Tiergarten

Unbekannte Welten in der City West

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Faszination Unterwasserwelt: Schon als Kind konnte ich mich stundenlang vor das Aquarium meiner Freundin setzen und den Fischen bei ihren Schwimm- und Tauchmanövern zuschauen. Je bunter die Tiere waren, umso mehr leuchteten meine Augen. Wenn ich dann auch ab und zu mal Futter ins Aquarium geben durfte, war die Stimmung auf dem Höhenpunkt. Aber mal ehrlich: Was gibt es auch schöneres für ein Kind, als Tiere angucken oder gar füttern zu dürfen?! Umso weniger verwunderlich ist es, dass Ausflüge in den Zoo bzw. ins Aquarium zu meinen absoluten Highlights zählten. Und auch heute finde ich ab und zu mal Zeit, meinen schuppigen Freunden dort einen Besuch abzustatten.

Das Gebäude selbst und sein Eingangsbereich haben sich bis heute nicht sonderlich verändert. So erstrahlt der Bau noch immer in seinem alten 50er Jahre Charme und lockt mit dem Springbrunnen, auf dem eine riesige Echse prangt, viele staunende Kinder an. Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist der Eintrittspreis. Bei einer Tageskarte ist man inzwischen mit einem stolzen Preis von 13,00 € mit von der Partie. Ob das wohl an den teureren Unterhaltskosten für die Tiere oder doch eher an denen des Zoo-Managers liegt, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Ist man jedoch erstmal drinnen, wird man nach dem Bezwingen einer kleinen Treppe sofort mit dem ersten Highlight belohnt: einem Becken voller japanischer Koi-Karpfen. Das tolle daran ist, dass die Tiere durch das frei zugängliche Becken direkt angefasst und „gestreichelt“ werden können. Da sie jedoch recht scheu sind, gehört natürlich ein bisschen Übung dazu ;).

gelber Kugelfisch im Aquarium BerlinIst der erste Kontakt mir den blubbernden, stummen Gesellen hinter sich gebracht, führt ein dunkel gehaltener Rundgang durch die größtenteils exotische Unterwasserwelt. Was man hier an Farben-, Größen- und Formvielfalt geboten bekommt, habe ich bislang in noch keinem anderen Aquarium so gesehen: Vom runden Zitronen-Kugelfisch über scharf-bezahnte Haie bis hin zu weiß-schimmernden Quallen – ein bewunderndes Raunen dürfte wohl bei jedem Besucher mindestens einmal über die Lippen rollen. Und wenn man genug von der schillernden Unterwasserwelt hat, bieten die zwei oberen Etagen genügend Abwechslung.

Krokodil im Aquarium BerlinSo sind zum Beispiel im zweiten Stock sämtliche Reptilien wie Schlangen, Komodowarane und Krokodile zu Hause. Die besonders Mutigen unter euch wagen einen Kurzbesuch bei den Krokodilen. Denen sagt man nämlich nicht mal schnell durch eine Glasscheibe „Hallo!“, sondern begibt sich direkt über eine höher gelegene Holzbrücke in ihr trautes Heim. Da sich so ein Großteil des Rundgangs einsparen lässt, wird der Gang durchs Kroko-Wohnzimmer von einigen auch als kleine Abkürzung zweckentfremdet. Nicht jeder ist schließlich auf die Begegnung mit den vielen anderen, teilweise auch schleimigen, Bewohnern der Etage versessen.

Vogelspinne Aquarium BerlinDas dritte Stockwerk ist ebenfalls nichts für zart besaitete Gemüter, denn hier tummeln sich Insekten aller Art in ihren recht bescheidenen Unterkünften. Dabei trifft man sowohl auf altbekannte Gesellen wie Ameisen und Riesenheuschrecken, aber eben auch auf exotische Krabbler wie zum Beispiel das „wandelnde Blatt“ oder die Vogelspinne. Wer sich jedoch gar nicht mit den kleinen Vielbeinern anfreunden kann, hat zumindest eine schöne Aussicht auf das Krokodilgehege. Anders als auf der freistehenden Brücke, lassen sich die schuppigen Urzeitwesen nämlich von hier aus hinter einer sicheren Glaswand beobachten.

Alles in allem lohnt sich ein Besuch des Aquariums auf jeden Fall. Zwar ist der Preis nicht gerade familienfreundlich, die vielen verschiedenen Arten und die Aufmachung der Gehege sind es jedoch wirklich wert! Bei mir hat das Aquarium zumindest für eine tiefgehende, lebenslange Liebe zu großen, blubbernden Koi-Karpfen gesorgt – was will man mehr 😉 ?!

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