Sommer

Mit Schirm, Charme und … Eiscreme?!

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Heute kann ich es endlich stolz verkünden: Die Bakterienfront ist offiziell besiegt – oder zumindest vorerst in die Flucht geschlagen :).  Schon beeindruckend, was eine Woche Zwangsschonung und Medikamente so ausmachen können. Gut, der Hals kratzt zwar noch ein bisschen, aber im Vergleich zu letzter Woche fühle ich mich wieder wie Hulk zu seinen Wutzeiten. Außerdem gibt es ja zur Not auch dieses eine besondere Mittel, wenn sich Freund Gurgel gar nicht mehr beruhigen will. Na? Kommt ihr drauf? Richtig: die gute alte Eiscreme. Und weil Vorsicht bekanntlich besser ist als Nachsicht (und nur deswegen! 😉 ), zog es mich gestern ins nahe gelegene Eiscafé „Fior di Mocca“ am S-Bahnhof Hermannstraße.  Den Rest des Beitrags lesen »

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Hinter den sieben (Reh-) Bergen

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Als Kind gab es für mich wohl kaum etwas Schöneres als den Besuch im Tierpark. Stunde für Stunde habe ich vor den Gehegen gestanden, gestaunt und natürlich – wie wohl jeder von uns 😀 – versucht, durch „Uuuuh Uuuuh“s oder „Määäh Määäh“s ein nettes Gespräch mit den Bewohnern anzufangen. Zugegeben, waren die meisten davon eher einseitiger Natur. Aber immerhin erhaschte ich so den einen oder anderen Blick, der nicht selten (angetrieben von der Motivation, es besser zu können) in einem neuen Kommunikationsversuch seines Besitzers endete. Ja, da sag‘ nochmal einer, wir Berliner wären nicht redselig :D. Und das sollte auch mein Liebster kürzlich am eigenen Laib erfahren: bei einem kleinen, arglosen Spaziergang im „Volkspark Rehberge“.

Freiluftkino Volkspark RehbergeAber dazu später mehr. Zunächst galt es nämlich erstmal, den Eingang ins grüne Weddinger Vergnügen zu finden. Ja, für jemanden, der nur selten aus dem eigenen Kiez herauskommt, kann das schon herausfordernd sein :). Dank Google Maps hielt sich die Verirrungsgefahr allerdings in Grenzen, sodass wir nach einem kurzen Marsch über die „Swakopmunder Straße“ bereits vor dem Freiluftkino des Parks standen: „Oh, hier war ich mal mit ’nem netten Mädel einen Film gucken – da kannten wir uns noch gar nicht.“ tönte es plötzlich von meiner Rechten. Die dabei in der Stimme schwimmende Wehmut veranlasste mich direkt zu einem zarten Ellenbogenstoß: „Na wie gut, dass diese traurigen Zeiten jetzt vorbei sind, nicht wahr?!“ Schelmig grinsend nickte mein Freund und folgte mir über den steinigen Weg hinein.

Fluss im Volkspark RehbergeVorbei an einem breiten Fluss, standen wir nach einigen Metern vor der ersten kleinen Abzweigung. Tja, wohin nun?! Die Entscheidungsfreude schien sich an diesem sonnigen Tag offenbar auch eine Auszeit genommen zu haben. Die Intuition einer Frau tut das hingegen nie ;). Also griff ich beherzt nach der Hand meines nostalgischen Kinogängers und zog ihn zielsicher auf den geradeaus führenden Weg. Dabei bemerkte ich, dass trotz des schönen Wetters verhältnismäßig wenig Leute durch den Park spazierten. Versteht mich nicht falsch, ich bin sowieso kein Freund von Massenansammlungen, von daher begrüßte ich die entspannte Leere – aber ein bisschen verwunderte es mich schon.

Tiergehege im Volkspark Rehberge„Guck mal, sind das da hinten nicht Tiergehege?“ riss mich plötzlich eine am Arm zuppelnde Stimme aus der Grübelei. Und mein eben noch erschrockener Blick verwandelte sich direkt in pure Verzückung! Denn ja! Vor uns waren tatsächlich ein paar riesige Tiergehege zu sehen. Vom Enthusiasmus gepackt, stürmte ich sofort die nach rechts führende Abzweigung hinunter, bis hin zu den großen Zäunen auf der Wiese. Mein Liebster, deutlich weniger enthusiastisch, hinterher. Kaum hatte ich das Ziel erreicht, scannten meine Augen auch schon den Bereich der Begierde nach seinen Bewohnern ab. Doch die waren leider alle in kaum erkennbarer Ferne – was mich natürlich nicht davon abhielt, mit ein paar lauten „Määäh Määäh!“s auf mich aufmerksam zu machen. Erfolgreich! – Allerdings bei der falschen Zielgruppe. Mein breit grinsendes Anhängsel war mittlerweile nämlich ebenfalls am Zaun eingetroffen und strahlte verzückt: „Naaa? Ein Gespräch unter Gleichgesinnten?“ Mürrisch ließ ich daraufhin von der drahtigen Trennwand ab und stiefelte – ein bisschen geknickt – an der Seite des „Stichel-Königs“ zurück auf den Hauptweg.

Hügel im Volkspark RehbergeDer strahlende Sonnenschein, die blühenden Bäume und das satte Wiesengrün ließen den Gram über die tierische Ignoranz allerdings schnell wieder verfliegen. Stattdessen bogen wir frohen Mutes auf den breiten Nebenweg ein, der zwischen zwei großen Liegewiesen entlang führte. An seinem Ende erspähte mein Liebster plötzlich einen kleinen Hügel, auf dem eine Sitzbank stand. Na wenn das mal kein guter Platz für ein Zwischenpäuschen ist. Denn: – Achtung Zitat! – „Man muss doch nicht die ganze Zeit in Bewegung bleiben!“ Und Recht hatte er. Nach einem kurzen, aber üppigen Anstieg konnten wir schließlich entspannt die schöne Aussicht über die vordere Parkseite genießen – bis ich eine Viertelstunde später wieder dem unermüdlichen Bewegungsdrang verfiel :). Tja, was soll ich sagen?! Geduld und Entspannung zählen eben nicht unbedingt zu meinen Tugenden. Also fügte sich „Mister Gemütlichkeit“ genervt in sein Schicksal und bummelte mit mir – für zwei Kugeln Eis als Entschädigung (im nahegelegenen „Eiscafe Kibo“: sehr lecker 🙂 ) – die letzte Runde durch den Park.

Fazit des Ganzen: Ein sehr schöner, überraschend entspannter Park im Herzen von Wedding. Zwar muss ich ehrlich zugeben, dass ich mir die Anlage ein bisschen größer vorgestellt hatte, allerdings wurde das durch die vielen „Entertainment“-Angebote wie Freiluftkino oder Tiergehege wieder aufgewogen. Wenn es noch ein bisschen wärmer draußen wird, komme ich bestimmt nochmal wieder – dann aber vielleicht mit dem einen oder anderen Futterlockmittel in der Tasche ;).

Adresse: Volkspark Rehberge, Windhuker Str. 52A, 13351 Berlin

Dem Himmel eine Klunker-Spitze näher

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Das Fliegen hat die Menschheit schon seit jeher fasziniert. Doch seit dem Start der ersten Serienflieger hat sich am Ausflugsziel „hohe Lüfte“ einiges geändert. Für viele ist es nicht mehr nur ein Weg, um schnell von A nach B zu kommen, sondern auch, um sich den besonderen Nervenkitzel zu holen. So kenne ich selbst eine Menge Leute, für die zum Beispiel ein Fallschirmsprung die ideale Ergänzung zu einer stressigen Arbeitswoche ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass sowas für mich überhaupt nicht in Frage kommen würde. Alleine schon die Vorstellung, ohne Bodenkontakt in der Luft herum zu schweben, löst bei mir statt einem Hallejuja-Gefühl eher die pure Todesangst aus. Nicht aber so mein Liebster, der solche Flug-Szenarien immer mit einem begeisterten „Hrr hrr“ und einem Ellenbogenstupser in meine Hüfte kommentiert. Um mich nun auch ein bisschen vom Erlebnis „luftige Höhe“ zu überzeugen, schleppte er mich vergangenen Samstag in eine Bar der besonderen Art: den „Klunkerkranich“ auf dem Dach der „Neukölln Arcaden“.

Ein bisschen befremdlich war die Situation schon, als wir auf dem Weg zu einem entspannten Freitagsdrink durch ein überfülltes Einkaufscenter düsten. Trinken und Shopping haben ja irgendwie genauso viel gemeinsam wie Bier und Pfefferminztee. Aber naja, der Konzepte gibt es viele und vielleicht erwartete uns ja eine echte Überraschung. (Ich kann hier schonmal vorweg nehmen: Ja, das tat es!) Doch zunächst galt es herauszufinden, wo denn der Fahrstuhl ins trinkerische Glück abfuhr. Der „Klunkerkranich“ befindet sich nämlich nicht direkt im Center selbst, sondern ist nur über einen kleinen Fußmarsch auf dem höchsten Parkdeck zu erreichen. Nach circa 15 Minuten dümmlichen Rumirrens erreichte ich mit meinem Auskenn-Ass schließlich die schweren Eisentüren des Lifts. Ein Klick auf den Knopf, zehn Minuten Warterei und eine stockende Fahrt später, standen wir auch schon auf dem betonierten Boden der Parkebene fünf. Glücklicherweise wies uns dort direkt ein hölzernes Schild den richtigen Weg, sodass uns eine weitere Portion Orientierungslosigkeit erspart blieb. Sehr gut!

Aussicht KlunkergartenWährend wir uns dem Ziel näherten und ich ein frisches Bier schon förmlich auf der Zunge schmecken konnte, fiel unser Blick durch die offenen Stellen des Parkhauses: Was für eine Aussicht! Ich merkte richtig, wie sich die eben noch auf der Zunge gelegene Aufmerksamkeit in meinen Augenhöhlen einnistete und mir ein raunendes „Wow“ entlockte. Vor uns erstreckte sich nämlich die Skyline Berlins – allerdings nicht in so spielzeughafter Höhe, wie man es vielleicht vom Fernsehturm aus kennt, sondern irgendwie ebenbürtiger. Man befand sich zwar auf einer höheren Ebene, war aber dennoch nicht zu weit entfernt. Als wir uns für’s Erste satt gesehen hatten, setzten wir die Mission „Finde den Weg zum Klunkerkranich“ umso gespannter fort.

Nach einem weiteren kleinen Fußmarsch von etwa zwei Minuten über eine kurvige Schräge nach oben hatten wir es endlich geschafft. Gut gelaunt und frohen Mutes wollte ich nun das Ziel erkunden, wurde aber von einer schweren Hand auf meiner Schulter gestoppt: „Heute ist Eintritt. 3,00 €.“ Eine Bar mit Eintrittspreisen?! Wirklich? Ich schaute verwirrt zu dem mürrisch drein guckenden Türsteher und drehte mich dann weiter zu meinem Freund. Der zuckte nur mit den Schultern und verzog sein Gesicht à la: „Ich komm zwar mit, finde es aber blöd.“ Recht hatte er! Es war blöd. Deshalb verneinte ich höflich und wir räumten das Feld.

Klunkergarten BerlinAls wir nun enttäuscht den Weg zurück antraten, bemerkten wir plötzlich den kleinen alternativ-angehauchten Garten nebenan: Eine hölzerne Bar, einige hölzerne Sitzbänke und eine ebenso atemberaubende Aussicht. Warum zur Hölle soll ich da noch extra Eintrittsgeld bezahlen?! So ließen wir uns dort nieder und genossen für ein paar Minuten den Panoramablick in grün-urbaner Atmosphäre. Kurz darauf meldete sich mein Feierabenddurst zurück. Mit einem leisen Stöhner raffte ich mich wieder auf, um ihn durch einen kleinen Besuch an der Bar endlich zufrieden zu stellen. Klunkergarten BerlinJe näher ich allerdings der Preistafel kam, umso mehr stellte ich mein edles Vorhaben in Frage: Softdrinks für 4,50 € und Cocktails ab 7,00 €! Puuuh, das würde Freund Portemonnaie aber ganz schön ins Schwitzen bringen. Zu seinem Glück war die Bar jedoch unbesetzt, sodass ich -selbst, wenn ich etwas kaufen hätte wollen- an der ausbaufähigen Personalbesetzung gescheitert wäre. Also kehrte ich (zugegeben etwas unzufrieden) zurück zu meinem Liebsten und wir räumten erneut das Feld – diesmal in dem Bewusstsein, hier nicht nochmal so schnell aufzuschlagen.

Fazit des Abends: Meine Abneigung gegen luftige Höhen hat sich wieder einmal bestätigt – auch, wenn es diesmal nicht an der luftigen Höhe selbst lag. Die Location sorgte mit ihrer grün-urbanen Aufmachung und dem herrlichen Ausblick zwar für einen gewissen Wohlfühlfaktor, die harsche Türpolitik und die für mein Empfinden völlig überzogenen Preise konnte sie damit allerdings nicht aufwiegen. Auf mich wirkte der „Klunkerkranich“ wie eine dieser typischen Hipster-/Touri-Bars, wo ich nicht unbedingt ein zweites Mal hingehen muss. Alleine aber wegen der Aussicht empfehle ich zumindest einen Besuch im „Klunkergarten“ – Getränke kann man sich dorthin nämlich auch selbst mitbringen ;).

Zu Hause trinkt sich’s doch am schönsten

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Wie war das nochmal mit den guten Freunden? Man gibt ihnen ein Küsschen … oder zwei oder drei? Bei meinen Freunden gibt man anstelle der Liebkosungen lieber mal ein Gläschen Bier aus. Das hebt die Stimmung und regt die lebhaften Debatten über meist völlig belanglose Sachen nochmal richtig an. Ganz nach dem Motto: Wer sich schon so lange kennt, kann sich auch mal ordentlich die Meinung sagen. Scheinbar hatte ein guter Freund dasselbe mit mir vor, als er mich vergangenen Dienstag nach einem „After Work“-Bierchen fragte. Vielleicht hatte er aber auch einfach mal wieder Lust, im heimischen Kiez die Bars unsicher zu machen. So oder so, die Mission war klar: Gut gelaunt zogen wir daher los, um sie in der altbekannten Simon-Dach-Straße zu erfüllen. Dabei traf unser geschultes Auge nach nur wenigen Metern auf das Zielobjekt des Abends: die „Blech-Bilder-Bar“.

Blech Bilder Bar BerlinAlleine schon der Name erinnerte an alte Zeiten und löste damit unweigerlich eine kleine nostalgische Gefühlswelle aus. Genau das Richtige also, um mit einem guten Freund nach alter Manier einen zu heben. Zumindest so halb: Da ich mich nämlich im Moment in einer vorübergehenden Beziehungspause mit Freund Alkohol befinde, stand  auf meiner Abendkarte nur Alkoholfreies. Doch an die Bestellung der Getränke war noch lange nicht zu denken. Erstmal stand uns nämlich die Suche nach einem gemütlichen Plätzchen bevor, die jedoch überraschenderweise -trotz der vielen besetzten Tische draußen- recht schnell abgeschlossen war. Vom Ambiente her wirkte alles ein bisschen biergartenmäßig: lange Tische mit Bänken einerseits und typische Gartenmöbel mit Klappstühlen andererseits. Der Wohlfühlatmosphäre tat das allerdings keinerlei Abbruch – vielleicht lag das aber auch an der gelben Markise über uns, die einen ein bisschen von der Außenwelt abschirmte.

Blech Bilder Bar Berlin GetränkeNachdem wir einen Blick in die Getränkekarte geworfen hatten, stand auch schon die Bedienung mit Stift und Zettel an unserem Tisch – bereit, um uns mit kühlen Erfrischungen zu versorgen :). Wie oben schon erwähnt orderte ich ein alkoholfreies, großes Hefeweizen (3,50 €), während sich mein Freund ein gutes Augustiner (0,5 l für 3,30 €) gönnte. Ja, als Abstinente hat man’s nicht einfach. Nicht nur, dass ich voller Neid und Gier zugucken musste, wie sich meine Begleitung das kühle Helle in den Rachen schüttete, nein – er sparte dabei auch noch Geld!

Soviel Ungerechtigkeit drückte mir direkt auf die Blase, sodass ich mich (etwas entrüstet) auf die örtlichen Gegebenheiten verzog. Bei dieser Gelegenheit riskierte ich auch gleich einen Blick in die Bar und konnte begeistert feststellen, dass der Wohlfühlfaktor von draußen hier drinnen sogar noch einmal überboten wurde. Die Einrichtung kam gemütlich rustikal daher und strahlte durch das flackernde Kerzenlicht auf jedem Tisch und die schummrige Beleuchtung irgendwie ein bisschen Almhütten-Charme aus. Immer noch verzückt von diesem Anblick betrat ich entsprechend erwartungsvoll die Toiletten. Ein Fehler! Denn so schön und gemütlich die Räumlichkeiten der „Blech-Bilder-Bar“ waren, so klein, eng und gammlig wirkten leider die beiden WC-Kabinen. Als ob man vom Ritz Carlton plötzlich ins A&O Hostel katapultiert wird – zweckmäßig, aber mehr eben auch nicht. Schnell verrichtete ich mein Geschäft und schloss erleichtert (hier im doppelten Sinn 🙂 ) wieder die Tür hinter mir.

Trotz des kleinen sanitären Debakels finde ich die „Blech-Bilder-Bar“ durchaus empfehlenswert. Denn schließlich stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis einigermaßen (obwohl man in Friedrichshain natürlich auch deutlich günstiger ein Bier bekommt) und die urig-rustikale Atmosphäre lässt einen gerne etwas länger bei einem kühlen Blonden verweilen. Dem nächsten nostalgischen Zusammentreffen steht damit also nichts mehr im Wege – dann allerdings nur mit leerer, trainierter Blase ;).

Im Paradies der stöbernden Prinzessinen

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Und wieder einmal war mein Blick in den Kleiderschrank mit tränenreicher Verzweiflung erfüllt. Obwohl ich eigentlich nicht der Typ bin, der über Jahre stetig die gleichen Klamotten hortet, habe ich oft das Gefühl, dass ich immer dasselbe trage. Klar, man hat eben seine Lieblingsteile. Aber trotzdem sollten doch genug davon im Schrank sein, um zumindest eine Woche mit ein bisschen Abwechslung am Körper vor die Tür treten zu können. Für mich gibt es da nur ein Gegenmittel: einkaufen! Weil das aber auf Dauer wegen der (zu) häufigen Ich-hab-nichts-mehr-zum-Anziehen-Anfälle Freund Portemonnaie verärgert, habe ich vergangenen Sonntag mal eine Alternative zu Shopping-Malls & Co. besucht: den guten alten Flohmarkt.

Auf die Idee gebracht hatte mich eine Facebook-Werbeanzeige des „Kreuzboerg Flowmarktes“, die scheinbar meine verzweifelte Lage gerochen hatte (an dieser Stelle ein Kompliment an das zuständige Social Media Marketing Team!). Auf den Bildern machte der Markt erstmal einen ganz netten Eindruck, sodass ich mich spontan in die U8 schwang, um mir das Spektakel mal genauer anzuschauen. Am U-Bahnhof Moritzplatz angekommen, dauerte es keine zwei Minuten, bis ich vor dem Ort des Geschehens stand: den „Prinzessinengärten“ in Kreuzberg.

Eingang Kreuzboerg Flowmarkt Der Eingang selbst erinnerte mich sofort an diese typischen neuen Berliner „In-Clubs“, deren Dekoration vor allem aus Holz und Pflanzen besteht – naja, Kreuzberger Szene-Kiez halt. Dafür stand man nach nur wenigen Schritten bereits inmitten des Markttreibens. Was mir dabei sofort auffiel, war die fehlende Rundgang-Struktur. Nun werden an dieser Stelle wieder einige sagen, dass man eben nicht immer so deutsch-akkurat sein soll. Unglücklicherweise zähle ich aber einfach zu den Menschen, die es mögen, wenn eine gewisse Struktur vorhanden ist und man sich einen Plan machen kann. So stand ich jedoch etwas verloren vor drei/vier verschiedenen Gängen und wusste nicht, wo ich anfangen soll. Schließlich übernahm meine wilde Seite die Führung und trieb mich spontan und ohne Plan in den ersten Gang :).

Meine Blicke schweiften neugierig über die verschiedenen Tische und ich stellte schnell fest, dass sich das Angebot größtenteils auf Selbstgemachtes/-designtes oder diverse Nutzpflanzen (Ja richtig! Nutzpflanzen!) beschränkte. Das einzige, was ich wirklich vermisste, war dieser typische Flohmarkt-Trödel. Dinge wie gebrauchte Haushaltswaren, Kassetten oder eben Kleidung suchte man auf diesem Markt schlichtweg vergeblich. Vielleicht sollte so das Preisniveau ein bisschen höher gehalten werden, da ausrangierte Trödelsachen in der Regel günstiger zu haben sind als die angebotenen Designerstücke? Vielleicht passt aber auch ein Designermarkt mittlerweile besser ins Kreuzberger Stadtbild als der typische Trödelhändler. Schade eigentlich, denn genau deswegen war ich ja ursprünglich hier. So widmete ich mich mit einer ordentlichen Portion Enttäuschung im Gesicht den restlichen Gängen.

Kreuzboerg FlowmarktDie schöne Umgebung des Marktes mit der üppigen Bepflanzung und dem naturellen Erscheinungsbild ließ die Enttäuschung jedoch wieder etwas verblassen. Besser noch, sie sorgte sogar noch einmal richtig für aufkomme Schlenderlaune. Man hatte einfach die unerklärliche Lust, sich auch den vierten und fünften Gang anzusehen – obwohl man bereits wusste, dass Freund Portemonnaie heute verschont bleibt. Diese Wohlfühlatmosphäre explodierte regelrecht, als ich im hinteren Teil der Gärten mein persönliches Highlight entdeckte: ein unter Bäumen, großflächiges Sitzareal, in dem man an verschiedenen Ständen eine Kleinigkeit für den (Frust-) Appetit oder Durst bekam. Hätte ich das eher gewusst, wäre ich wahrscheinlich direkt dorthin marschiert und hätte mir die wenigen Gänge des kleinen Flowmarktes erspart.

Insgesamt muss ich sagen, dass der Kreuzboerg Flowmarkt nach meinem Empfinden kaum etwas mit einem richtigen Trödelmarkt zu tun hat. Wer aber auf der Suche nach individuellen Designerstücken ist und dafür bereit ist, ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, wird hier bestimmt fündig. Mich trefft ihr dann wahrscheinlich eher in dem gemütlichen Sitzareal bei Steak und Bier an :).

Zu Gast bei Berghain’s kleinem Nachbarn

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Das berühmt berüchtigte Berghain – fast jeder kennt es oder hat zumindest schonmal davon gehört. Angefangen bei den wohl strengsten Türstehern der Welt brodelt die Gerüchteküche weiter über wild durchzechte Wochenenden bis hin zu Darkrooms, aus denen es kein Entrinnen gibt. Fakt ist: Kaum ein anderer Club der Berliner Nachtszene hat in der Vergangenheit für soviel Furore gesorgt wie der (ehemalige) Schwulen- und Lesben-Treffpunkt. Ich muss zugeben, dass ich mich noch nie durch die strengen Pforten des Berghains geschoben habe – lange Zeit einfach aus bloßen Desinteresse, mittlerweile aber vor allem wegen der stolzen Eintrittspreise und langen Wartezeiten. Vergangene Woche schnupperte ich dann aber doch endlich mal ein bisschen Szene-Luft. Auf Vorschlag und Empfehlung eines Freundes statteten wir nach Feierabend dem kleinen Nachbarn des Kult-Clubs einen Besuch ab: dem „Bierhof Rüderdorf“.

Voller Neugier und mit hohen Erwartungen stolperten wir also über den sandig-steinigen Trampelpfad in Richtung Berghain. Nachdem wir uns an den metallenen Absperrungen des Szeneladens vorbei geschlängelt hatten, standen wir auch schon in der Mitte des Geschehens:

Das sommerliche Abendwetter rief scheinbar nicht nur bei uns den Durst auf ein frisch Gezapftes hervor – die Tische und Bänke waren bis auf wenige Ausnahmen von zufrieden wirkenden Gästen besetzt. Das ließ im ersten Moment natürlich ein wenig Enttäuschung aufkommen, jedoch wich diese recht schnell wieder strahlender Erleichterung. Was man nämlich auf den ersten Blick nicht gleich registrierte, fiel erst bei der fiebrigen Suche nach einem freien Plätzchen auf: Der Bierhof erstreckte sich über drei (!) Etagen und hatte hier und da einige versteckte Sitznischen zu bieten. Einen Platz zu finden schien damit wieder in greifbare Nähe gerückt zu sein und so bahnten wir uns erstmal den Weg zur Bar. Die vielen schattenspendenden Bäumen machten die Wartezeit ein wenig angenehmer, sodass ich mich nicht nur aufs Schwitzen konzentrierte, sondern auch ein beruhigendes Plätschern hinter mir bemerkte. Als ich daraufhin meinen Kopf wendete, konnte ich es kaum fassen: Die kleine Bieroase wartete tatsächlich mit einem eigenen, gigantischen Springbrunnen auf. Wenn das keine Urlaubsstimmung bringt … :).

Endlich an der Reihe orderten wir zwei Bier vom Fass (0,5 l), die je mit 3,90 € zu Buche schlugen. Normalerweise wäre ich über den Preis ein wenig entrüstet gewesen, weil man in Friedrichshain normalerweise ein bisschen weniger zahlt. Aber die gemütliche Wohlfühl-Atmosphäre der Location ließ mich einfach grinsend das Geld auf den Tresen legen.

Nachdem wir nun zufrieden unser Bier in den Händen trugen, setzten wir uns in eine kleine schattige Nische, die mit einem gemütlichen Sofa und dicken Kissen ausgestattet war. Da die Ecke jedoch in unmittelbarer Nähe zum Grill stand, dauerte es nicht lang und der Magen meines Freundes meldete Bedarf. So bestellte er sich einen BBQ Burger mit Pommes, für den er erstaunliche 9,00 € löhnen musste! Das riß mich dann doch aus meiner Wohlfühlblase. 9,00 € für Burger und Pommes! Soviel hatte ich noch nirgends für ein schnelles Fast Food Essen vom Grill bezahlt. Aber vielleicht konnte ja der Geschmack den königlichen Unkostenbeitrag aufwiegen. Zumindest als er sein kleines Menü beim Stand abholte, sah erstmal alles recht appetitlich aus – wenn auch etwas klein. Nach den ersten Bissen verkündete er jedoch, dass der Burger zwar nicht schlecht schmecke, aber auch nicht überragend sei. Gleiches galt für die Pommes, wobei die für meinen Gaumen deutlich zu salzig daher kamen.

Trotz des kleinen kulinarischen Debakels fand ich die Atmosphäre im „Bierhof Rüdersdorf“ wirklich entspannt und genau richtig für die heißen Tage. Durch seine gemütliche Ausstattung über drei Etagen mit den vielen lauschigen Sitznischen findet man immer ein ruhiges Plätzchen und kommt durch das Plätschern des Brunnens schnell in Urlaubsstimmung. Selbst, wenn ich nie einen Schritt in das sagenumwobene Berghain setzen werde, sein kleiner Nachbar wird mich definitiv öfter begrüßen dürfen :).

Das Haus des weißen Mülls

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Alternativ-urban scheint irgendwie das neue Geheimrezept zu sein, wenn man sich als Bar- oder Clubbetreiber im Berliner Nachtleben einen Namen machen will. Natürlich ist dieser Trend schon seit einiger Zeit erkennbar, aber so richtig fiel er mir erst kürzlich bei einem Spaziergang auf der Schlesischen Straße/Kreuzberg auf. Da gibt es scheinbar keine einzige Location mehr, die nicht mit irgendwelchen pseudo-verrückten Highlights vor dem Eingang auf sich aufmerksam machen möchte. Das gelingt sicherlich auch, allerdings eher im negativen Sinne. Zumindest ich konnte bei vielen Läden ein Hochziehen der Augenbrauen nicht unterdrücken, dicht gefolgt von einem murmelnden: „Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt“. Schade, denn eigentlich bin ich ein kleiner Fan von diesem Stil, aber leider scheint die Kreativität der Betreiber langsam nachzulassen. Wie gut, dass ich an diesem Abend doch noch eines Besseren belehrt wurde. Richtung Treptow, vorbei am „Club der Visionäre“, fand ich nämlich einen wahren Meister der urban-alternativen Clubatmosphäre: das berühmt-berüchtigte „White Trash“.

White Trash BerlinVom Namen her war mir die Location nicht unbekannt. Schon des Öfteren hatte ich mal an der einen oder anderen Ecke davon gehört und dass es eine echte Koryphäe des Nachtlebens sei. Nun stand ich also davor und musste sagen: Ja! Schon alleine von außen machte die Location wirklich was her! Mit einem hohen, dafür recht licht montierten Zaun aus dünnen Baumstämmen wurde die Bar von der Straße abgeschirmt. Dennoch konnte man hier und da einen Blick auf die höher gelegene Sitzfläche dahinter erhaschen, die von viel Grün umgeben war. Beeindruckt suchten meine Begleitung und ich den Eingang und schoben uns aufgeregt an dem freundlichen Herrn an der Tür vorbei. Drinnen offenbarte sich uns eine kleine Parkanlage, die mit vielen Holzelementen durchzogen war. Überall gab es kleine Separees, in denen man ungestört essen (jedoch erst ab 16 Uhr) und trinken (das schon ab 14 Uhr) konnte. Ein besonderes Highlight, was zumindest bei mir erstmal ein bisschen für Verwirrung sorgte, waren die vielen chinesischen Komponenten, die hier und da zu finden waren. So schmückten den Restauranteingang zum Beispiel zwei fernöstliche Säulen – hätte ich es nicht besser gewusst, wäre ich bei diesem Anblick womöglich auf die Idee gekommen, eine Chinapfanne zu ordern :).

Da ich es allerdings besser wusste, gingen wir direkt zur kleinen Ausschanktheke neben dem Restauranteingang. Nach einem kritischen Blick auf die Getränkekarte bestellte ich ein großes Dunkles (0,5 l für 4,50 €) und mein Freund ein großes Wasser (0,5 l für 2,00 €), da er sich (wiedermal) in einer kämpferischen Phase mit dem eigenen Körpervolumen befand. Preislich muss ich an dieser Stelle anmerken, dass ich schon deutlich günstiger in den Genuss des Hopfenmalz-Saftes gekommen bin. 4,50 € sind für Friedrichshainer Verhältnisse nicht gerade ein Geschenk an den Gast, aber konnten durch unsere schönen Plätze ein bisschen aufgewogen werden.

Über eine kleine Holzbrücke gelangten wir nämlich zu jener oberen Ebene, die ich schon von außen mit leuchtenden Augen und breitem Grinsen bestaunt hatte. Neben unserem Platz waren noch drei andere, größere Tische zu besetzen gewesen, allerdings hatten wir (Petrus sei Dank!) wegen der recht rauen Temperaturen die kleine Sitzecke ganz für uns allein. Umgeben von so viel Grün und zwitschernden, spielenden Spatzen schmeckte das Bier, was ohnehin durch sein malzig-mildes Aroma punktete, gleich doppelt so gut!

Insgesamt hat es das „White Trash“ tatsächlich geschafft, mir den Glauben an die Berliner Club-Kreativität wieder zurückzugeben. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sich Gedanken um einen möglichst hohen Wohlfühlfaktor gemacht – da kann man auch mal locker über ein, zwei Euro mehr für ein kühles Dunkles hinweg sehen ;).