Volksfeste

Auf die Hetze, fertig, los!

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Herrje, was für eine stressige Woche … Arbeit, Freunde treffen und zu allem Überfluss kommt auch gleich noch eine Freundin zu Besuch. Ihr seht, ich hatte alle Hände voll zu tun und bin deshalb einfach nicht dazu gekommen, den neuen Beitrag vorzubereiten – Asche auf mein Haupt! Um euch aber an diesem wunderbaren Maiwochenende nicht ganz im Regen stehen zu lassen, habe ich ein bisschen im Archiv gegraben und den Myfest-Artikel vom letzten Jahr gefunden. Da lohnt es sich definitiv, heute mal vorbeizuschauen – auch, wenn es wahrscheinlich ziemlich voll sein wird. Am besten geht ihr zu den kleineren Bühnen in den Seitenstraßen. Die sind in der Regel ein wenig entspannter und erlauben sogar den einen oder anderen Hüftschwung, ohne gleich fünf andere Maizelebrierer ins Schwingen zu versetzen :). Wo ihr dort genau was findet, könnt ihr im aktuellen Programmheft nachlesen.

Berlin Kreuzberg MyFest

So, dann muss ich auch schon los, um meine Freundin vom Bahnhof abzuholen :). Macht euch einen tollen Sonntag und berichtet mir, ob ihr hin geht und wie es euch gefällt/gefallen hat. Vielleicht trifft man sich ja an dem einen oder anderen Bierchenstand :D.

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Märchenhafte Stunden mit Dornröschen und Nikolaus

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Gute Werbung ist schon wirklich faszinierend! Im Nu steht eine Marke plötzlich für die ganze Produktgruppe oder ein einfacher Slogan wird über Nacht in den alltäglichen Sprachgebrauch integriert. Mein Liebster ist ein besonders schönes Beispiel dafür – kaum ein Werbespot bleibt vor seinen kritischen Adleraugen verschont und wird entweder mit Ruhm überschüttet (und damit leider auch oft mit Geld, weil das Produkt ja einfach unverzichtbar ist) oder mit Häme gestraft (was zum Unmut von Freund Portemonnaie deutlich seltener vorkommt 🙂 ). Letztes Wochenende war es dann mal wieder soweit: Mister Super-Marketing wedelte mit einer neuen Errungenschaft vor meiner Nase herum, die es in die Ruhm-Sparte geschafft hatte: dem Weihnachtsmarktfahrplan von „an amazing earth“. Das Ziel: Alle Märkte einmal durchzuhaben. Der Start: Das Schloss Charlottenburg.

Schloss Charlottenburg WeihnachtsmarktEines muss man dem Plan ja mal lassen: Ohne das gute Stück wären wir wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, für einen vorweihnachtlichen Spaziergang bis nach Charlottenburg zu fahren. Und ohne jetzt schon vorgreifen zu wollen, aber das wäre wirklich sehr schade gewesen! Denn bereits von Weitem ließ der Markt durch die vielen hellen Lichter vor dem malerischen Schloss eine märchenhaft-romantische Stimmung aufkommen. Als wir dann endlich davor standen, konnte ich meine Entzückung kaum mehr zurückhalten: ein riesiger Leuchtbaum, kleine zauberhafte Holzbuden und natürlich die obligatorische Schunkelmusik – ein wahres Fest für jeden, der Weihnachten liebt!

Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg BudenImmer noch voller Vorfreude darauf, gleich eine Runde durch die winterlich-festliche Welt drehen zu dürfen, schaute ich aufgeregt zu meinem Liebsten. Seine Antwort: ein müdes Lächeln und ein trockenes: „Na, ganz nett hier, oder?!“ Tja, für einen eingefleischten Weihnachtsmuffel wahrscheinlich eine höchst positive Bemerkung :). Also zogen wir los und spazierten an den ersten, für einen Samstag-Nachmittag ungewöhnlich leeren, Buden vorbei. Was mir dabei direkt auffiel, war das fehlende Angebot von Handwerk oder anderen winter-weihnachtlichen Dingen – stattdessen gab es vornehmlich Essen und Trinken. Sehr schön! Definitiv ein Weihnachtsmarkt ganz nach meinem Geschmack ;).

Bei der ersten großen Glühweinbude legten wir eine Pause ein. Schließlich war es ziemlich frisch und ein warmes Getränk soll ja da bekanntlich Wunder wirken. Ein kurzer Blick auf die Getränkekarte genügte schon und unsere Entscheidung stand fest: Bratapfelglühwein sollte es sein! Glühwein Schloss CharlottenburgDamit schlägt man immerhin gleich zwei „Weihnachtsfliegen“ mit einer Klappe :). Gesagt, getan, bestellt: Nur wenige Minuten später hielten wir die zwei dampfenden Tassen in den Händen. Nach einigem Pusten traute ich mich endlich zu nippen und stellte fest: lecker! Fruchtig-süß und nicht zu herb mit einer dezenten Zimt-Note – ähnlich wie der, den ich bereits auf dem Lucia-Weihnachtsmarkt probiert hatte. Nur leider einen ganzen Euro teurer (3,50 €). Aber immerhin schien der winterliche Trunk auch meinem Weihnachtsmuffel zu munden: In seinem Gesicht zeichnete sich nämlich langsam aber sicher eine gewisse feierliche Besinnlichkeit ab – da gibt man doch gerne mal einen Euro mehr aus :).

Nach der kleinen warmen Stärkung setzten wir unseren Rundgang fort, bis wir schließlich direkt vor der Einfahrt zum Schloss standen. Und das war wirklich unglaublich schön anzusehen: Sämtliche Bau-Elemente erstrahlten in warmen, hellen Lichtern, wodurch der Vorplatz in Kombination mit dem Markt geradezu märchenhaft wirkte. Man hatte direkt das Gefühl, jeden Moment auf Dornröschen zu treffen und mit ihr bei Grünkohl und Pinkel am Stand stehen zu können. Staunend wandte ich mich wieder in Richtung der Buden, da der Gedanke an Grünkohl und Pinkel irgendwie zum grummelnden Magen durchgedrungen war.

Als wir nun also den nächsten Gang inspizierten, erblickten meine Grünkohl-suchenden Äuglein doch noch das gute alte Kunsthandwerk (was ja eigentlich auch zu einem Weihnachtsmarkt dazu gehört). Kurioserweise befanden sich die jeweiligen Stände in einer Art Glas-Korridor, den man nur von einer Seite, dafür durch mehrere Türen betreten konnte. Im Gegensatz zum Markt tummelten sich darin Unmengen an Menschen und schoben sich regelrecht von einer Seite zur anderen. Um aber zumindest mal einen kurzen Blick auf die angebotenen Waren zu erhaschen, überredete ich meinen augenrollenden Freund zu einer kleinen Drängeltour. Im Nachhinein gesehen, hätte man sich das durchaus sparen können. Denn von Mützen/ Tüchern/ Schals bis hin zu Kerzen und Tee gab es eigentlich all das, was es auch auf jedem anderen Markt – ohne Ellenbogenkampf – gibt. Nun ja, was soll ich sagen?! Wenn es irgendwo voll ist, muss es ja einen guten Grund haben (Stichwort: Werbung) ;).

Jesus-Krippe Schloss CharlottenburgMit ein paar blauen Flecken mehr ging es nun also weiter, bis einige gemütlich aussehende Holzbuden-Bistros unseren flotten Schritt bremsten. Die aufgemalten Zahlen auf deren Speisetafeln ließen mein Hungergefühl allerdings schlagartig verschwinden: Um die 16,00 € sollte man dort für ein Gericht zahlen! Gut, über die Qualität des Essens kann ich natürlich nichts sagen, aber ganz ehrlich: Es ist und bleibt doch trotzdem eine Holz-Bude auf dem Weihnachtsmarkt (wenn auch eine, in der man im Warmen sitzt). Da finde ich Preise, die einem Mittelklasse-Restaurant entsprechen, doch etwas übertrieben.

Riesenrad Schloss CharlottenburgImmer noch etwas verwundert über die – nennen wir’s mal „selbstbewusste“ – Preispolitik der Holzbistros, erreichten wir schließlich das letzte Areal des Marktes: den Kinderbereich. Hach … und der ließ ja mein weihnachtliches Kitschherz wieder höher schlagen: Neben der zart beleuchteten Krippe fanden sich überall verteilt bunt-beleuchtete Engel wieder, die eine festliche Ergänzung zu den größeren und kleineren Karussels bildeten. Besonders beliebt schienen der bunte, tutende Weihnachtszug und das nostalgisch-angehauchte Kinder-Riesenrad zu sein – und zwar nicht nur bei den Sprösslingen ;). Für meinen Weihnachtsmuffel war das dann allerdings doch zu viel des Guten, sodass wir uns langsam wieder auf den Weg ins weniger kitschige Heim begaben. Die besinnliche Stimmung in seinem Gesicht musste er jedoch trotzdem mit nach Hause nehmen ;).

Insgesamt muss ich sagen, dass der Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg wohl einer der schönsten ist, die ich jemals besucht habe! Besonders mit dem Schloss im Hintergrund erhält das festliche Areal neben dem ohnehin schon sehr weihnachtlichen Flair noch eine Prise Märchenhaftes oben drauf! Leider lässt sich aber auch genau das die eine oder andere Bude etwas mehr bezahlen – bei einem Besuch sollten also besser schon alle Weihnachtsgeschenke gekauft sein ;).

Besinnlich flanierend durch Skandinaviens Weihnachtstraum

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Nachdem mich vor einigen Wochen bereits die ersten Schokomänner aus den Supermarktregalen anlachten, lässt es sich wohl kaum noch abstreiten: Weihnachten steht vor der Tür. Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Gerade noch Würstchen über’m Grill gewendet und schon stapft man dick eingemummelt von einer warmen Location zur anderen. Immerhin entschädigen die vielen bunten Lichter und teilweise wirklich niedlichen Schaufensterdekorationen dafür. Insgeheim bin ich nämlich ein echter Fan der Vorweihnachtszeit. Ja, natürlich ist es kommerziell und es wird versucht, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber trotzdem herrscht überall diese gewisse beschauliche Stimmung. Und um davon möglichst viel einzufangen, willigte ich vergangenen Dienstag freudig ein, als ein Weihnachtsmarktbesuch mit den Kollegen auf dem Plan stand. Das Ziel: Der „Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei“.

Besonders aufgeregend war für mich das Motto des Marktes. Dieses stand nämlich ganz unter dem Zeichen der skandinavischen Flaggen und ließ auf allerlei hiesige Köstlichkeiten hoffen. Da ein Kollege von mir aus Finnland stammt, bereitete er uns schon zur Arbeitszeit ordentlich auf die kulinarischen Genüsse vor. Umso hibbeliger wurde ich, als sich der große Zeiger mehr und mehr in Richtung 12 bewegte. Pünktlich um 18.00 Uhr war es dann endlich soweit: Die Stifte wurden fallen gelassen und das blaue Hinweisschild auf den nahe gelegenen U-Bahnhof zielgerichtet angesteuert.

Lucia WeihnachtsmarktEndlich angekommen, verriet bereits der süßliche Duft, dass wir hier zu einem weihnachtlichen Spaziergang goldrichtig waren. Unweigerlich zog er uns direkt zur ersten Bude, an der ein riesiger Elchkopf heraus ragte (wenn das nicht authentisch ist … 🙂 ). Passend dazu wartete das Häuschen mit Glühwein und kleineren Snacks auf, wobei sogar Stockbrot (der Liebling meiner Kindheit!) auf der Angebotstafel gelistet war. Leider hätte man den Teig am dahinter liegenden Feuer selbst backen müssen, was in Anbetracht der durstigen Kollegen wohl etwas zu zeitintensiv gewesen wäre. Also entschied ich mich lieber für einen warmen Bratapfelglühwein, der mit einem schmalen Unkostenbeitrag von 2,50 € (im Vergleich zu anderen Buden aus dem letzten Jahr ein echtes Schnäppchen) daher kam. Und nicht nur ich, auch der Großteil meiner Kollegen hatte Gefallen an dieser ungewöhnlichen Weihnachts-Variante gefunden – zu Recht, wie sich herausstellte! Denn anders als „normaler“ Glühwein konnte dieser mit einem leicht fruchtig-süßen Aroma auftrumpfen, der den milden Geschmack des Rotweins hervorragend ergänzte. Entsprechend schnell war die erste Tasse geleert.

Sauna auf dem Lucia WeihnachtsmarktAls wir nun gerade den Rundgang fortsetzen wollten, erspähten zwei unserer Bratapfel-Glühwein-Fans einen großen Holzwürfel direkt neben dem schwedischen Weihnachtstempel. Natürlich musste diesem Phänomen auf den Zahn gefühlt werden, sodass sie sich mutigen Schrittes näherten. Nach ein paar Rucklern hier und da öffnete sich schließlich die vordere Tür – und was offenbarte sich ihnen wohl auf einem skandinavischen Weihnachtsmarkt? Richtig! Eine finnische Sauna! Ein kurzer Blickaustausch, ein verschmitztes Grinsen  – schon waren die Herren hinein geklettert und warteten vergebens auf einen Aufguss. Der verbliebene Teil hingegen suchte indes lieber die Wärme eines anderen Standes.

lucia-weihnachtsmarktAls wir uns dazu gerade auf den Weg begeben wollten, war die Geduld der Aufguss-Wartenden offenbar schon erschöpft. Mit einem leisen Knarren öffnete sich die Tür und zwei fröhlich-euphorische Gesichter (immerhin hatten sie ja die Kammer entdeckt, die wohl auch ohne Wasserdampf sehr warm war 🙂 ) lugten hervor. Nachdem sie sich endlich durch den schmalen Holzrahmen gezwängt hatten, schlenderten wir gemeinsam den von hellen Leuchtsternen gezierten Hauptweg hinunter. Beim vielen Gucken und Staunen entdeckte ich plötzlich die nächste witzige Aufwärm-Sensation: Statt einer Saunasitzung konnten sich bibbernde Besucher nämlich hier in einen der beheizten Thermoanzüge begeben, die (zugegeben ein bisschen sektenmäßig) kreisförmig zueinander aufgebaut waren. So etwas hatte ich nun wirklich noch nicht gesehen – aber im Hinblick auf das immer kalte Skandinavien durchaus eine nützliche Sache :).

Glühweinbude Lucia WeihnachtsmarktDa aber leider alle Thermoanzüge besetzt waren, ging es – vorbei an dem Kettenkarussel und einigen weiteren Fressbuden – weiter zur finnischen Variante des winterlichen Weingenusses. Die war natürlich vor allem für unseren firmeninternen Finnlandexperten ein echtes Heimspiel! Mit charmanter Eindringlichkeit wies er uns an, jetzt unbedingt mal einen „Glögg“ zu probieren. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und orderte neugierig den besagten Trunk (3,50 €). Die freundliche Dame am Ausschank stellte ihn mir lächelnd unter die Nase, während sie gleichzeitig auf zwei daneben stehende Dosen zeigte: „Nehmen Sie noch etwas Rosinen und Mandeln dazu!“ Aha! Ein Glühwein mit extra Einlage – das ist doch mal was :).

Und auch Freund Gaumen war höchst erfreut, als er den gelungenen Mix aus etwas herberem Wein und süßlichen Rosinen auf sich wirken ließ – definitiv eine Mischung, die man eben nicht an jedem Stand serviert bekommt. Mit etwas Rühren und Klopfen gelang es schließlich, die Mandel-Rosinen-Kombi in ein gutes Verhältnis zum Wein zu bringen und so den extravaganten Geschmack bis zum Becherboden zu bewahren. Ob die Kollegen meinen „Super-Genießer-Trick“ ebenfalls angewandt haben, kann ich nicht sagen. Ihre nickenden Köpfe, lachenden Gesichter (obwohl das natürlich auch am zweiten Wein des Abends gelegen haben könnte 😉 ) und die rundum zufriedenen Mienen deuteten jedoch darauf hin, dass auch sie von dem finnischen Trunk angetan waren. So leerten wir gemeinsam in wohlig-weihnachtlicher Atmosphäre die Tassen und ich konnte mich – perfekt eingestimmt auf meinen zu Hause wartenden Weihnachtsmuffel – wieder in den heimischen Kiez begeben.

Insgesamt fand ich den „Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei“ wirklich schön. Nicht nur, dass mit den üblichen Lichter- und Dekoelementen eine wunderbar-wohlige Atmosphäre geschaffen wurde, auch sorgten die vielen kleinen Highlights und Überraschungen aus dem Land des Elches für das besondere Erlebnis! Ich für meinen Teil werde bis zum 22.12.2015 mit Sicherheit nochmal wiederkommen – alleine schon, um den Thermo-Heiz-Anzug von meiner To-Do-Liste streichen zu können ;).

 

Allein unter tanzenden Riesendrachen

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Langsam aber sicher müssen wir uns damit abfinden: Der Sommer ist gelaufen. Nichts mehr mit langen Abenden im Park, Grillgeruch in den Kiezen und luftig-leichten Sommerkleidern. Vorbei, vorbei – zumindest bis zum nächsten Jahr. Während viele deshalb stöhnen, muss ich zugeben, dass ich sowieso eher ein Fan der kühleren Jahreszeiten bin. Vor allem den Herbst liebe ich. Bunte Blätter, ein frischer Wind und natürlich meine Übergangsjacke sind halt irgendwie schöner als Schweißgeruch und scharlachrote Haut :). Außerdem hält der Herbst jedes Jahr ein ganz besonderes Berliner Event bereit: das kostenlose „Festival der Riesendrachen“! Den Spaß wollte ich mir natürlich auch dieses Mal nicht entgehen lassen und so ging es vergangenes Wochenende -dick eingemummelt und mit Freund im Schlepptau- zum Tempelhofer Feld.

Dort angekommen, musste ich erstmal feststellen, dass meine „Einmummelei“ nicht besonders viel gebracht hatte. Stattdessen hätte ich mich lieber auf den starken Wind vorbereiten sollen, der gefühlt von allen Seiten auf mich „einblies“. Während ich also versuchte, Haare und Kapuze irgendwie zu bändigen, schaute mir mein liebreizender Freund nur amüsiert und dümmlich grinsend dabei zu. Klar, er hatte ja mit seiner Lederjacke und den vergleichsweise kurzen Haaren auch bedeutend weniger Probleme.

wpid-20140913_191704.jpgImmerhin versprach der Blick zum Horizont schonmal eine kleine Entschädigung für den windigen Auftakt. Dort konnte man nämlich bereits die verschiedensten Riesendrachen, zum Beispiel in Form einer Krake oder Eule, sehen. Aufgeregt und euphorisch trieb ich meinen Liebsten zu etwas mehr Tempo an – diese beeindruckenden im-Wind-Schweber wollte ich mir unbedingt aus der Nähe angucken. Nach circa 20 Minuten war es dann endlich soweit: Wir hatten das Festival-Gelände erreicht!

Freudestrahlend stürmte ich zum abgesperrten Bereich und streckte erwartungvoll meinen Kopf nach oben. Dort tanzten nun die riesigen Luftakrobaten zu teils stimmungsvoller, teils rockiger Musik rhythmisch am Himmel. Sehr beeindruckend. Nachdem ich mich für’s Erste satt gesehen hatte, erkundete ich mit meinem Freund (der den Kampf mit Haaren und Kapuze deutlich spektakulärer fand) die umliegenden Buden. Wie bei Festivals so üblich, bestanden die natürlich größtenteils aus Snacks und Getränken, alle preislich so zwischen 3,00 € und 5,00 €. Ergänzt wurde das Ganze noch durch eine Bühne, auf der ein Moderator mit einigen Gags und Musik versuchte, die Stimmung anzuheizen. Leider wurde aber auch ihm die eine oder andere Böhe zum Verhängnis, sodass seine Lacher noch vor den Ohren des Publikums wortwörtlich davon geweht wurden.

Ein kleines Highlight offenbarte sich uns dann aber doch noch am Ende der Budenreihe. Dort durften sich nämlich die jüngsten Besucher ihre ganz eigenen „Riesen“-Drachen basteln und auch direkt auf ihre Flugfähigkeit prüfen. Dem Gewusel nach zu urteilen, kam die Idee wirklich super an und ich kann mich erinnern, nicht nur Juniore in der Drachenbastelecke gesehen zu haben :).

wpid-20140913_194522.jpgAls es schon ein bisschen dämmerte, folgte schließlich mein persönliches Highlight des Abends: das Feuerwerk! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein großer Feuerwerk-Fan ich bin! Und vor allem, wie sich ein wahrer Feuerwerk-Fan freut, wenn er dann auch endlich mal eins zu sehen bekommt. Mit ein bisschen weniger als 10 Minuten war diese Freude zwar recht kurz, aber dennoch ausreichend, um mich zufrieden auf den nach-Hause-Weg einzustimmen. Natürlich mit meinem vom Warten genervten Feuerwerksmuffel an der Hand :).

Alles in allem war auch dieses Jahr wieder das Festival der Riesendrachen einen Besuch wert. Mit seinen beeindruckenden Luftakrobaten, Papierdrachen zum Selbermachen und einem kleinen Feuerwerk ist das für mich definitiv ein gelungener Auftakt in den Herbst! Einzig der Wind ist vielleicht an manchen Ecken ein bisschen zu wild gewesen – aber das gehört ja schließlich auch irgendwie mit dazu ;).

Sommer im Köpenicker Altstadt-Kiez

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Denkt man an Sommer in Berlin, fallen einem spontan die vielen Strandbars in Mitte, die Liegewiesen rund um das Maybachufer/Kreuzberg oder die gemütlichen Biergärten im Prenzl’berg ein. Die wenigsten denken dabei an weiter abgelegene Bezirke, wenn sie nicht gerade dort wohnen. Schuld daran ist mitunter die schlechte Mundpropaganda: Denn selbst wenn hier mal Veranstaltungen anstehen, bekommt man davon schlichtweg einfach nichts mit. Umso erfreuter war ich daher, als mir Freund Buschfunk vom „Köpenicker Sommer“ flüsterte. Die Neugier war geweckt, der Rucksack gepackt: Und schon saß ich in der Bahn zum einzig verbliebenen Volksfest des Bezirks.

Luisenhain Köpenicker Sommer Die Größe des Fest-Gebietes war zumindest auf der Karte schonmal beeindruckend. Denn neben der Altstadt selbst sollte auch in Luisenhain und auf der Schlossinsel der Sommer gebührend begrüßt werden. Da ich alles einmal gesehen haben wollte, startete ich meinen Rundgang am Schlüßlerplatz. Dort angekommen, brauchte man eigentlich nur der Masse zu folgen, die einen sicher zu den ersten Attraktionen des Festes geleitete. Neben den typischen Ständen mit Essen, Getränken, diversem Trödel oder Selbstgemachtem, schlenderte ich auch an einigen Fahrgeschäften für Kinder vorbei. Besonders schön war dabei die unmittelbare Nähe zum Wasser, die bei mir unbewusst direkt ein bisschen für Urlaubsstimmung sorgte.

Als ich das Ende der Uferstraße erreichte, folgte ich wieder dem altbekannten Prinzip des Mitläufers und ließ mich von dem vorwiegend einheimischen Publikum zum Schloßplatz führen. Hier ging es deutlich gediegener zu. Auf der großen Bühne wurde klassische Musik gespielt und die in weiß gehaltenen Stände wirkten irgendwie einen Ticken edler als die auf dem Uferfestgelände. Vielleicht war daran aber auch die traumhafte Schlosskulisse Schuld, die einen ein bisschen in das Zeitalter von Rittern und Prinzessinen zurück versetzte.

Mittelaltermarkt Köpenicker SommerGleiches sollte auch der angepriesene Mittelaltermarkt tun, der sich am Schlüßlerplatz befand. Ich muss zugeben, dass ich mich darauf insgeheim am meisten gefreut hatte. Wer würde schon nicht gerne mal in die Zeit zurückreisen, um zu schauen, wie es den Leuten damals ergang – so ganz ohne Smartphones und Internet? Voller Vorfreude begab ich mich also auf die Suche nach längst vergangenen Tagen und fand stattdessen Folgendes vor: Auf engstem Raum war hier (tatsächlich mittelaltermäßiges!) Zelt an Zelt kreisförmig aneinander gereiht und in deren Mitte lieblos ein paar Bänke und Tische hingestellt. Das war’s. Da ich leider dazu neige, meine Vorstellungkraft mit spekatulären Highlights zu spicken, sah mein enttäuschtes Gesicht beim Anblick des Mittelalterareals ähnlich spektakulär aus. Köpenicker Sommer GrillstationImmerhin gab es eine Grillstation, in der recht eindrucksvoll ein komplettes Schwein zubereitet wurde. Das zauberte dann doch noch ein kleines „oooh“ auf die Lippen und ließ die Enttäuschung ein wenig verschwinden.

Den Rest davon ertrank ich in einer sehr schmackhaften Pina Colada Bowle, die mit exotischen Litschis zubereitet war. Interessanterweise gehörte die sogar zu meinen persönlichen Highlights, da ich bis dahin noch nie eine solche Bowle probiert hatte. Mit 4,00 € auch ein durchaus erschwingliches Vergnügen. Generell fand ich die Preise auf dem Fest annehmbar. Wer Super-Schnäppchen sucht, ist hier natürlich an der falschen Adresse, aber für die Fahrt nach Hause bleibt definitiv noch genug Geld übrig ;).

Insgesamt hat mich der Köpenicker Sommer ganz gut unterhalten. An der einen Stelle wird zwar mehr geboten als an der anderen, aber in Summe kann sich das Volksfest mit seinem Programm durchaus sehen lassen. Vielleicht schaue ich nächstes Jahr mal wieder vorbei – vorausgesetzt natürlich, der Buschfunk lässt mich nicht im Stich :).

Mai-Freuden im Kreuzberger Kiez

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Obwohl es mittlerweile wieder etwas frischer geworden ist, hat man doch das Gefühl, dass sich der Winter nun endgültig verabschiedet hat. Überall blühende Kirschblüten, grüne Knospen und zunehmend vollere Straßencafes und -bars. Ein Blick auf den Kalender gibt uns definitiv Recht: Immerhin haben wir fast Mai und der Türspalt zwischen Frühling und Sommer öffnet sich immer weiter. Um sich vollends auf die bevorstehende warme Jahreszeit einzustimmen, wird nach traditionellem Brauch in den ersten Mai getanzt. Berlin bietet zu diesem Anlass selbstverständlich wieder jede Menge Gelegenheiten. Ich persönlich favorisiere den nahe gelegenen Nachbarkiez rund um den Mariannplatz in Kreuzberg.

Berlin Kreuzberg MyFestHier wird in den Bereichen rund um das Kottbusser Tor, den Heinrichplatz und die Oranienstraße seit 2003 das sogenannte „Myfest“ veranstaltet. Zu sehen und erleben gibt es dabei allerhand: Ob Konzerte aus den verschiedenen Genres (z.B. HipHop, Reggae, Punk) oder lebhaftes Comedy-Theater: für wirklich jeden Geschmack ist etwas dabei! Selbst die kleinen Besucher kommen voll auf ihre Kosten. Verschiedene Aktionen, wie beispielsweise der Kindererlebnisparcours auf dem Mariannplatz, sorgen für Spaß und Unterhaltung und gönnen den Eltern eine kleine Ruhepause :). Wer Genaueres zu den geplanten Veranstaltungen wissen möchte, kann gerne mal einen Blick in den Programmplan riskieren.

MyFest Kreuzberg BerlinBesonders grandios finde ich das alljährliche kulinarische Angebot auf dem interkulturellen Fest: Wer mal keine Lust auf den Standard-Döner um die Ecke hat, kann hier türkische, arabische oder auch pakistanische Speisen probieren. Diese werden in der Regel nach traditionellem Rezept und direkt vor den Augen des hungrigen Maitänzers zubereitet. Verdursten muss natürlich auch niemand: von Cocktails über Bier bis hin zu alkoholfreien Erfrischungsgetränken werden so ziemlich alle Wünsche erfüllt. Preislich hat das Ganze einen typischen Volksfest-Charakter: Cocktails bewegen sich zwischen 6,00 € und 8,00 €, für Bier zahlt man um die 3,00 €. Die umliegenden Spätis bieten jedoch auch preisgünstigere Alternativen für den kleineren Geldbeutel ;).

Laut meiner Wetter-App stehen die Zeichen für einen sonnigen open Air Mai-Tanz nicht gerade besonders gut. Also zieht eure Regenstiefel an, bringt gute Laune mit und auch ein bisschen (mehr) Schlemmer-Kleingeld für den zufriedenen Magen. Dann werdet ihr dort sicherlich trotzdem so viel Spaß haben, wie ich in den letzten 10 Jahren :).