Wald und Wandern

Mit Mütze und Schal durch’s weiße Winter-Wunderland

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„Morgen gehe ich zur grünen Woche!“ – So meine stolze Ankündigung, als ich mit ein paar Freunden vergangenen Freitag gemütlich im „Trauten Hain“ saß. Und trotz aller Häme, die mir dafür entgegen geschleudert wurde, ließ sich meine Vorfreude nicht im Geringsten trüben. Schließlich lag mein letzter Besuch schon Ewigkeiten zurück – die vielen Gratis-Häppchen vom Probiertablett waren mir allerdings noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Umso aufgeregter erwartete ich also den nächsten Tag – bereit, die Welt der Gratis-Häppchen zu erschüttern :). Doch wie schon so oft, machte mir Petrus auch dieses Mal einen Strich durch die Rechnung: Es schneite! Und wie es schneite! Das ließ mein mein schneeliebendes Herz natürlich sofort aufblühen und das Verlangen nach Gratis-Häppchen mit jeder Schneeflocke sinken. Es gab nur noch eine Möglichkeit: Die grüne Woche musste warten! Also trottete ich etwas zerknirscht zu meinem Liebsten und fragte vorsichtig, ob wir nicht lieber das seltene Wetter draußen genießen wollten. Da grinste er nur wissentlich und nickte. Denn heimlich hatte „Mister Hellseher“ sowieso schon andere Pläne geschmiedet und eine Tour zum frostig-weißen „Tegeler See“ ausgetüftelt.

Tegeler InselnUnd die startete am U-Bahnhof Alt-Tegel. Nachdem sich der Tourenplaner aus seiner kurzen Phase der Orientierungslosigkeit zurück gekämpft hatte, schritt er zielsicher voran in Richtung „Tegeler Inseln“. Da ich mich in dieser Gegend (mal wieder) überhaupt nicht auskannte, beschränkte sich mein Zutun lediglich auf zielsicheres „Hinterherdackeln“. Aber naja, das muss ja auch mal sein :). So konnte ich mich zumindest in aller Ruhe auf die beeindruckende Umgebung konzentrieren, die sich vor allem in modernen Neubauten, durchzogen von zahlreichen kleinen und größeren Brücken, zeigte. Dabei wirkte alles derart friedlich, dass ich um einen kurzen Neidanfall nicht herum kam: „Morgen gucken wir mal, ob hier nicht noch Wohnungen zu haben sind!“, flüsterte ich meinem Liebsten entgegen. Doch der grinste nur zurück und streichelte mir sanft über die Wange – wie einem Kind, das gerade erzählt, wie es mal Astronaut werden will. Gut, dann eben nicht.

Tegeler See BerlinEtwas eingeschnappt ließ ich mich trotzdem weiter von ihm führen – vorbei an einem winterlichen Boten mit Bauch, Nase und Stock, bis hin zur zweiten Station unserer Tour: der Uferpromenade am „Tegeler See“. Und hier musste ich erstmal staunend inne halten: Denn vor mir offenbarte sich der größtenteils schneebedeckte See, in dessen Mitte schemenhaft die kleine Insel „Hasselwerder“ zu erkennen war. Das trübe, nieselige Wetter hatte zusätzlich für einen leichten Nebelschleier gesorgt, der das gesamte Bild in eine mystische Atmosphäre tauchte. Mich hätte es in diesem Moment jedenfalls nicht gewundert, wenn noch irgendein Seeungeheuer dazu gestoßen wäre.

Schwäne am Tegeler SeeNachdem ich mich für’s Erste satt gesehen hatte, schlenderten wir – zugegeben mit etwas Gänsehaut auf dem Nacken – weiter die Uferpromenade hinab. Dabei ertappte ich mich doch immer wieder, wie meine Augen staunend den See anstarrten. Erst, als plötzlich ein wildes Gequake vor uns losbrach und mein Liebster mich mit einem: „Oh, pass auf!“ aus den Gedanken riss, war ich wieder da. Tja, was soll ich sagen?! – „Vom Regen in die Traufe“ traf es wohl am Besten. Eben noch an „Nessi“ gedacht, wuselten vor unseren Füßen gefühlte 1000 andere kleine Seeungeheuer umher. Hungrig forderten sie das Brot einer Dame, die es aber auch – zur Verteidigung der kleinen Monster – tütenraschelnd angeboten hatte! Wir hingegen waren für die hungrige Meute weniger gut gewappnet und schlängelten uns daher so unauffällig wie möglich hindurch.

Kreuzung FlughafenseeFroh, an den gefiederten Quakern ungezwickt vorbei gekommen zu sein, setzten wir unseren Weg am Wasser beschwingt fort. Nach ungefähr einer Stunde See-Insel-Nebel-Starrens blieb „Mister Tourenplaner“ plötzlich stehen und befragte an einer Kreuzung abermals Google Maps: „Hier müssen wir abbiegen“, verlangte er schließlich, während sein Finger auf einen breiten, schneebedeckten Waldweg zeigte. Oh, das weckte direkt alte Urlaubserinnerungen! Noch ehe er sich versehen konnte, war ich schon auf dem Weg und stapfte ihn – fast schon ein bisschen übermütig – schnellen Schrittes entlang. Dabei fiel mir auf, dass hier deutlich weniger Leute unterwegs waren als noch am See – endlich mal ein bisschen Ruhe :).

Flughafensee BerlinDoch was wäre ein verschneiter einsamer Wanderweg ohne ein verschneites einsames Gewässer?! – Eben. Nicht ganz so schön :). Das dachte sich wohl auch mein Liebster und lotste mich schließlich zur letzten Station unserer Tour: dem „Flughafensee“. Leider konnte man hier nur stellenweise bis ans Ufer, da einige Teile abgesperrt waren. Doch diese Stellen hatten es dafür umso mehr in sich: Denn der Blick rüber zur anderen Seite war so malerisch wie aus einem Wintermärchen: Eine riesige weiße Schneedecke mit einigen freien Eisfeldern bedeckte den See, der von dunklen, langsam im Dämmerlicht verschwindenden Bäumen, umringt war. Darauf konnte ich nur noch einen kleinen Seufzer von mir geben. Nur leider wurde die beschauliche Stille wieder einmal unterbrochen: Denn frische Luft und Bewegung hatten offenbar Freund Magen aufgeweckt, der sich bedeutend weniger beeindruckt von den Naturschönheiten zeigte. So dauerte es nicht lange, bis sein mürrisches Grummeln auch die Ohren meines Liebsten erreichte: „Na? Haste wieder Hunger?! Komm, wir gehen was essen – hat ja sonst keinen Zweck!“ Ja, Recht hatte er. Wenn der Magen ruft, muss man eben folgen. Und so verabschiedeten wir uns vorerst vom friedlichen Winter-Wunderland, um es wieder gegen das hektische (dafür aber kulinarisch umso wertvollere 😉 ) Großstadtgetümmel einzutauschen.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich unsere Tour durch’s Reinickendorfer Winter-Wunderland wirklich schön fand! Besonders die beiden verschneiten Seen sorgten bei mir für Urlaubsfeeling pur und haben meinen Augen – vor allem in Kombination mit dem Nebel – ein richtiges Naturschauspiel beschert. Trotz der frechen Schwanen-Enten-Bande werde ich sicherlich nochmal wiederkommen. Das nächste Mal vielleicht eher, wenn es etwas wärmer ist – dann gibt es zumindest auch keinen Konflikt mit der grünen Woche ;).

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Herbstliche Auszeit von Dunst und Donner

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Das Großstadtleben verlangt einem manchmal wirklich ganz schön viel ab. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es und würde nicht woanders leben wollen, aber ab und zu hab ich auch einfach genug. Volle Bahnen, stinkende Straßen und überall Radfahrer, die offenbar noch nie von einer StVo gehört haben, sorgen eben leider nicht gerade für Entspannung pur. Und das, obwohl ich über die Jahre schon gelernt habe, mit bewusst gesetzten Scheuklappen durch die Gegend zu laufen und alles Unwichtige auszublenden. Ganz nach dem Motto: Nix sehen, nix hören, nix sagen. Hauptsache ankommen. Doch letztes Wochenende durchbrach ich endlich mal wieder den alten Trott. Die Sonne schien, es war verhältnismäßig warm und mein Freund brannte sowieso schon die ganze Woche darauf, seine geliebte Kamera gebührend auszuführen (Zitat: „Die meckert schließlich nie rum.“). Und so packten wir ein paar Sachen zusammen und machten uns auf den Weg, um ein bisschen Natur zu schnuppern und den Großstadtalltag Großstadtalltag sein zu lassen. Das Ziel: die wohl berühmtesten „Berge“ der Hauptstadt – der „Drachenberg“ und der „Teufelsberg“.

Weg zum Teufelsberg BerlinWie es sich für eine richtige Berlinerin gehört, wusste ich natürlich nicht, wie wir da genau hinkommen. Dafür hatte sich mein freudig-aufgeregter Super-Organisator umso besser auf unseren kleinen Ausflug vorbereitet. Pünktlich am S-Bahnhof Heerstraße jagte er mich von meinem warm gesessenen Sitz hoch und forderte hektisch zum Aussteigen auf. Nach einem sportlichen Akt über die steilen Treppen sahen wir auch schon das erste Indiz dafür, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Das Straßenschild mit der Aufschrift „Teufelsseestraße“ wies nämlich exakt in die Richtung, die mein Liebster vorgeschlagen hatte. In diesem Moment merkte ich direkt die triumphierenden Blicke, die er mir als Antwort auf meine zuvor gehegten Zweifel gegenüber seinen Ortskenntnissen zuwarf. Gar nicht darauf eingehend, lächelte ich ihm unwissend-naiv entgegen und so bummelten wir einträchtig die gut befahrene Straße herunter. Selbstverständlich waren wir dabei keinesfalls allein – vor und hinter uns schienen nämlich viele Paare und Familien das gleiche Ausflugsziel geplant zu haben. Da sieht man mal wieder: Sobald es schön wird, tummeln sich alle auf dem einzigen grünen Fleckchen der City – wahrscheinlich wäre ein Tag im typischen Großstadtgerangel sogar entspannter gewesen :D.

Drachenberg Berlin WegAn einer kleinen Kreuzung bogen wir schließlich ab und erreichten nach nur wenigen Schritten die erste Gabelung: Hier verlief sich der Ansturm endlich ein bisschen, sodass wir unseren Weg (nach meinem Freund wohl der Gemütlichste und am wenigsten Anstrengende) zumindest mit ein bisschen mehr Ruhe fortsetzen konnten. Das bunte Laub auf dem Boden und den Bäumen entfaltete schnell seine entspannende Wirkung und ließ den kurzen Ärger über die Wandergruppenatmosphäre im Nu vergessen. Auch die frische Luft war eine willkommene Abwechslung zur sonst verordneten Smog-Therapie der Stadt. Drachenberg Berlin WaldAllerdings hätte sie für meinen Geschmack getrost noch einen Ticken frischer sein dürfen. Denn meine Kleiderwahl (ein mit Fell gefütterter Parker, der perfekt für einen Urlaub in sybirischen Landschaften konzipiert ist) brachte mich nach einer Weile ganz schön ins Schwitzen. Da ich jedoch nicht den nächsten triumphierenden Blick von Mister Super-Organisator kassieren wollte (der sich in einer luftig-leichten Lederjacke durch den Wald schwang) sagte ich nichts. Ich sagte nichts, sondern schwitze einfach vor mich hin – in der stillen Hoffnung, dass auf dem Drachenberg ein etwas kühleres Windchen wehen würde.

Aussicht vom Drachenberg BerlinTat es aber leider nicht! Nachdem wir uns den zum Schluss recht steil werdenden Weg hochgequält hatten, begrüßte uns Frau Sonne oben schon auf’s Herzlichste. Innerlich fast vor Hitze vergehend, versuchte ich mich schnell, auf etwas anderes zu konzentrieren. Und das sollte mir bei diesem Ausblick auch nicht weiter schwer fallen. Denn vom Drachenberg aus konnte man wunderbar weit über die ganze Stadt gucken – mit dem Funkturm und der City West im Vordergrund. Ein wirklich schönes Bild, was mein Liebster direkt nutzte, um seine Kamera zu Höchstleistungen anzutreiben. Drachen auf dem Drachenberg BerlinDas war mir nur recht! So hatte ich nämlich die Gelegenheit für einen schnellen, unauffälligen Jackenlüfter und den obligatorischen Rundumblick: Hier oben waren natürlich wieder sämtliche Leute versammelt, die wir von der Weggabelung bereits kannten. Allerdings störte das nicht weiter, sondern passte viel mehr in die herbstliche Atmosphäre eines sonnigen Oktobertages. Viele von ihnen hatten sogar Drachen mitgebracht, die sie -der Location gebührend- hoch und weit steigen ließen. Für einen alten Drachen-Fan wie mich genau das Richtige: Mit zugekniffenen Augen versuchte ich konzentriert, die spektakulärsten Flugmanöver auszumachen – inklusive des einen oder anderen „Booaaah!“s :). Dabei merkte ich gar nicht, wie schnell die Zeit verflog, sodass mein kleiner Hobby-Fotograf schon mit kribbelnden Füßen hinter mir trampelte. Also beschlossen wir, langsam den Rückweg anzutreten – aber nicht ohne einen kleinen Abstecher zum Teufelsberg!

Teufelsberg BerlinIch muss gestehen, dass es dieser Weg nochmal ganz schön in sich hatte, besonders was die Steigungen anging. Meine Schwitzgrenze war dementsprechend am Limit, als wir nach einer halben Stunde hoch und runter endlich vor den Pforten der ehemaligen Abhörstation standen. Auch hier tummelten sich wieder Unmengen an Menschen, die willens waren, für einen kleinen Rundgang auf dem sonst verschlossenen Gelände sieben Euro zu bezahlen. Wir waren es nicht. Und so traten wir nach ein paar Schnappschüssen bzw. -Achtung Zitat- „aufwendiger kunstvoller Fotografieästhetiken“ 🙂 endgültig den Heimweg an.

Fazit des Ausflugs: Wirklich, wirklich toll! Zwar ist man bei schönem Wetter nicht alleine unterwegs, aber wer die Ausblendtechniken der Großstadt beherrscht, wird sich daran nicht weiter stören. Alleine schon wegen des grandiosen Ausblicks, der frischen Luft und der friedlichen Waldatmosphäre werde ich sicherlich nochmal den Weg hinauf wagen – dann allerdings in etwas luftigerer Kleidung ;).

Der grüne Zweig der Hauptstadt

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Urlaub ist doch etwas, wovon wir alle gar nicht genug kriegen können. Endlich mal raus aus dem Alltag, den Kopf frei machen und tun, was einem Spaß macht. Ich persönlich bin gerne in der Natur unterwegs, um der stickigen Stadtluft -zumindest mal für eine kurze Zeit- zu entfliehen. Lange Fahrten schrecken mich dabei allerdings immer ab. Wer schonmal einige Stunden im überfüllten Regionalexpress gefahren ist, weiß wahrscheinlich genau, was ich meine. An Urlaubsstimmung ist da jedenfalls nicht mehr zu denken. Gut, dass Berlins Facettenreichtum auch für den gestressten Großstädter ein Wundermittel bereit hält: die Müggelberge.

Haltestellenhaus BVG FähreAm besten startet man seine Tour dorthin von Grünau aus. Mit der S-Bahnlinie 8 ist die Endstation mit circa 20 Minuten Fahrtzeit vom Ostkreuz auch relativ schnell zu erreichen. Dort angekommen bietet sich der Weg über die Wassersportallee an. Der ist zwar nicht besonders schön, dafür erwartet den ausdauernden Wanderer am Ende bereits das erste Highlight: Die BVG Boots-Anlegestelle. Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit noch nicht mal wusste, dass es innerhalb Berlins eine Stadt-Fähre gibt. Umso aufregender war für mich die rasante Überfahrt zum Wendenschloss.

Ab hier muss man sich zunächst den Weg durch die Wohn- und Villensiedlung bahnen. Allzu genau umschauen sollte man sich jedoch lieber nicht. Denn beim einen oder anderen Haus konnte zumindest ich ein klitzekleines Neidgefühl nicht unterdrücken. Die Gegend ist großstadt-untypisch grün, ruhig und wirkt mit ihren kleinen und großen Vorgärten so idyllisch wie aus einem Ferienkatalog. Nach circa 30 Minuten erreicht man schließlich das zweite Highlight der Tour: Das Strandbad Wendenschloß (Eintritt: 4,00 €, ermäßigt 3,50 €). Leider war es an diesem Tag etwas zu kalt, um sich in die Fluten zu werfen. Ansonsten wäre hier wohl das Ende der Reise gewesen und ich würde vom Strand, dem kühlen Wasser und dem kleinen Cafe vor Ort berichten. Stattdessen zog es mich weiter in den nun dichter werdenden Wald. Ein nahegelegener Wegweiser deutete die Richtung zum Müggelturm an, für die ich mich -spontan wie ich eben bin- direkt entschied. Neben ein paar vereinzelten Spaziergängern war man dort so ziemlich allein auf weiter Flur. Vermutlich war das dem Mittwoch geschuldet, an dem sich die Wenigsten einen entspannten Tag in der Natur erlauben können :).

MüggelturmMit kleinen Pausen hier und da konnte ich mir nach circa 1,5 Stunden endlich stolz auf die Schulter klopfen: der Müggelturm war erreicht. Und das trotz des letztens Stückes, das einem mit einer Steigung von 18 % ganz schön was abverlangte. Man ist halt nichts mehr gewohnt ;). Ein Hinweisschild verwies auf die Möglichkeit des Turm-Erklimmens für 2,00 € (daran war allerdings bei meinem Keuchen nicht mehr zu denken) und eines Imbisses. Da ich Essen dabei hatte, entschied ich mich für den Rückweg über den Teufelssee. Ein Blick auf die Karte offenbarte die entsprechende Richtung, sodass es nach einer kurzen Verschnaufpause -in der mein Gesicht von scharlachrot wieder auf normalfarbig wechselte- weiter ging. Die Luft war klar, der Weg gut belaufbar und es roch nach Wald. Zu meiner Überraschung führte der Pfand nach einigen Minuten an bzw. über eine Cross-Radstrecke, die mit verschiedenen Hindernissen gespickt war. Leider war zu dieser Zeit nicht ein unerschrockener Biker da – der Parcours sah nämlich wirklich sehr eindrucksvoll aus.

TeufelsseeNach einer weiteren Stunde erreichte ich schließlich das letzte Etappenziel: das Teufelsmoor mit dem dahinter gelegenen Teufelssee. Den erschöpften Wanderer erwartet hier noch einmal Natur pur von seiner schönsten Seite! Durch das Moor führen normalerweise kleine Holzbrücken, um das Umfeld noch genauer erkunden zu können. Als ich dort war, wurden diese allerdings gerade restauriert. Doch alleine schon der Blick über das Moor, rüber zum Teich, genügte, um die gestresste Großstädterseele zu verwöhnen. Der lange Weg hatte sich definitiv gelohnt! Zurück ging es dann in Richtung Müggelheimer Damm. Die geschwollenen Füße ließen mich fordernd die Bushaltestelle ansteuern und waren sichtlich erleichtert, als sie im X69 endlich ein bisschen Entspannung fanden.

Trotz der Strapazen für Lunge und Fuß hat der Ausflug in die Natur Berlins ausgesprochen gut getan. Die Tour hat definitiv bewiesen, dass man sich vollgestopfte Regionalzüge sparen kann und stattdessen lieber die eigene grüne Umgebung erkundet. Ich für meinen Teil freue mich heute schon auf den nächsten Ausflug: der Müggelsee steht dabei ganz oben auf meiner Agenda :).