität ihrer Konkurrenz aus dem Discounter überlegen sind, auch die entspannte Marktatmosphäre und der persönliche Kontakt zu den Händlern haben bei mir das Erlebnis-Einkaufen-Gefühl wieder hervorgeholt. Da es aber auch für ein leeres-Portemonnaie-Gefühl gesorgt hat, wird die Markthalle wohl nicht zur Daueralternative werden können. Eine Kombination aus beidem dürfte zukünftig allerdings drin sein ;).