Spandau

Samstagliches Schlendern mit Berliner Kleinstadt-Flair

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Die typische deutsche Kleinstadt hat wahrscheinlich schon jeder von uns einmal besucht: Es gibt eine Fußgängerzone mit einigen bekannten und vielen unbekannten Läden, den Marktplatz, auf dem mit Sicherheit gerade nichts los ist, wenn man ihn besucht und natürlich eine alte Kirche, die mitten im Stadtzentrum liegt. Dazu kommt, dass sich der Trubel auf den Straßen in Grenzen hält und man sich in aller Ruhe seinen touristischen Aktivitäten widmen kann. Berlin ist da hingegen schon ein etwas anderes Kaliber – besonders von „in aller Ruhe“ kann im typischen Stadtgeschehen kaum mehr die Rede sein. Das dachte ich zumindest bis vor Kurzem. Vergangenen Samstag überraschte mich mein Liebster nämlich mit einem spontanen Ausflug in die Spandauer Altstadt und belehrte mich (wie so oft) eines Besseren.

Fußgängerzone in der Altstadt SpandauMit der U7 ging es dazu relativ unproblematisch zum U-Bahnhof Altstadt-Spandau, sodass wir nach ein paar angestrengten Schnaufern über die Bahnhofstreppen bereits inmitten der Fußgängerzone standen. Fußgängerzone! Eine echte Rarität in der Hauptstadt! Zwar gibt es neben zahlreichen Shopping-Centern noch ein paar Einkaufsstraßen, aber autofreie Ladenzeilen sind wahrlich spärlich gesät. Umso erfreuter schlenderte ich an den vielen verschiedenen Läden vorbei und bestaunte deren üppige Schaufensterauslagen. Das Schöne daran war, dass der Großteil von ihnen aus kleinen Einzelhändlern bestand, die man eben nicht an jeder Ecke findet. Auch die Hausfassaden darüber waren einen zweiten Blick wert: Sauber verputzt und im typischen Altbau-Stil ließen sie bei mir sofort Erinnerungen an meinen letzten Ausflug nach Rheine/NRW aufkommen.

Zu meinem großen Bedauern hatte man in der Spandauer Altstadt allerdings nicht nur auf das entsprechende Kleinstadt-Flair geachtet, sondern sich auch gleich an den dazu passenden Öffnungszeiten orientiert. Für mich als Friedrichshainerin natürlich ein Schlag ins Gesicht: Samstagsshopping bis 18 Uhr – Verzeihung, aber dafür bin ich leider zu verwöhnt! Immerhin hatten die vielen kleinen Cafes und Restaurants dazwischen geöffnet, die vom Preis her -soweit ich das sehen konnte- alle recht moderat daher kamen. Einzig ein Fischrestaurant hebte sich ein bisschen aus der Masse hervor, aber für Fisch zahlt man ja generell immer etwas mehr.

Marktplatz in der Altstadt SpandauAm Ende der Fußgängerzone trumpfte die Altstadt noch einmal richtig auf und setzte dem Kleinstadt-Klischee sprichwörtlich die Krone auf. Sicherlich könnt ihr euch bereits denken, was uns erwartete: ein großer Marktplatz, auf dem natürlich gerade kein Markt stattfand :). Fairerweise muss man dazu sagen, dass es bereits halb sieben war. Dafür war es trotz schönen Wetters recht leer und entspannt, sodass sich unsere Aufmerksamkeit schnell auf die angrenzende Kirche richtete. Normalerweise hätten wir diese sicher ein bisschen näher inspiziert, jedoch hatte die Duftwolke der vielen Restaurants aus der Fußgängerzone langsam ihre Wirkung entfacht. Mit grummelndem Magen begaben wir uns daher auf unseren einstündigen Rückweg – allerdings nicht, ohne vorher noch einen kleinen Zwischenstopp in den „Arcarden“ eingelegt zu haben. Bei der Gelegenheit testeten wir das Center auch gleich noch auf sein Snackpotenzial (Asia-Nudeln: Prädikat befriedigend) und gingen so einigermaßen gesättigt zum Bahnhof.

Alles in allem hat mir der Ausflug ins Berliner Kleinstadtleben wirklich gut gefallen! Von den verträumten Einkaufsgassen über den großen Marktplatz bis hin zu den verschiedenen Restaurants wurden wirklich keine Details ausgelassen. Die entspannte Shopping-Atmosphäre mit den kleinen Geschäften werde ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal genossen haben – allerdings dann mit einem kleinstadtgerechteren Zeitmanagement. 🙂

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